Die Ura-Linda-Chronik IX – Ulysus, Athenia und der Verlust der Freiheit

Bodhi Svaha! Sadhu!

Von der Lampe Fryas über Ulysus und Kalip bis zum Wandel der alten Ordnung in Athenia

Sie sagten zu meinem Volke, das ich ihre Hilfe angerufen hätte, um beständig König zu werden.

Einmal fand ich Gift in meiner Speise.

Als nun ein Schiff aus Flyland sich zu uns versegelt hatte, bin ich damit im Stillen fortgezogen.

Indem ich mein eigenes Widerfahren (Schicksal?) jedoch hier lasse, will ich mit dieser Geschichte allein sagen, dass wir uns nicht mit dem Findavolk zusammentun müssen, wannen es auch sei, weil sie voller falscher Ränke sind, gleicherweise zu fürchten als ihre süßen Weine mit tötendem Gifte. (Chemikalien im Wein gepanscht?)

Ulysus kommt nach Fryas Burg

IM JAHRE EINTAUSENDUNDFÜNF (1188 vor Christi?) NACH ATLAND VERSINKEN ist das an der Ostwand in Fryas Burg geschehen.

Nachdem wir in zwölf Jahren keine Krekaländer in Almanaland gesehen hatten, kamen hier drei Schiffe, so schmuck, wie wir keine hatten und nimmer gesehen hatten.

Auf dem stattlichsten war ein König der ionischen Inseln: sein Name war Ulysus (Odysseus, eddisch: Uller) und der Ruf seiner Weisheit war groß.

Diesem König war von einem Priester geweissagt worden, dass er König über alle Krakaländer werden sollte, so er Rat wüsste, sich eine Lampe zu beschaffen, welche an der Lampe zu Texland angezündet wäre.

Um sich einer zu bemächtigen, hatte er viele Schätze mitgebracht, besonders Frauenschmuck, wie sie in der Welt nicht schöner gemacht wurden.

Sie kamen von Troja (Illia, Wilna), eine Stadt, welche die Krekaländer eingenommen hatten.

Alle diese Schätze bot er der (Landes-)Mutter an.

Aber die Mutter wollte davon nichts wissen.

Ulysus und Kalip

Als er zuletzt sah, dass sie nicht gewonnen werden konnte, ging er nach Walhallagarn.

Dort saß eine Maid, ihr Name war Rat, doch im Volksmund wurde sie Kalip (Kalipsos) genannt, aus dem Grunde, weil ihre Unterlippe wie ein Ausguckbord hervorstach.

(Habsburger Erbgutschäden, weil sie ihre Blutlinie reinhalten wollten und von Cäsar ableiteten.)

Bei dieser hat er ein Jahr geweilt zum Ärger von allen, die es wussten.

Nach der Aussage der Maid hat er zuletzt von ihr eine Lampe erhalten.

Doch sie hat ihm nicht viel genützt; denn als er in See gekommen ist, ist sein Schiff untergegangen und er nackt und bloß von einem anderen Schiff aufgenommen worden.

(Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schrieb noch 50 nach Christi, dass Odysseus am Ufer des Rheins eine Stadt gegründet hatte namens Asciburgium = Asberg bei Moers, Nähe der Ziusburg = Duisburg!

Auch Cäsar berichtete, dass seine Römer einen Altar mit den Namen Laertus, Odysseus Vater, in Rätien nahe Schaffhausen gefunden hätten!)

Der Schreiber aus Athenia

Von diesem König (Ulysus) ist hier ein Schreiber zurückgeblieben vom reinen Fryasblut, geboren im Hafen von Athenia.

Und was hier folget, hat uns über Athenia geschrieben.

Daraus mag man ersehen, wie wahr die Mutter Hell-Licht gesprochen hat, als sie sagte, dass Fryas Sitten in Athena – was eine Demokratie hervorbrachte – keinen Stand halten konnten.

Von den anderen Krekaländern hast du gewiss viel Übels über Sekrops gehört, denn er stand in keinem guten Ruf.

Aber ich wage zu sagen: Er war ein erleuchteter Mann, hoch gerühmt sowohl bei den Einheimischen als bei uns.

Denn er war keiner, der die Menschen duckte, wie die anderen Priester, aber er war tugendsam und er wusste die Weisheit der weitab wohnenden Völker zu schätzen.

Darum, weil er das wusste, hat er uns gestattet, dass wir nach unseren eigenen gleichen Asega-Buch leben durften.

Nach Sekrops

Es ging eine Erzählung herum, dass er von uns gewogen wäre, weil er gezeugt sein sollte aus einem Fryas-Mädchen und einem Egiptapriester, aus dem Grunde, weil er blaue Augen hatte, und das bei uns viele Mädchen geraubt wurden und nach Egiptaland verkauft worden waren.

Doch selber hat er es nimmer gestanden.

Wie es damit sei, sicher ist, dass er uns mehr Freundschaft bewies als alle anderen Priester zusammen.

Aber als er gestorben war, fingen seine Nachfolger gar bald an, unsere Gesetze zu zerstückeln und allmählich so viele schlechte Wahlen zu machen, dass zu guter Letzt von Gleichheit und Freiheit nichts anderes als der Schein und der Namen übrig blieb.

Sprache, Recht und Überlieferung

Weiter wollten sie nicht gestatten, dass Satzungen schriftlich abgefasst wurden, wodurch das Wissen darum für uns verborgen ward.

Vorher wurden alle Sachen innerhalb Athenias in unsere Sprache bedingt.

Nachdem musste es in beiden Sprachen geschehen, zuletzt alles in der Landessprache.

In den letzten Jahren nahm das Mannsvolk nur Weiber von unserem Geschlecht; aber das Jungvolk, aufgewachsen mit den Mädchen der Landesinsassen, nahm auch diese.

Die Bankert, die daraus entsprossen, waren die Schönsten und Gescheitesten in der Welt, aber sie waren auch die Ärgsten: hinkend auf beiden Seiten, sich nicht kümmernd um keine Sitte noch Brauch.

Gleichheit und wachsender Reichtum

Es sei denn, dass ein Strahl Fryas Geist einwirkte, wurden alle Baustoffe zu gemeinen Werken verarbeitet, und niemand durfte ein Haus bauen, das geräumiger und reicher war als das seines Nächsten.

Doch als einige entwurzelte Städter reich geworden durch unsere Fahrt und durch das Silber, das die Sklaven aus den Silberlanden gewannen, da gingen sie draußen auf den Halden oder in den Tälern wohnen.

Allda hinter hohen Wällen von Laubbäumen oder Stein bauten sie Höfe mit kostbarem Hausrat.

Und um bei den schmutzigen Priestern im guten Ruf zu stehen, stellten sie dort falschen Göttern gleichenden und unzüchtigen Bilder auf.

Bei den schmutzigen Priestern und Fürsten wurden Knaben vielfach mehr begehrt als die Töchter – ein Problem auch der heutigen Kirchen – und oft durch Reichtümer oder Gewalt von dem Pfade der Tugend abgeführt.

Da Reichtum bei dem verdorbenen und entarteten Geschlecht weit über Tugend und Ehre galt, sah man allzumal Knaben, die sich selber mit reichen Kleidern schmückten, ihre Eltern und Mädchen zur Schande und ihren Geschlechtern zum Spotte.

(Kommt uns das nicht zeitgemäß vor?)

„Hört! Hört! Da wird eine Seemumme reden!“

So kamen unsere einfältigen Eltern in Athenia auf eine gemeinsame Acht und wollten darüber Klage führen.

So wurde gerufen:

„Hört! Hört! Da wird eine Seemumme reden!“

(Mumme oder Muhme heißen die Tanten.)

So ist Athena gleich einem Moorland geworden in den heißen Landen, voll Blutsaugern, Poggen und giftigen Schlangen, in das kein Mensch von strenger Sitte seinen Fuß setzen kann.

(Tacitus schrieb, dass die Germanen Mörder und Meuchler ins Moor versenkten.)

Ende von Ura-Linda-Chronik IX

Fazit und Gedanken für die Leser

Teil IX verbindet die Gestalt des Ulysus mit der Frya-Überlieferung und richtet den Blick anschließend auf den gesellschaftlichen Wandel Athenias.

Für die Lektüre bieten sich vier Fragen an:

  • Welche Rolle spielt die Lampe als Sinnbild für Wissen, Recht oder legitime Ordnung?
  • Wie werden Freiheit und Gleichheit im Text verstanden?
  • Wo endet die erzählte Überlieferung und wo beginnen die kommentierenden Vergleiche der Redaktion?
  • Welche Motive besitzen Parallelen zur griechischen Überlieferung von Odysseus, Kalypso und Athen?

Gerade diese Gegenüberstellung macht den Abschnitt für eine vergleichende Beschäftigung mit Mythologie und Überlieferung interessant.

Wichtiger Hinweis:
Die Ura-Linda-Chronik ist historisch und sprachwissenschaftlich stark umstritten. Manche betrachten sie als friesische Urüberlieferung, andere als spätere literarische Konstruktion. Dieser Beitrag sollte deshalb als heimatkundlich-spirituelle Deutung gelesen werden, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung.

Redaktioneller Hinweis:
Einige Passagen enthalten alte, wertende Vorstellungen über Völker, Priester, Religion, Sklaverei, Kultur und Herkunft. Für eine heutige Veröffentlichung empfiehlt sich eine klare Einordnung: Solche Texte sollten als mythologische, weltanschauliche und erzählerische Überlieferung betrachtet werden und nicht zur Abwertung heutiger Menschen, Religionen oder Kulturen dienen.

Die Ura Linda Chronik: Bisher erschienen...

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