Ura Linda Chronik IV

Bodhi Svaha! Sadhu!

Das Gottesbild

Notiz

Kritiker bestreiten unbewiesener Weise, dass die Friesland so groß war und ihre Leute soweit durch die Welt kamen.

Bewiesen ist das riesige Doggerland welches zwischen Britannien und Deutschland vor 8000 Jahren in einem Sunami (der durch einen gigantischen Erdrutsch in Skandinavien ausgelöst wurde) in die Nordsee versank.

Weitere Sturmfluten verkleinerten die übrig gebliebenen Nordsee-Inseln.

Des weiteren wurde in Chinas Wüste Takla Makan eine Bronzezeit-Siedlung gefunden dessen Mumien (laut Kleidung und DNA) aus West-Europa stammen.

Die Seidenstraße verband Alt-Europa tatsächlich mit Indien und China.

Eine bronzene Buddhafigur wurde auch in eine Wikinger-Stadt nahe Stockholm gefunden.

Während der Christianisierung vernichtete die Kirche alle heiligen Quellen und Bäume der Heiden (erster Baumfrevel vor der ersten Bücherverbrennung und späteren Hexenverbrennung).

723 n.Chr. fällte der englische Missionar Winfrid alias Bonifatius in Geismar bei Fritzlar (Hessen) die heilige Eiche des Gottes Donar.

Als er am 5.6.754 ähnliches mit seiner fränkischen Leibwache in Dokkum (Ostfriesland) versuchte, wurde er von den empörten Friesen erschlagen.

Sie verteidigten ihre heilige Linde ohne nur zu zögern.

Dieses nur zum besseren Einfühlen in die Geschichte.

Das nachfolgende Buch der Chronik umreißt das alte friesische Gottesbild, dass den 63 Vers der Völuspa (EDDA) zum Weltende lüftet:

„Dann kommt der MÄCHTIGE zum Rate herab, der Starke von OBEN, der alles steuert: den Streit entscheidet, Zwist schlichtet und ewige Satzung anordnet!“

Das Ura Linda Buch nennt seinen Namen: WALDA, den die Seherin nicht zu sagen wagte (denn die Götter wurden ja in die bereits geschaffene Welt als Hüter hineingeboren!).

Aus den Schriften von Adalbrost und Apollonia

Die älteste Lehre, die geritzt ist auf die Außenwand der Burgtürme ist nicht abgeschrieben in dem Buch der Adela-Folger.

Warum das unterblieben ist, weiß ich nicht zu schreiben.

Doch dies Buch ist mein eigen: davon will ich diese darin setzen, meine Mitstreiter zu Willen.

Älteste Lehre

Alles Gute liebende Fryaskinder sei Heil!

Denn dadurch wird es selig werden auf Erden: Lehre zu künden den Völkern.

WRALDA ist der Allergrößte und Überälteste, denn Er schuf alle Dinge.

Wralda ist alles in allem, denn Er ist ewig und unendlich.

Wralda ist überall einwärtig, aber nirgends zu besehen; darum wird dieses Wesen GEIST geheißen.

Alles was wir von ihm sehen können sind die Geschöpfe, die durch sein Leben kommen und wieder hineingehen; denn aus Wralda kommen alle Dinge und kehren alle Dinge wieder (Reinkarnation).

Wralda ist das eine allmächtige Wesen (almatico cot), denn alle andere Macht ist von ihm entliehen und kehret zu ihm wieder.

Aus Wralda kommen alle Kräfte, und alle Kräfte kehren zu ihm zurück.

(Energie-Erhaltungs-Gesetz ohne ewige Höllenleiden).

Wralda legte ewige Satzungen, das sind Gesetze, in all das Geschaffene, und es gibt keine guten Gesetze, sie seien denn danach gebildet (Naturgesetze).

Aber obschon orientalisch-mediterran männlich wurde.

Alles in Wralda ist, die Bosheit des Menschen ist nicht von ihm.

Bosheit kommt durch Trägheit, Unachtsamkeit und Dummheit.

Wralda ist Weisheit, und de Gesetze, die sie geschaffen hat, sind die Bücher, aus denen wir lernen können, und es ist keine Weisheit zu finden noch zu sammeln außer dieser.

Die menschen können viele Dinge sehen, aber Wralda sieht alle Dinge.

Die Menschen sind männlich und gebährlich, aber Wralda ist allein gerecht.

Darum ist Wralda allein gut, und es gibt nichts Guts außer ihm.

Mit dem Jul (Julrad) wandert und wuchert alles Geschaffene, aber das Gute allein ist unveränderlich.

Dadurch, dass Wralda gut ist, kann Er auch nicht verändern, und weil er bleibt, dann ist ER allein Wesen und alles ist sein Schein.

II. Teil der ältesten Lehre

Unter Findas Volk gibt es Wahnweise, die durch Überfindigkeit so arg geworden sind, dass sie sich selber weismachen und die Eingeweihten überzeugen, dass sie der beste Teil des Geistes Wraldas sind und das Wralda allein vermag zu denken durch Hilfe ihres Gehirns.

Das jedes Geschöpf ein Teil von Wraldas unendlichen Wesen ist, das haben sie von uns ergafft.

Aber ihre falschen Rede und ihre zügellose Hochfähigkeit haben sie auf einen Irrweg gebracht.

Wäre ihr Geist Wraldas Geist, so würde Wrealda ganz dumm sein, statt Licht und Weise.

Denn ihr Geist müht sich immer ab, um schöne Bilder zu machen, welche sie später anbeten.

Aber Findas Volk ist ein arges Volk, denn obschon die Wahnweisen sich selbst weismachen, dass sie Götter seien (Pharaonen, Päpste, Jesus, Maria, Kirchenheilige…), so haben sie für die Uneingeweihten falsche Götter geschaffen, um alleweg zu verkünden, dass sie Götter sind.

Aber diese Wahnweisen falsche Männer, die sie selber Gottesknechte und Priester nennen lassen, erheben, sammeln und raffen alles für ihre Götter, die nicht da sind, um es selber zu behalten.

Alles das betreiben sie mit weitem Gewissen; weil sie sich selber Götter wähnen, die niemanden Verantwortung schuldig sind.

Sind da welche, die ihre Ränke ahnen und offenkundig machen, so werden sie von ihren Rackern gefaßt und um ihrer Lästerung verbrannt, alles mit viele feierliche Geflogenheiten, ihrer falschen Götter.

Aber in Wahrheit, damit sie ihnen nicht schaden solle.

Damit unsere Kinder gewappnet sein mögen, sollen die Maiden sie auswenig lernen lassen, was hier folgen wird:

Wralda war eher als alle Dinge

„Wralda war eher als alle Dinge, und nach allen Dingen wird Er sein.

Wralda ist also ewig, und Er ist unendlich, darum ist nichts außer ihm.

Durch und aus Wraldas Leben wurde die Zeit und alle Dinge geboren, und sein Leben nimmt Zeit und alle Dinge weg.

Diese Satzungen müssen klar und offenkundig gemacht werden auf alle Weise, so dass sie es auch andere bedeuten und beweisen können.

Ist es nun soweit gewonnen, dann sage man fürder: was also unserem Umfang betrifft, sind wir ein Teil von Wraldas unendlichem Wesen, wie der Umfang alles Geschaffenen, doch was unsere Gestalt abgeht, unsere Eigenschaften, unseren Geist und alle unsere Bedenkungen, dies gehören nicht zu den Wesen.

Dieses alles sind flüchtige Dinge, die durch Wraldas Leben erscheinen, doch durch seine flüchtigen Dinge, die durch Wraldas Leben erschienen, doch durch seine Weisheit dargestellt und nicht anders erscheinen.

Aber sein Leben stetig weiter geht, kann nichts an seiner Stätte bleiben.

Darum verwechseln alle geschaffenen Dinge ihre Stätte, Gestalt und auch ihre Denkweise.

Darum darf Irtha selbst noch irgendein Geschöpf sagen:

„Ich bin!“

Wohl aber:

„Ich war“,

(im Fluss der Zeit verliert sich die Gegenwart).

Auch soll kein Mensch sagen:

„Ich denke!“

sondern bloß:

„Ich dachte!“

Der Knabe ist größer und anders, als da er ein Kind war.

Er hat anderes Begehren, andere Sucht und Denkweise.

Der Mann und Vater ist und denkt anders, als er ein Knabe war.

Desgleichen die Altbetagten, dass weiß ein Jeder.

Wenn ein Jeder nun weiß und gestehen muss, dass er alles wechselt, so muss er auch dazu gestehen, dass er jeden Augenblick wechselt, auch dieweil er sagt:

„Ich bin“

und dass seine Gedankenbilder wechseln, derweil er sagt:

„Ich denke!“

Anstatt dass wir den argen Findas dermaßen unwürdig nachschwatzen und reden „Ich bin“ oder gar:

„Ich bin der beste Teil Weraldas!“

ja durch uns allen vermag er zu denken, so wollen wir künden überall und allewege, wo es nötig sei:

„Wir Fryas Kinder, sind Erscheinungen durch Wraldas Leben, beim Anfang gering und blaß, doch immer werdend und nährend der Vollkommenheit, sonder (ohne) je so gut zu werden als Wralda selber.

Unser Geist ist nicht Wraldas Geist; er ist hiervon allein ein Abschein.

Da Wralda uns schuf, hat Er uns in seiner Weisheit Hirn, Sinn, Gedächtnis und viele guten Eigenschaften verliehen.

Hiermit können wir seine Geschöpfe und seine Gesetze betrachten.

Davon können wir lernen und darüber können wir reden, alles und allein zu unsrem eigenen Heil.

Hätte Wralda uns keine Sinne gegeben, so würden wir uns von nichts wissen, und wir würden noch hilfloser sein als die Seequalle, die fortgetrieben wird durch Ebbe und Flut.“


Das steht auf Schreibfilz geschrieben

Gleichnis von der Maid Drost

Ein ungeselliger, geiziger Mann kam zur Drost, die Maid zu Stavia, um dich zu beklagen.

Er sagte, Unwetter hätte sein Haus gen geführt, Er hätte Wralda gebetet, aber Wralda hätte ihm keine Hilfe verliehen.

„Bist du ein echter Folger Fryas?“

fragte Drost.

„Von Eltern auf Eltern!“

antwortete der Mann.

Dann sagte sie:

„Will ich etwas in deinem Gemüt säen, im Vertrauen, dass es keimen, wachsen und Früchte tragen mag!“

und sagte:

Als Frya geboren ward, stand unsere Mutter da, nackt und bloß, ungeschützt gegen die Strahlen der Sonne.

Da erwirkte Wralda in ihrem Gemüt Neigung und Liebe, Angst und Schrecken.

Sie sah um sich: ihre Neigung wählte des Beste und so suchte sue Schutz unter der schirmenden Linde!

Aber regen kam, und sie wurde nass.

Jedoch hatte sie gesehen, wie das Wasser an den Blättern herab trüpfelt.

Nun machte sie ein Dach mit abhängenden Seiten, auf Staken machte sie das.

Aber der Sturmwind kam und blies den Regen darunter.

Nun hatte sie gesehen, dass der Lindenstamm Schutz gab.

Daraufhin machte sie eine Wand von Scholle und Soden, erst an einer Seite und fürder an allen Seiten.

Sturmwind kam zurück, wütender als bevor und blies das Dach weg.

Doch sie klagte nicht über Wralda, sondern sie machte ein Röhrich-Dach und legte Steine darauf.

Als sie befand, wie hart es ist, sich allein zu plagen, bedeuchte sie es ihren Kindern (den Friesen), wie und weshalb sie es getan hatte.

Die wirkten und dachten zusammen.

Auf solche Weise sind wir zu einem Hause mit einer schützenden linde wider den Sonnenstrahlen gekommen.

Zuletzt haben sie eine Burg aufgetürmt und fürder alles andere!“

Der Mann sprach:

„Mein Haus war stark genug, aber das hohe Wasser hat es aufgehoben und der Sturmwind hat das andere getan!“

„Wo stand dein Haus?“

fragte Drost.

„Längst des Rheines“

sagte der Mann.

„Stand es dann nicht auf einem Nol (Hügel) oder auf einer Terp (Stelzen)?“

fragte Drost.

„Nein“

sagte er:

„Mein Haus stand einsam am Ufer; alleine habe ich es gebaut, aber ich konnte alleine keine Terp machen!“

„Ich wußte wohl…“

sagte Drost

„die Maiden haben es mir berichtet, Du hast all dein Leben einen Widerwillen gegen die Menschen gehabt, aus Furcht, dass du etwas geben oder für sie tun müsstest.

Doch damit kann man nicht weit kommen.

Denn Wralda, der mild ist, kehret sich von den Geizigen ab.

Festa hat uns geraten und über den Toren aller Burgen steht es geschrieben:

BIST DU ARG NUTZBEDACHT, BEHÜTE DANN DEINEN NÄCHSTEN, SO WERDEN SIE ES WIEDER TUN!

Ist der Rat nicht genug, ich weiß für dich keinen besseren!“

Schamrot ward der Mann und er zog still von dannen.


Anmerkung

Wer an die Größe Alt-Friesland noch zweifelt, sollte Jürgen Spanuths „Atlantis“ lesen und auch unseren Beitrag „Als die Türkei noch deutsch war“ vom: Jan 2025.

„Biblischer Baumfrevel“ vom: Sept. 2025.

Es folgen noch zwei weitere Kapitel.

Drost ist eine Abkürzung von Truchsaß ein Amtmann, der Verantwortung „trägt“.

⚠️ Redaktionelle und historische Einordnung:
Die Ura Linda Chronik ist ein wissenschaftlich umstrittener Text, der in der Forschung als spätere literarische Konstruktion gilt, während andere darin eine friesische Urüberlieferung sehen. Dieser Beitrag versteht sich daher als heimatkundlich-spirituelle Deutung, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung.
 
Einzelne Passagen enthalten historische, wertende Aussagen über Völker, Religionen, Priester und Glaubensformen. Diese Inhalte spiegeln den Entstehungskontext wider und müssen kritisch als mythologische oder weltanschauliche Überlieferung betrachtet werden. Sie dienen ausdrücklich nicht der Abwertung heutiger Menschen, Religionen oder Kulturen.

Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre

1. Oera-Linda-Book / Ura Linda Chronik
Zur direkten Beschäftigung mit Wralda, Frya, Texland, alter Lehre, Burgengesetzen und der umstrittenen Überlieferung.

2. Die Edda — besonders die Völuspa
Zur Vertiefung von Weltentstehung, Weltende, Göttern, Schicksal, Seherinnen und nordischem Weltbild.

3. Tacitus: „Germania“
Als antiker Blick auf germanische Stämme, Religion, Sitten, Recht und heilige Orte.

4. Literatur zu Bonifatius und der Christianisierung
Zur geschichtlichen Einordnung von Mission, heiligen Bäumen, Donareiche und religiösem Wandel in Mitteleuropa.

5. Forschung zu Doggerland
Für Leser, die sich mit versunkenen Landschaften, Nordsee-Geologie und alten Siedlungsräumen beschäftigen möchten.

6. Jürgen Spanuth: „Atlantis“
Als weiterführende, kontrovers diskutierte Deutung zu Helgoland, Nordsee, Altland und Atlantis-Motiven.

7. Religionsgeschichte Europas vor der Christianisierung
Zur Einordnung von Naturheiligtümern, heiligen Quellen, heiligen Bäumen, Sternengöttern und vorchristlichen Kulturen.

8. Symbolgeschichte der Linde
Zur Bedeutung der Linde als Schutzbaum, Gerichtsbaum, Dorflinde, Liebesbaum und heiliges Zeichen im mitteleuropäischen Raum.

schon gelesen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel Empfehlungen

OSTERSONNTAG

Lesedauer 3 Minutenein österlicher Spaziergang zwischen Mythos und Heilkraft

Ankommen im Hier und Jetzt. In unserer Gemeinschaft findest du Raum für Meditation und die Weisheit des Dharma. Gemeinsam gehen wir den achtsamen Schritt in Richtung Erleuchtung.

Abendländische-Buddhisten-Collegium e.V.

Info :