Freyas Gesetze und Himmelsfahrt
Vorwort des Besitzers der Ura-Lindas-Bibel
„Liebe Erben. Unserer lieben Ahnen willen und um unser Freiheitwillen, tausendmal so bitte ich euch, ach ihr Lieben, lasset doch nie das Auge einer Pfaffenkappe über diese Schrift weiden.
Sie sprechen süße Worte, aber sie reißen unmerklich an allem, was uns Friesen (Friesland = Fryas Land) betrifft. Um reiche Pfründe zu gewähren, halten sie zu den Königen.
Diese wissen, dass wir ihre größten Feinde sind, weil wir zu ihren Leuten zu sprechen wagen von Freiheit, Recht und Fürstenpflicht.
Darum lassen sie alles austilgen, was von unseren Ahnen kommt und was da noch verbleibt von unseren Sitten.
Ach ihr Lieben, ich bin bei ihnen am Hofe gewesen. Will Wralda (Ur-Alter, Gott der „Weralt“/ Welt) es dulden und machen wir uns nicht stark, so werden sie uns allesamt noch austilgen!“
Geschrieben zu Ljudwerd, 803 nach der Christen Meinung:
Liko, zugenannt „Ovira Linden“
(über den linden)
Aus dem Buche der Folger Adelas
„Dies stand auf den Wänden der Fryasburg zu Texland (Tex = Zeichen, Insel Texel?) geschrieben; dies steht auch zu Stavia (Stavanger?) und zu Medeasblik:
Es war Fryastag (Freitag) und zur Stund war es sieben mal sieben Jahre her, das Festa als Volksmutter nach Freyas Begehren eingesetzt worden war.
Die Burg Medeasblik (Breidablik der Edda?) war vollendet und eine Maid erkoren.
Nun sollte Festa ihre neue Lampe (heiliges Licht der Erleuchtung) anzünden; und als sie das getan hatte in Anwesenheit des Volkes, da rief Frya von ihrem Wachstern (nach Freyas Himmelsfahrt), so dass es ein jeder es zu hören vermochte:
„Festa, nimm deinen Stift und schreibe die Dinge, die ich nicht sagen konnte.“
Und Festa tat also ihr geboten war.
So sind wir, Fryas Kinder, zu unserer ältesten Geschichte gekommen:
Wralda, Zeit und Irtha
Wralda, der allein gut und ewig ist, macht den Anfang, dann kam die Zeit.
Die Zeit (Kronos) schuf alle Dinge, auch Irtha (Erde).
Irtha gebar alle Gräser und Kräuter, Bäume, all das liebe und all das arge Getier.
Alles was gut und lieblich ist, brachte sie am Tage und alles was übel und arg ist, brachte sie zur Nachtzeit hervor.
Nach dem 12. Julfest (Winter-Sonnenwende) gebar sie drei Maiden:
Lyda (Lydien, alter Name für Afrika?), sie ward aus dem glühenden, Finda wurde aus dem heißen und Freya wurde aus warmen Staube.
Da sie blass kamen, speiste Wralda sie mit seinem Odem (Odin, Od.).
Und Od trat zu sie ein und nun gebar jede 12 Söhne und 12 Töchter, eine jegliche Julzeit zweien.
(Auch in der Wikingerbibel Edda treten die Götter paarweise auf: „es wurden 11 Götter gezählt, als Gott Baldur starb!“).
Davon stammen alle Menschen (Ahnherrn der Menschen?) ab.
Lydas war schwarz, kraushaariger als wie bei den Lämmern; gleich Sterne blinkten ihre Augen (die schwarze Iris reflektiert im weißen Augapfel), ja des Geiervogels Blicke waren machtlos neben den ihren. Von Gesetzen wollte sie nichts wissen: ihre Taten wurden von ihren Leidenschaften geleitet.
Finda war gelb und ihre Haare glichen der Mähne eines Rosses. Sie schrieb tausend Gesetze, doch sie befolgte nicht eines davon.
Sie verabscheut die Guten um ihre Freigiebigkeit, doch den Schmeichlern gab sie sich fasst selber fort. Honigsüß waren ihre Worte, doch dem, der ihre traute, war Unglück nah.
Über alle wollte sie herrschen und ihre Söhne waren ihr gleich; deren Schwestern dienten ihnen und einander schlugen sie (die Söhne) um die Herrschaft tot.
Lichte Freya
Freya war weiß gleich Schnee im Morgenrot und das Blau ihrer Augen überwand das des Regenbogens.
Wie die Strahlen der Mittagssonne glänzten ihre Haare, die so fein waren wie Spinngewebe.
Ihre Speise war Honig und ihr Getränk war Tau, gesammelt aus den Blüten der Blumen.
(d.h.: vegetarische Ernährung).
Das erste, was sie ihre Kinder lehrte, war Selbstzucht; das andere war Liebe zur Tugend; und als sie jährig geworden, da lehrte sie den Wert der Freiheit kennen.
(Anspielung an Odins Brautraub, wo sie ihn erst beim Erlebnis seiner Heilkunst liebte.)
So lehrte sie:
Ohne Freiheit sind alle anderen Tugenden nur gut um euch zu Sklaven zu machen, eure Herkunft zu ewiger Schande.
Milde Freya
Nimmer ließ sie Erz aus der Erde schürfen, um Eigennutz, sondern wenn sie es tat, war es zu jedermanns Nutze.
Glückliche Freya
Als sie ihre Kinder aufgezogen, bis ins siebente Knie (Kuni = Geschlecht), da rief sie alle nach Flyland.
Dort gab sie ihnen ihren Rat und sagte:
„Laßt dieses euren Wegweiser sein, so wird es euch niemals übel ergehen!“
Es erfolgte nun die Entrückung und ihre Himmelfahrt zu ihrem Wachstern, den Abend- und Morgenstern (Venus).
Wie Wraldes See hatte da die erde gebebt, Flylands Boden versank unter den Fluten (Flevo-Meer).
Donner (Thor) brach aus den Wolken und Blitz schiebt am Himmelsraum Wache.
Die Freyas Kinder hatten eine hohe Warf gemacht und darauf eine Burg gebaut an dessen Wänden sie Freys Text schrieben (Text = Zeichen, Leuchtfeuer?) und damit jedermann ihn da finden konnten, hatten sie das Land Texland (Insel Texel?) genannt.
Darum wird es bleiben, solange Erde Irtha ist, heißt es zum Schlusse.
Die 12 Gebote Freyas
Freyas Rat
1.
Heil harret der Freien.
Zuletzt werden sie mich wiedersehen (Prophezeiung der göttlichen Wiederkunft).
Doch nur den allein mag ich als Freie anzuerkennen, der kein Sklave ist eines Anderen, noch seiner eigenen Leidenschgaften.
2.
So wenn die Not arg ist und guter rat und gute tat nichts mehr vermögen, rufe dann den geist Wraldas an.
Aber ihr sollt ihn nicht anrufen, bevor alle Dinge versucht sind.
Doch ich sage Euch: mit Grund und Zeit wird es wahr machen: die Mutlosen werden immer unter ihren eigenen Wesen leiden.
3.
Ihr habt gesehen, wie bald ich Hilfe verlieh, Tut also desgleichen mit euren Nächsten.
Aber zaudert nicht, bis man euch gebeten hat.
Die Leidenden würden euch fluchen, meine Maiden würden eure Namen auslöschen aus dem Buch (der Göttin Saga) und ich würde euch gleich Unbekannten abweisen müssen.
4.
Nehmt niemals kniebeugend Dank von einem Nächsten an: solches gehört dem Geiste Wraldas.
Neid würde euch bekriegen, Weisheit würde euch verlachen und meine Maiden würden euch das Vaterraubes bezichtigen.
5.
Vier Dinge sind zu eurem Nutzen gegeben mit Namen: Luft, Wasser, Land und Feuer.
Aber Wraldi will deren alleiniger Besitzer sein.
(Nicht wie im Mittelalter die Landesherren).
Darum rate ich euch, ihr solltet euch gerechte Männer wählen, die die Arbeit und die Früchte nach recht teilen, so dass niemand frei von Werken und Wehren sei!
6.
So wenn da unter euch einer gefunden wird, der seine eigene Freiheit verkauft, der ist nicht von eurem Volke: er ist ein Horning (Hurrenkind) mit Sklavenblut.
Ich rate euch, das ihr ihn und seine Mutter aus dem Lande treibt.
Sagt das eure Kinder des morgens, des mittags, des abends, bis sie davon träumen des nachts.
7.
Jedweder, der einem anderen seiner Freiheit beraubt und wäre der andere ihm schuldig, muss sich am Kindzaum einer Sklavin führen lassen.
Seine Leiche und die seiner Mutter verbrennt an einem kahlen Ort und vergrabt nachher ihre Assche fünfzig Fuß in die Erde, damit kein Grashalm daraus wachsen möge, denn solches Gras würde euer treueste Getier schaden.
(Die Nutzlosen sollen keinen Nutzen mehr vollbringen).
8.
Greift nie das Volk Lydas noch Findas an.
Wralda würde ihnen helfen, so dass die Gewalt, die von euch ausgehe, auf eure eigenen Häupter wiederkommen würde.
9.
So wenn das möchte geschehen, dass sie von euch rat oder etwas ähnliches wollen, so habt ihr ihnen zu helfen.
Aber kommen sie zu rauben, fallt auf sie nieder gleich wie das blitzende Feuer.
10.
So wenn einer von ihnen eine eurer Töchter zu Weibe begehrt und sie das will, dann sollte ihr ihre Dummheit ihr bedeuten.
Doch will sie dennoch ihren Freier folgen, dass sie dann mit Frieden gehe.
11.
Wollen eure Söhne eine von ihren Töchtern, dann müsst ihr also tun wie mit euren Töchtern.
Doch weder die Eine noch die Anderen dürfen wiederkehren; denn sie würden ausheimische Sitten und Gebräuche mitführen, und sobald dieses bei euch gehuldigt wird, mag ich nicht länger über euch wachen.
12.
Auf meine Maid Festa habe ich alle meine Hoffnung gebaut.
Darum müsset ihr sie zur Ehrenmutter nehmen.
Folgt ihr meinen Rat, dann wird sie fürder meine Maid bleiben und dergleichen alle volkswaltenden Maiden, die ihr folgen; dann wird die Lampe nimmer ausgehen, die ich für euch angezündet habe.
Deren Licht wird dann ewig euer Denk erhellen und ihr werdet ewig frei bleiben von unfreier Gewalt wie eure süßen Ströme von den salzigen Wasser der endlosen See!“
Anmerkung
Die in Klammer gesetzten Wörter sind von uns.
Freyas Gebote sind freundliche Ratschläge eines Matheriachats und ihre Maiden, als Walküren stehen als „weibliche Engel“ im krassen Widerspruch des Patriachat von Moses und Mohammeds.
Ist das etwa der esoterische Grundstein uralter Religions-Kriege?
Sie ergänzen sich völlig mit dem eddischen Rigsmal, wo eine männliche Gottheit die 3 Stände der Schwarzen, Gelben und Weißen einen Adel verschafft.
Die Wikingerbibel EDDA wurde im 12. u. 13. Jahrhundert schriftlich in Island aufgezeichnet, nach der Zwangs-Christianisierung 1000 n.Chr.
Es blieb bis 1643 in der Bischofsbibliothek vor der kirchlichen Bücherverbrennung versteckt, wo es Bryn-Jol-fur Sveinsson entdeckte und in dänischer Obhut gab.
Erst 1772 wurden die Heldenlieder der Edda in deutsch übersetzt.
1851 erfolgte die 1. Übersetzung der Edda durch Karl Simrock, was 16 Jahre später zur Veröffentlichung auch der Friesen-Bibel ermutigte.
Die europaweite Benennung der Wochentage mit den alten Götternamen ist Zeugnis einer vorchristlichen Sternengötter-Religion.
Es gibt auch eine alte Sage von der Ostsee-Insel Rügen, die aus der von Loki zerrissenen Bernsteinkette der Göttin Freya aufgestiegen sei.
– Fortsetzung folgt –
Infobox: Freya, Freiheit und die umstrittene Ura-Linda-Überlieferung
Dieser Beitrag behandelt einen religiös-mythischen Abschnitt der Ura-Linda-Chronik: Wralda, Irtha, Lyda, Finda, Freya, Festa, Texland, das Julrad und die 12 Gebote Freyas.
Im Mittelpunkt steht Freya als Lichtgestalt der Freiheit, Selbstzucht, Hilfeleistung und geistigen Unabhängigkeit. Ihre Gebote werden hier als Gegenbild zu Knechtschaft, Unterwerfung, Besitzdenken und geistiger Bevormundung gelesen.
Wichtiger Hinweis:
Die Ura-Linda-Chronik ist historisch und sprachwissenschaftlich stark umstritten. Manche betrachten sie als friesische Urüberlieferung, andere als spätere Konstruktion. Der Beitrag sollte deshalb als heimatkundlich-spirituelle Deutung gelesen werden, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung.
Redaktioneller Hinweis:
Der Blogbeitrag enthält Passagen mit überholten, wertenden Vorstellungen bezüglich Herkunft, Ethnien, Hautfarben, Religionen und Geschlechterordnungen. Für eine zeitgemäße Einordnung bitten wir zu beachten: Diese Inhalte spiegeln den historischen Kontext ihrer Entstehung wider. Sie sollten nicht zur Abwertung von Menschen oder Kulturen herangezogen, sondern als Teil einer mythologischen, weltanschaulichen oder historischen Überlieferung kritisch reflektiert werden.
Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre
1. Oera-Linda-Book / Ura-Linda-Chronik
Zur direkten Beschäftigung mit Text, Übersetzung, Streit um Echtheit, Frya, Wralda, Texland und Julrad.
2. Literatur zur friesischen Geschichte
Zur Einordnung von Friesland, Küstenkultur, Texel, alten Siedlungsräumen und regionaler Überlieferung.
3. Die Edda — Lieder-Edda und Snorra-Edda
Zur Vertiefung von Freya, Odin, Thor, Walküren, Weltbild, Göttern und nordischer Mythologie.
4. Karl Simrock: Übersetzungen nordischer Mythen
Zur frühen deutschen Rezeption der Edda und ihrer Bedeutung für das 19. Jahrhundert.
5. Forschung zu Matriarchat und Muttergöttinnen
Für Leser, die sich mit Mutterfiguren, weiblichen Gottheiten, Seherinnen und alten Religionsformen beschäftigen möchten.
6. Religionsgeschichte Europas vor der Christianisierung
Zur Einordnung alter Kultplätze, Wochentagsnamen, Sternengötter, Runen und vorchristlicher Glaubensformen.
7. Runenkunde und Symbolgeschichte
Zur Beschäftigung mit Julrad, Zeichen, Schrift, Standschrift, Runschrift und alten Sinnbildern.
8. Kritische Literatur zur Oera-Linda-Chronik
Als Gegenperspektive, um Originaltext, Überlieferung, Übersetzung, Fälschungsdebatte und weltanschauliche Auslegung voneinander zu unterscheiden.






