Verhaltensregeln

Bodhi Svaha! Sadhu!
Buddhistische Verhaltensregeln & Etikette

Die Dreifache Zuflucht (Ti-Sarana)

Die Dreifache Zuflucht (Ti-Sarana)
Jeder praktizierende Buddhist rezitiert morgens und/oder abends die Zufluchtnahme zu den „Drei Juwelen“ (Ti-Ratana):
 
„Zum Buddha nehme ich Zuflucht, zur Lehre (Dharma) nehme ich Zuflucht, zur Gemeinschaft (Sangha) nehme ich Zuflucht.“
  • Buddha: Der Erleuchtete
  • Dharma: Das universelle Gesetz / Die Lehre
  • Sangha: Die Gemeinschaft der Praktizierenden
 

 
Die Zehn Silas (Sittlichkeitsregeln)
Die ethische Grundlage bilden die fünf Übungsregeln für Laien, die oft durch positive Vorsätze ergänzt werden.
Die 5 Silas der Unterlassung (Vermeidung von unheilsamem Karma):
  1. Ich gelobe, kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen.
  2. Ich gelobe, Nicht-Gegebenes nicht zu nehmen (nicht zu stehlen).
  3. Ich gelobe, keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen.
  4. Ich gelobe, nicht zu lügen oder unheilsam zu reden.
  5. Ich gelobe, keine berauschenden Mittel zu konsumieren, die den Geist trüben.
Die 5 positiven Silas (Kultivierung von heilsamem Karma):
6. Leben schützen und erhalten.
7. Großzügigkeit und Almosen üben.
8. Gütige Nächstenliebe (Metta) pflegen.
9. Wahrhaftig und hifreich sprechen.
10. Kranken und Bedürftigen beistehen.
Erweiterte Regeln für Uposatha-Tage (Upasaka-Sila)
An den Uposatha-Tagen (Vollmond, Neumond und Halbmonde) vertiefen Laien ihre Praxis durch drei zusätzliche Enthaltungen:
  • Nachmittagsfasten: Verzicht auf feste Nahrung nach 12:00 Uhr mittags.
  • Verzicht auf Unterhaltung: Keine Musik, Tanz, Filme oder weltliche Ablenkungen.
  • Bescheidenheit: Verzicht auf Kosmetik, Schmuck sowie luxuriöse Schlaf- und Sitzgelegenheiten.
Dana: Die Praxis der Freigiebigkeit
Ein Dana-Werk ist eine Heilshandlung, die Verdienste (Karma) schafft. Je reiner die Absicht und das Ziel der Gabe, desto größer das heilsame Potenzial:
  • Nahrung für Tiere oder Bedürftige spenden.
  • Unterstützung eines Bhikkhus (Mönchs). Da Mönche keine Besitztümer anhäufen, ist die Gemeinschaft auf Gaben (Nahrung, Kleidung, Medizin) angewiesen.
Regeln für Gaben an Bhikkhus:
  • Ein Bhikkhu darf eine Frau nicht direkt berühren; Gaben werden oft so gereicht, dass kein direkter Hautkontakt entsteht.
  • Es dürfen nur nützliche Dinge (Nahrung, Kleidung) gespendet werden.
  • Ein Bhikkhu bittet nicht aktiv um Gaben, sondern nimmt sie schweigend entgegen.
Tempel-Etikette & Verhalten
Um die spirituelle Atmosphäre zu wahren, bitten wir um Beachtung folgender Regeln:
  • Schuhe: Diese werden grundsätzlich vor dem Betreten des Tempels ausgezogen.
  • Körperhaltung: Die Füße gelten als unrein. Zeigen Sie niemals mit den Fußsohlen auf eine Buddha-Statue oder einen Mönch. Sitzen Sie stattdessen im Schneidersitz oder mit untergeschlagenen Beinen.
  • Almosengang: Bei der Essensausgabe bilden die Gläubigen eine Gasse. Speisen werden schweigend in die Bettelschale gelegt.
  • Respekt gegenüber Symbolen: Treten Sie niemals auf Münzen oder Bilder, die heilige oder staatliche Persönlichkeiten darstellen.
Die Grußformel:
Der Gruß erfolgt mit aneinandergelegten Handflächen vor der Brust oder Stirn (Anjali), begleitet von einer leichten Verneigung und dem Wort „Namaste“ oder der Verehrungsformel:
 
„Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa“
(Ehre dem Erhabenen, dem Heiligen, dem vollkommen Erleuchteten.)
Alle Rezitationen enden traditionell mit dem Wort „Sadhu“ (in etwa: „Heilsam“ oder „So sei es“), vergleichbar mit dem „Amen“.
 

Möge unser gemeinsames Handeln zur Förderung von Frieden, Harmonie und spirituellem Wachstum beitragen. Sadhu.

Ankommen im Hier und Jetzt. In unserer Gemeinschaft findest du Raum für Meditation und die Weisheit des Dharma. Gemeinsam gehen wir den achtsamen Schritt in Richtung Erleuchtung.

Abendländische-Buddhisten-Collegium e.V.

Info :