gegen das Rituelle und Töten und Tier-Opfer
So habe ich gehört
Einst weilte der Erhabene in Rajagaha, im Mangohain des Jivaka Komarabhaka.
Jener Hausherr begab sich zum Erleuchteten, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitlich neben ihn. Darauf sprach er diese Worte:
„Ich hörte, o Herr, dass um des Büßers Gotama (dem Buddha) willen Leben genommen wird. Dieses zu solchen Zwecken zubereitete Fleisch genießt der Büßer Gotama wissentlich.
Entspricht das dem Sinn seiner Lehre? Und gelangen diejenigen, die sie befolgen, dadurch nicht in eine tadelnswerte Stellung?“
Hierauf erwiderte der Erleuchtete wahrheitsgemäß:
„Diejenigen, Jivaka, die so sprechen, sind keine glaubwürdigen Zeugnisableger für mich. Sie berufen sich fälschlich auf mich, ohne dass ein Grund dazu vorliegt.
In drei Fällen, Jivaka, sage ich, ist Fleisch zu genießen:
- Wenn man es nicht sieht,
- wenn man nichts davon hört,
- wenn man es nicht argwöhnt.
Ansonsten ist Fleisch abzulehnen, als würde man in einer goldenen Schale giftige Schlangen serviert bekommen.“
(Auszug nach der Jivaka-Sutta)
(Anm.: der Buddha war Vegetarier wie heute noch die Bikhuns in Tai-Wan es sind. Aber auch aus gesundheitlichen Bedenken werden den Bikhuns und den Bikhunis heute vom Sangha, der Mönchsgemeinde als Buddhas Nachfolger, Fleichkost erlaubt, wenn dadurch nicht für sie ein Tier extra geschlachtet wurde.)

Weiterführende Quellen
- Das Leben des Buddha – Eine Einführung von H. Oldenberg (Reclam Verlag, 2015)
- Theravāda-Buddhismus: Ursprung und Ethik (Cambridge University Press, 2018)
- Die Lehrreden des Buddha (Majjhima Nikaya, Sutta Nr. 55)
- Ethik im Buddhismus – Verantwortung und Mitgefühl (Springer Verlag, 2013)
- Jivaka: Die medizinischen und spirituellen Hintergründe (Indological Studies, 2020)
- Buddhas Weisheit in der modernen Welt von T. Thera (Oxford University Press, 2019)
- Tierschutz im Buddhismus (Journal of Asian Ethics, 2016)
- Ethisches Handeln und die Lehre des Mitgefühls (Lotus Verlag, 2017)