Entstehung der Religionen Legende Nr.7

Titelbild mit Hilfe von KI erstellt
Ursprung der Religionen - Eine kosmische Betrachtung

So habe ich gehört:

Einstmals weilte der Erhabene im königlichen Rasthaus auf der Straße zwischen Rājagaha und Nālanda mit einem großen Saṅgha (Mönchsgemeinde). Da sprach der Erhabene diese Sutta (Lehrrede) wie folgt:

Es ist so, dass hin und wieder, nach Ablauf langer Zeiträume (Kalpa, Kappa), diese Welt zusammenschrumpft. Dann schrumpfen gemeinhin die Geistwesen zu Strahlenden (Sonnen- oder Astralgötter). Diese Wesen nähren sich von Freude, sind selbstleuchtend, durchwandeln das Firmament (Planetengötter), sind von großer Schönheit, und bestehen lange Zeit.

Nach Ablauf langer Zeiträume erblüht diese Welt. Dann öffnet sich ein leerer Himmel (Brahma-Loka). Durch Schwund der Lebensdauer oder Verdienste – auch Götter haben Aufgaben! – fällt ein Genius aus der Gemeinschaft der Strahlenden und taucht im leeren Himmel auf. Wenn dieses Geistwesen nach langer Einsamkeit von Überdruss, Unruhe und Unbehagen befallen wird, wünscht es sich Gesellschaft. Dann tauchen aus gleichen Gründen Gefährten aus der Gemeinschaft der Strahlenden in seiner Nähe auf.

Da spricht das erste Geistwesen:

„Ich bin der große Weltgott, der Allüberwinder, der Wirker, Schöpfer, Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und des Werdenden! Von mir sind diese Wesen erschaffen, da ich aufgrund meines geistigen Sehnens diese Geistwesen in meine Nähe zog.“

Die später aufgetauchten Wesen erkennen seine Stellung an, da sie wussten, dass er vor ihnen war und sie selbst erst nachher erschienen.

Möglich ist es, dass eines jener Wesen aus der Gemeinschaft fällt und in diese Welt gelangt. Auf Erden kann es sich durch hingebendes Streben, Sinnen, Sammeln und Büßen der früheren Stätten erinnern. Andere, die ebenfalls zur Erde gesunken sind, leben eine trägere Lebensweise und erinnern sich nicht mehr. So entstehen ganz unterschiedliche Auffassungen vom Dasein.

So gibt es auch Gottheiten der Spielverderbten. Sie leben in ungebührlicher Weise dem Lachen, Spiel und Vergnügen hingegeben, wodurch sich ihre Achtsamkeit verwirrt und sie schneller aus ihrer Gemeinschaft fallen. Wenn eines dieser Wesen in unsere Welt eintaucht und besinnlich wird, kann es zur Vorstellung eines himmlischen Lustgartens gelangen, basierend auf Erinnerungsfragmenten.

Ähnlich kommen Wesen aus der Gemeinschaft der Unbewusst-Wesen in unsere Welt zur Vorstellung des Bewusstwerdens und glauben an eine urzeugungsentstandene Welt, während andere nicht daran glauben. So entstanden auf Erden die unterschiedlichen Lehrsysteme

Achtsamkeitsübung: Verbundenheit im Dasein spüren
  1. Betrachte den Himmel: Suche dir einen ruhigen Platz, wo du den Himmel sehen kannst. Beobachte die Weite und stelle dir vor, wie die Energien des Universums miteinander verbunden sind.

  2. Verbinde dich mit deinem Ursprung: Denke daran, dass alles Leben aus derselben Quelle stammt. Atme tief ein und aus, während du diese Vorstellung im Geist behältst.

  3. Erkenne die Vielfalt: Sage dir innerlich: „So wie es viele Sterne am Himmel gibt, gibt es viele Wege und Lehren, die zur Wahrheit führen.“

  4. Teile Mitgefühl: Stelle dir vor, dass jeder Gedanke der Verbundenheit anderen Wesen Frieden bringt.

Quellenangaben
  • Theravāda-Kanon, Samyutta-Nikaya, Sutta zu kosmischen Zyklen

  • Bhikkhu Bodhi (2012): „The Connected Discourses of the Buddha“, Wisdom Publications

  • „Kalpa“ und „Kappa“ in buddhistischen Schriften, Encyclopaedia of Buddhism

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