Jenseitsort, am Fluss unendlichen Leidens

Vision, Lebensrückschau und das Mitleid als karmische Erkenntnis

Ich begab mich mittels einer esoterischen Technik, in einer nächtlichen Transformation, wo ich am Rande der universalen Wahrnehmbarkeit den Fluss der Tränen erreichte, wie ich ihn selber nannte.

Ein Ort inmitten des tiefen, schwarzen Schweigens, voller Jammer, Seufzen, Klagen, wehmütigen Schmerzens, Bedauerns, Weinens, Bereuens, Schluchzens, und Wimmerns. Diesen Ort der Hölle gibt es ohne symbolische Ausdrucksformen also doch!

Es ist so, als würden heiße, kalte und warmen Quellen das Jenseits durchfließen die angenehm oder abstoßend sind. Es sind freilich nur negative, neutrale und positive Wellen der Quantenwelt. Aber unsere elektromagnetische Gehirnwellen sind solche Strömungen, die von Emotionen aufgepeitscht werden. Sie wogen durch das ganze Universum als Erinnerung.

Ähnlich wie noch heute die Geräusche des letzten Seekrieges durch die Ozeane von Kontinentküste zur Kontinentküste schwingen. Das wurde wissenschaftlich nachweisbar so gemessen.

Ich erwachte am nächsten Morgen tief traumatisiert von diesem Erlebnis und vermochte es nicht in Worte zu fassen. Eigentlich reichte mein hier gegebener Wortschatz, über den die schöne deutsche Sprache doch so vorbildlich verfügt, nicht aus, um das Erlebte gefühlsnah zu beschreiben. Ich empfand keine Motivation zu reden, gemäß dem ungeschriebenen Gesetz der Mystik.

Schaut euch die Bilder des Tannenbaums vom letzten Weihnachtsfest an, die Feierlichkeit kann nicht abgelichtet werden!

Ich gab keine Antwort über meinen Zustand und ließ geschehen, dass meine besorgte Frau verzweifelt zum Telefon griff und unseren ältesten Sohn ihre Sorge mitteilte, dass ich möglicherweise einen Schlaganfall erlitten hätte. Sie hielt mir den Telefonhörer vor den Mund und ich hörte die entsetzten Papa-Rufe meines Sohnes regungslos.

Es währte einige Zeit, als ich der ängstlichen Familienversammlung mein Traumerlebnis schildern konnte. Es war mir wie Goethes Zauberlehrling ergangen, als ich mit einem veränderten Mantra chantete.

Heute, wo ich vor dem Bild meiner verstorbenen Ehefrau, die schöne Vergangenheit in Tränen ertränke, erinnerte ich mich jenes Traumerlebnisses und begreife, dass ich damals meine eigene Trauer sah und ihre negativen Folgen in Nähe, sonst so friedlichem Jenseits, wo die Seelen Erholung schöpfen zwischen den groben Wiedergeburten.

Moderne Sterbeforscher sprechen in meinem Falle von einer vorweg genommenen LEBENSRÜCKSCHAU. Damit entmythisierten sie den Tod, der nicht das Ende gelebter Konsequenzen darstellt. Sie zeigten einen Zustand des Sterbenden oder Verstorbenen, in welchem er den Schmerz empfindet, den er zu Lebzeiten bei allen Anderen Menschen ausgelöst hatte. Den Schmerz den z.B. Mutter, Kind oder Ehefrau während des Weinens über sein Verhalten empfunden hatten. Alles Leiden aus Sicht der Personen, die von ihm berührt wurden.

Diese Lebensrückschau wäre für einem Sterbenden von Natur aus sinnlos, wenn die so gelernte Lektion nicht in einem nachfolgenden Leben nützlich wäre. Gleich so fühlte ich aus der Perspektive des Anderen in jener Nacht am Fluss der Schmerzen der gesamten Menschheit.

Buddha nannte diese Busse „caruna“ (absolutes Mitleid). Laut Bibel steht indessen „das Lamm Gottes“ ( Jesus ) am Höllentor und schaut die Leiden der Sünder zu.

Hätten alle Christen, die vor dem Bilde des am Kreuz gemarterten Jesus sühnen, schon im ganzen Mittelalter so empfunden, währen nicht die vielen unschuldige Frauen als Hexen und Ketzer lebendig auf dem Marktplätzen verbrannt, sondern die Täter aus der Kirchen-Hierarchie.

 

Leserfrage

Ist Mitleid eine bloße Emotion – oder eine tiefe Erkenntnis, die uns mit den Folgen unseres Handelns konfrontiert?

Literaturtipps
  • Raymond Moody – Leben nach dem Tod

  • Pim van Lommel – Endloses Bewusstsein

  • Elisabeth Kübler-Ross – Interviews mit Sterbenden

  • Buddhistische Texte zum Thema Karuna (z.B. Metta- und Karuna-Sutta)

  • C.G. Jung – Erinnerungen, Träume, Gedanken

Allgemeine Anmerkung zu unseren Literaturtipps

Unsere Literaturhinweise sollen den Leserinnen und Lesern eine Orientierung bieten und unterschiedliche Blickwinkel auf die behandelten Themen ermöglichen. Dazu zählen sowohl klassische wissenschaftliche Werke als auch kulturhistorische, spirituelle oder interpretative Texte.

Nicht jede empfohlene Quelle entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. Einige Titel bieten vielmehr alternative Sichtweisen, mythologische Deutungen oder persönliche Interpretationen der jeweiligen Autoren. Wir laden unsere Leser bewusst dazu ein, sich eigenständig ein Bild zu machen, kritisch zu vergleichen und bei Interesse auch auf wissenschaftlich gesicherte Fachliteratur zurückzugreifen.

Die Auswahl der Literatur soll daher als Anregung verstanden werden, nicht als abschließender Maßstab. Wir empfehlen, verschiedene Quellen heranzuziehen, Fragen zu stellen und das eigene Verständnis kontinuierlich zu erweitern.

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