Das Leiden der Gutmenschen

Ein ruhiger Wald im Abendlicht, ein kleiner buddhistischer Tempel verborgen zwischen den Bäumen, in dem sanftes Kerzenlicht durch die Fenster leuchtet. Im Vordergrund sitzt eine meditierende Figur, die tief in Gedanken versunken ist, umgeben von Schatten und warmem Licht, das den Weg in die Stille und Erleuchtung symbolisiert.
Bild passend zum Blogbeitrag durch KI erstellt am 27.10.2024
Karma und die Kunst des Loslassens – Erkenntnisse über Leid und Mitgefühl

Ein Gutmensch, ein gerechter König namens Sattwar, besuchte einst mit einer kleinen Begleitung einen abgelegenen Teil seines Reiches. Dort wurde er in einem Wald von Räubern überfallen, wobei alle seine Begleiter getötet wurden. Ihn selbst traf ein Schlag am Kopf, woraufhin er benommen zu Boden fiel und von den Räubern für tot gehalten wurde. Erst in der Dämmerung entdeckte ihn ein vorbeikommender Mönch und brachte ihn in sein Kloster.

Als König Sattwar, gut versorgt, im Kloster zu sich kam, bedankte er sich beim Abt für seine Rettung und fragte ihn, warum ihm dieses Unheil widerfahren konnte, obwohl er doch ein tugendhaftes Leben führt. Der Abt antwortete ihm: „Unser Leben wird vom Gesetz des Karmas bestimmt, das nicht nur unsere gegenwärtigen Handlungen umfasst, sondern auch unsere vergangenen Taten mit einbezieht. Karma ist kein System von Belohnungen und Bestrafungen, das von einer externen Gottheit verhängt wird. Es ist das in der Natur immanent vorhandene Gesetz von Ursache und Wirkung. Jede Handlung, ob gut oder schlecht, hat Konsequenzen, die sich in diesem oder einem künftigen Leben zeigen können. Manchmal ist das Leiden, das wir erfahren, das Ergebnis vergangener Taten und bietet uns eine Gelegenheit zum Wachstum und zur Reinigung.“

König Sattwar begann, das Leiden in einem anderen Licht zu sehen. Er verstand, inmitten der Not das Leiden zu transzendieren, was ihn auf den Pfad zur Erleuchtung führte. Leiden ist ein inhärenter Bestandteil der Existenz. Gutmenschen können Schwierigkeiten erfahren – nicht als Strafe, sondern als Gelegenheit, um tieferes Verständnis für das Leben zu gewinnen. Ohne das eigene Leid wäre selbst Buddha nicht zur Erleuchtung gelangt.

Nur wer Leid erduldet, versteht Leid und kann Mitgefühl kultivieren. Zum Abschied fragte der König den Abt, wie man es schafft, von den Prüfungen des Lebens nicht entmutigt zu werden. Der Abt Sumana sagte daraufhin: „Achtsamkeit und Bewusstsein sind die Fundamente eines resilienten Geistes. Wenn wir in jedem Augenblick gegenwärtig sind, können wir unsere Gedanken und Gefühle beobachten, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Tägliches Meditieren hilft uns, stets geerdet zu bleiben. Das führt zu Akzeptanz und Loslassen. Widerstand jedoch verstärkt nur das empfundene Leiden.“

Achtsamkeitsübung:

Setze dich an einen ruhigen Ort und atme tief durch. Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und lass dich in den Moment sinken. Visualisiere eine Situation, in der du Leid oder Enttäuschung empfunden hast. Betrachte dieses Gefühl als eine Wolke, die am Himmel vorbeizieht. Erkenne es an, ohne dich an es zu klammern. Erlaube dir, es loszulassen und Raum für Mitgefühl zu schaffen – für dich selbst und für andere, die ähnliches erfahren haben. Wiederhole diese Übung täglich für mehr innere Ruhe und Akzeptanz.

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