Zwischen Kriegserfahrung, Glaubenszweifel und spiritueller Sinnsuche
Als auf das friedliche Städtchen Krefeld die tödlichen Bomben der Siegermächte regneten, flüchteten viele fromme Christen in ihren Gotteshäusern, die noch Jahrzehnte danach in Trümmer lagen. Das war, als mein Bruder und ich vom Opa aufs Land gerettet wurden und so das flammende Inferno überlebten.
Zur Einschulung fragte ich meinen Vater, warum Gott nicht die Gebete dieser Massenopfer in seinem Gotteshaus gerettet hätte. Mein Vater, der sein Bein im Krieg verloren hatte, antwortete achselzuckend:
„Wenn es diesen Gott gibt, hätte er das schon gemacht. Wenn er das nicht kann und wenn er es nicht will, ist es auch kein Gott! Du kannst entscheiden, ob du jetzt Religionsunterricht in der Schule beiwohnen möchtest!“
Ich wollte Freidenker wie meine Eltern sein.
Als die Schulkinder vom Religionsunterricht kamen und ich meine Hausaufgaben in der Zeit gemacht hatte, meinten sie verbissen, dass Heiden nicht im Himmel oder auf einen Friedhof kommen und anstelle von Kirchensteuer eine Kultursteuer zahlen müssen. Da wusste ich, dass sie nicht die Wahrheit sagten.
Als ich Geburtstag feierte, feierten sie ihren Namenstag, der auf irgendeinem Kalenderblatt gedruckt wurde. Sie nannten ihr Kirchenoberhaupt und Religionslehrer „Vater“ und hatten Väter (Paten) als schützende Familienmitglieder. Das befremdete mich ebenso, wie wenn sie freitags nur Fisch essen durften.
Zahlen & Fakten:
- Tote: Insgesamt starben allein beim Großangriff im Juni 1943 1.036 Menschen.
- Verletzte: Über 9.300 Personen erlitten Verletzungen.
- Obdachlose: Rund 72.600 Einwohner verloren ihr Zuhause.
- Verschüttete: 1.045 Menschen wurden in Trümmern eingeschlossen; 832 davon starben in Luftschutzräumen.
- Wohnungen: Etwa 19.600 Wohnungen waren komplett vernichtet.
- Gebäudestatus: 6.229 Gebäude waren völlig zerstört, weitere 6.920 schwer bis mittelschwer beschädigt. Nur etwa 3 % der Innenstadt blieben unversehrt.
- Kirchen: 9 Kirchen wurden zerstört oder schwer beschädigt (darunter die Alte Kirche, St. Dionysius und St. Stephan).
- Krankenhäuser: 3 Krankenhäuser und Pflegeanstalten wurden getroffen.
- Schulen: 19 Schulen wurden dem Erdboden gleichgemacht.
- Kultur & Verwaltung: Das Rathaus, das Stadttheater sowie zahlreiche historische Seidenmanufakturen wurden schwer getroffen.
Später lernte ich auf der Arbeit ganz fromme Christen kennen, die in der Mitgliederversammlung auf ihren Stühlen sitzenblieben, statt sich für eine Minute vor den verstorbenen Kollegen gedenkend zu erheben. Auf meine späteren Fragen hin sagten sie, „Zeugen Jehovas“ zu sein und keine Toten, sondern nur Gott zu verehren.
Als ich meinen Vater einmal gefragt hatte, wie es ist, wenn man tot wäre, antwortete er:
„Genauso wie vor deinem Leben! War das ein schlechter Zustand?“
Mein Opa aus Ostpreußen und meine Oma aus Schlesien erzählten mir als Kind schon immer viele Spukgeschichten, so dass ein Rest auch von diesem Gedankengut an mir hängen blieb. Je älter ich wurde, umso neugieriger suchte ich im weiten Staatsfeld der Esoterik, da die Kirche für mich unglaubwürdig erschien.
Am guten Ende erkannte ich, dass der Buddhismus mit seinem Heilsziel des Erlöschens wie eine ausgeblasene Kerze, den Zustand der Freidenker am nächsten kommt. Wenn die Freidenker aber Recht haben und ich keine Sorgen und Schmerzen erleiden kann, hätte ich Nirwana ja dennoch erreicht.
Der Bibelgott hingegen, so las ich neugierig, grenzt ganze Völker aus und will die Menschheit etappenweise ausrotten bis auf eine Handvoll total sich ihm Ergebener. Buddha aber enthält sich vollkommen des Raubens von irgendwelchem Leben. Wenn er ein Gott wäre, bräuchte ich ihn auch nicht fürchten.
Durch diese Gedanken beflügelt, genoss ich im heiratsfähigen Alter den Zustand einer geistigen Reinigung und genehmigte mir auch zeitweise Ausstände, um dann wieder am verlassenen Wegweiser zurückzukehren.
Bis an einen solchen Wegweiser meine zukünftige Frau mit erhobenem Daumen stand und im Ehe-Nachen einstieg. Wir flogen nicht durch die Wolken, sondern schipperten um die Klippen unseres Lebens.
Unser Schifflein hatte einen Kompass der Welterkenntnis, der nur in drei Richtungen zeigte:
Nichts geschieht durch Zufall!
Nichts ist genau so, wie es ausschaut!
Alles ist miteinander irgendwie verbunden!
Dieser Kompass führte uns zu guten Häfen, wo wir Realitäten erkannten, die andere nicht wahrnahmen: die Physik der Quanten, der unsichtbaren Welten, wo kosmisches Bewusstsein herrscht und die Verstorbenen weiterleben in einer anderen Schicht der Realität, einer Parallelwelt, die nicht statisch ist, sondern wo die Seelen noch weiter lernen.
Ohne dem wären ihre Erdenerkenntnisse, ihre Moral, ihre Höherentwicklung auch sinnlos gewesen. Die Bedürfnisse der Verstorbenen bleiben weiterhin moralisch, sozial und anteilsvoll. Ihre neue Umgebung engt in der grobmateriellen Welt ihre Handlungen und Möglichkeiten ein.
Tausend Jahre Kirchenlehre achteten darauf, dass nicht unsere liebsten Verstorbenen im Fokus stehen, sondern die Kirchenheiligen, welche wir noch nie kannten, und ein politischer Rebell, den römische Besatzungsmächte vor 2000 Jahren einstmals kreuzigten.
Der selber die Wiedergeburt lehrte und durch Paulus (10–64 n. Chr.) zum Gott und dessen Anhänger zu „geistigen Juden“ erklärt wurden, als solche vor der Menschheitsvernichtung errettet.
Aber die Toten liegen nicht bis zum „Jüngsten Gericht“ in ihren Gräbern, um dann ewigen Himmel oder ewige Hölle zu erleben. Unsere lieben Verstorbenen suchen uns in unseren Wohnungen, ihrem letzten Zuhause, wieder auf. Sie beobachten und achten auf uns und sprechen zu uns, was wir als unsere Gedanken oft empfinden.
Ihre Präsenz ist fühlbar, sie trösten uns in unserer Trauer und geben uns heimliche Zeichen, Schriften, Zitate, Entdeckungen, Hinweise, die kein Zufall sind.
So wie die Fledermäuse durch Echos sich aus Schallwellen ein Bild von der Welt machen, so können wir den Toten helfen mitzuteilen, wie wir die Farben und Formen erleben. Sie danken es uns mit Inspiration.
- Das Abstreifen: Streiche mit den Händen deinen „Strahlenleib“ (Aura) von Kopf bis Fuß ab. Halte dabei einen Abstand von etwa 10 cm zum Körper.
- Das Loslassen: Schüttle deine Hände danach locker aus, als würdest du Wassertropfen abschütteln. Damit wirfst du die energetischen Anhaftungen ab, die du im Alltag – etwa beim Einkaufen oder bei der Arbeit – unbewusst aufgenommen hast.
- Klangarbeit: Nutze die Vibration einer Klangschale, um deine Wohnung zu reinigen.
- Das Resonanzprinzip: Man kann sich das wie bei zwei Stimmgabeln vorstellen: Ist eine auf die heilende Frequenz von 432 Hz eingestimmt und wird angeschlagen, beginnt die zweite Stimmgabel im Raum von selbst mitzuschwingen. Durch die Reinigung deines Raumes erhöhst du die Frequenz und schaffst die Basis für den Austausch.
- Energie erzeugen: Zünde eine Kerze an. Reibe deine Handflächen kräftig gegeneinander, bis sie heiß werden.
- Der Austausch: Durch diesen Effekt lädst du deine Bioelektrizität auf. Wir alle kennen diesen Effekt im Kleinen, wenn wir einen „elektrischen Schlag“ am Einkaufswagen bekommen. Sende diese „abgeriebenen Elektronen“ gedanklich als Energiegruß an die Verstorbenen.
- Visualisierung: Schließe die Augen und stelle dir die geliebte Person vor deinem inneren Auge vor. Sieh sie in ein helles, warmes Licht eingehüllt.
- Zwiegespräch: Sprich leise oder in Gedanken zu ihr. Erzähle alles, was dich bewegt. Diese bewusste Hinwendung festigt das Band zwischen den Welten und lässt die Verbindung über den Tod hinaus lebendig bleiben.
Dasselbe geschieht mit einer lieben Verstorbenen, deren Seelenschwingung auf 432 Hz eingestellt ist. So empfängt der Hinterbliebene mit einer gleichen Frequenz eine sehr tiefe Resonanz.
Persönlich benötige ich nur das „Daily Theravada Buddhist Chanting“ aus dem Internet (recited by Bhante Indarathana) zur geistigen Reinigung und Lichtarbeit.
Im Übrigen: Wenn Kleinkinder zahnen, massieren sie ihr Zahnfleisch instinktiv mit Wehlauten im entsprechenden Schwingungsbereich.
Leserfrage
Wenn religiöse Gewissheiten im Angesicht von Krieg, Leid und Verlust zerbrechen – worauf gründet sich dann Ihr persönlicher Halt: auf Glauben, Vernunft, spirituelle Erfahrung oder auf Mitmenschlichkeit?
Buddhistisches Schlussfazit
Aus buddhistischer Sicht ist Leid (Dukkha) kein Beweis gegen oder für einen Gott, sondern eine Grundtatsache der bedingten Existenz. Krieg, Verlust und Tod offenbaren die Vergänglichkeit (Anicca) aller Dinge.
Die Antwort liegt nicht im Vorwurf an eine höhere Macht, sondern im Erwachen des Mitgefühls (Karuna) und in der Einsicht, dass Hass niemals durch Hass endet, sondern allein durch Nicht-Hass.
Wer Leid erfahren hat, steht an einer Weggabelung:
Er kann verhärten – oder er kann verstehen.
Im Sinne des Theravada-Buddhismus führt die heilsame Betrachtung von Vergänglichkeit und Nicht-Selbst (Anatta) nicht in Verzweiflung, sondern in innere Freiheit.
So wird aus der Erfahrung der Zerstörung kein religiöser Fanatismus, sondern eine stille Erkenntnis:
Alles Bedingte vergeht – doch Mitgefühl und Weisheit können wachsen.

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