Die unsterbliche Vergangenheit

Auf den Spuren der Zeit

Wie Quantenphysik, antike Mythen und persönliche Erfahrungen zeigen, dass nichts wirklich vergeht

In der Wikingerfibel EDDA wachen seit Anfang der Welt die drei Nornen mit ihren Spinnrocken und weben den menschlichen Lebensfaden; wenn er zerreißt, stirbt der betreffende Mensch. Der Name Nornen kommt vom Geräusch der Spindel „schnurren“. Bei den alten Griechen heißen diese Schicksalsweiber Moiren mit Namen Klotho, Lachesis und Atropos. Bei unseren germanischen Vorfahren heißen sie Urd (Alter), Werdandi (Werde-Geist) und Skuld (das Kommende). Es ist die Mutter Gegenwart mit ihren Töchtern Vergangenheit und Zukunft.

Ich bat meine kürzlich verstorbene Frau, mir geistig mitzuteilen, wie ihre feinstoffliche Welt beschaffen sei, und sie sandte mir Zeichen und Gedanken, die mir nächtlich überkamen und aus dem Bette an den Computer zum Aufschreiben trieben. Jenseitige, die von deinem Drang zur Philosophie und Forschung wissen, finden immer einen bequemen Weg, dich zu unterstützen. Du sinnierst über ein gewisses Rätsel/Problem und schon findest du eine Antwort in Form von Hinweisen aus zeitgerechten Nachrichten, Artikeln, Vorträgen oder Buchseiten. Oft kommen dir Einfälle zur unmöglichsten Zeit aus dem kosmischen Bewusstsein.

Ich stellte im Halbschlaf fest, dass der gute chinesische Lehrer Laotse (Laozi) in seinem 300 vor Christi geschriebenen Büchlein „Tao te king“ recht hat mit seinem Dualismus aus den Gegensätzen von Licht und Dunkelheit, Leben und Tod, Yin (weiblich) und Yang (männlich), Plus und Minus, Einatmen und Ausatmen, Ausdehnen und Zusammenziehen, Diesseits und Jenseits, Göttern und Dämonen… Auf unsere Erdenzeit bezogen verwandelt sich die Gegenwart mit jedem Atemzug wieder in die Vergangenheit, weil ja die Zukunft momentan noch nicht existiert. Aus diesem Grunde ist es zu verstehen, warum es für uns sehr wichtig ist, die wirkliche Vergangenheit so weit wie nur möglich zu verstehen und zu ergründen.

Hierzu sind religiöse und politische Hindernisse zu überwinden. Eine plutokratische Klasse der Eliten bangt um mögliche Verluste ihrer Einflussnahmen. Unser Collegium unternimmt dennoch ungehindert weiter die vielen Ausflüge in unsere Vergangenheit. Jeder Mensch schreibt seine eigene Biographie und alte Seelen erinnern sich an viele vorgeburtliche Erlebnisse, die sie als Romane dann zu Papier bringen. Am authentischsten sind dabei historische Berichte und Epen. Der gute alte griechische Philosoph Platon (427–347 v. Chr.) sprach von einer Welt der Potentiale, aus denen Möglichkeiten kurzzeitig oder auch langzeitig in die Welt der Aktualität aufsteigen, und sein Philosoph Sokrates (470–399 v. Chr.) lehrte, dass all unser Wissen nur aus Erinnerungen aus unseren vorherigen Leben stammen. Wie die alten Kelten und Germanen glaubten auch die alten Griechen an die Lehre der Wiedergeburt, spätestens durch die Sendboten des Buddhas (623–543 v. Chr.).

Seit Albert Einstein (1879–1955) wissen wir, dass die Gravitation (Anziehungskraft von Massenkörpern) den Weltraum krümmt und ebenso das Licht, dessen Wellen durch die Gravitation gebeugt wird. Wir lernten von Einsteins Relativitäts-Theorie auch, dass die Zeit, von der wir Eingangs sprachen, ebenso relativ (unscharf) ist. Er gab das Gleichnis von einem Zug, über welchem ein Blitz aufzuckt. Wenn zwei Beobachter von zwei unterschiedlichen Standorten dieses wahrnehmen, können sie zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkte dasselbe Ereignis erlebt haben. So etwas nannte er die Zeitrelation und kam so zur Raumzeit, weil die Beobachtung von zwei unterschiedlich schnell fahrenden Reisenden relativ aufgenommen wird.

Wenn zwei Atomuhren, eine auf der Erde und die andere im Flugzeug stationiert wurden und dann bei Landung des Flugzeuges miteinander verglichen werden, können messbare Zeitdifferenzen nachgewiesen werden. Die Atomuhr im Flugzeug war einer niedrigeren Erdanziehung ausgesetzt. Die Zeit verläuft also nicht gleich und immer anders an unterschiedlichen Punkten im Weltraum. Außerhalb unserer Erde fallen sogar Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander, was die Buddhisten während der Meditation zu Wahrnehmungen befähigt, in Vergangenheit und Zukunft zu blicken. Daher erzählte der Buddha seinem Jünger Ananda auch so vieles aus der Vergangenheit von Ortschaften, die sie soeben aufsuchten.

Mit dem Physiker Max Planck (1858–1947) begann das Zeitalter der Quantenphysik. In der grobstofflichen Welt benötigt die Materie einen Raum, worin sie existiert. Kein Atom kann den Platz eines anderen Atoms einnehmen. Jedes Atom strahlt ein abstoßendes Kraftfeld aus, weshalb die Atome meines Daumens und Zeigefingers nie die Atome meines Kugelschreibers berühren können. Man spürt lediglich das Strahlenfeld. Bei Betrachtung meiner Träume (die großen Nobelpreisträger wie Nils Bohr, Siemens u.s.w. schöpften ihre Erfindungen aus ihren Träumen!) fiel mir auf ihre häufig unrealistischen, unlogischen Inhalte. Dann kam mir der Gedanke, dass dieses Momente aus der Quantenwelt sein können, denn dort gelten viele unserer bekannten Naturgesetze einfach nicht mehr.

Quantenteilchen verschränken sich und reagieren sofort völlig synchron ohne Hinderungen durch Raum und Zeit! Dort können sich Quantenteilchen tatsächlich gleichzeitig am selben Platz befinden! Quantenteilchen entscheiden sich durch Beobachtung eines Physikers zu Gestaltenwechsel! Das Licht kann sowohl Form einer Welle oder eines Körpers einnehmen. Und in jedem noch so winzigen Teilchen können wir Wahrnehmungen (Kosmisches Bewusstsein) nachweisen, und somit Information in unterschiedlichen Mengen.

Das Licht fliegt mit 300.000 km pro Sekunde durchs Weltall. Sterne sind Lichtjahre von uns entfernt. Würden wir einen Stern, nur ein Lichtjahr entfernt von uns, explodieren sehen, so würde dessen Licht 9,46528 Billionen Kilometer zurücklegen, bis es nach einem Jahr in unsere Augenlinsen trifft. Wir schauen also in die Vergangenheit.

Wenn Bewusstsein schon nicht sterben kann, weil es ein kosmisches Bewusstsein ist und kein Gehirnprodukt, so ist die Zeit, insbesondere die Vergangenheit ebenso unsterblich! Sie existiert einfach nur an einem anderen Ort. Das kennen wir schon von den Dimensionen der Schwingungen, die sich gegenseitig durchdringen können, wie ein ganz schwerer Himmelskörper durch einen ganz leichten Himmelskörper unbemerkt durchfliegen könnte, ähnlich einen Röntgenstrahl durch unseren Körper.

Der Nobelpreisträger Richard Feynman stellte fest, dass auch die Vergangenheit unsterblich ist. Er wunderte sich, daß Photonen sich im Quantenfeld überhaupt nicht um die Richtung kümmern, sie können dort sogar sich in der Zeit rückwärts bewegen, also in die Vergangenheit. Er führte mathematische Beweise an, dass Vergangenheit nie vergehen kann. Wenn Elektronen mit Licht miteinander interagieren, unterscheiden sie nicht zwischen Gestern und Morgen. Für sie ist beides gleich real. Existierend. Das Naturgesetz behandelt Vergangenheit und Zukunft symmetrisch. Ein Elektron, das sich rückwärts durch die Zeit bewegt, ist absolut identisch mit einem Positron, das sich vorwärts bewegt. Die Richtigkeit dieser Gleichung erkennt man an den rückwärts laufenden Elektronen. So etwas könnte gar nicht sein, wenn dort die Vergangenheit nicht existieren würde! Jedes Photon, das auf unsere Netzhaut trifft, jedes Elektron, das durch unsere Nervenbahnen fliegt, folgt diesem unglaublichen Gesetz.

Laut Einsteins Raumzeit ist Zeit eine Dimension. Universell ist die Zeit eine Perspektive des räumlichen Blickwinkels. Feynman beschreibt einen mathematischen Ort im Universum in der Raumzeit, wo alles, was jemals geschah, immer noch geschieht, als gegenwärtiges Ereignis. Ein Lichtkegel der Vergangenheit. Jedes Photon (Lichtteilchen), das jemals von unseren Körper reflektiert wurde, reist noch immer durch das Universum. Die Version von uns vor einigen Jahren existiert noch heute, gefangen im Licht, das von der Erde in den Weltraum reist. Vom fremden Planeten würden uns aus bestimmter Entfernung Außerirdische mit hochtechnischem Teleskop noch in Tausend Jahren so sehen wie wir damals waren in genauer Realität. Die Ereignisse um uns herum sind noch physikalisch messbar.

Feynman sagt: wenn die Vergangenheit noch beobachtbar ist und physikalische Effekte auf die Gegenwart hat, kann sie auch nicht verschwunden sein! Wo nur ein Lichtatom in jener Vergangenheit gewesen war, bewegt es sich mit Lichtgeschwindigkeit noch weiterhin im Weltraum. Wissenschaftlich erwiesen besteht die sogenannte „Hintergrundstrahlung“ im Universum aus Licht, das seit dem Urknall (Welt-Entstehung durch Lichtausdehnung) vor 13,8 Milliarden Jahren durch die Raumzeit fliegt. Würde die Vergangenheit verschwinden, müsste die Raumzeit ein Loch haben, durch das die Vergangenheit entweichen könnte! Ereignisse können nicht aus der Struktur dieser Realität gelöscht werden.

Das wollen wir auch auf die Unsterblichkeit des Bewusstseins beziehen, welches die Verstorbenen in ihren Astralkörper noch ungefilterter erleben. Die Relativitäts-Theorie erlaubt solche Möglichkeit nicht, denn die Raumzeit ist ein Blick und schließt alles, was sich darin befindet, in sich ein. Feynman erinnerte uns an eine 2015 beobachtete Kollision zweier schwarzer Löcher (Sternen-Kannibalen), deren Gravitationswellen uns auf Erden erreichten. Vom Ort des Ereignisses legten sie drei Milliarden Jahre zu uns zurück! Feynman sagte dazu, dass in diesen Wellen sich die Raumzeit dehnte und komprimierte, messbar physikalisch real.

Scheinbar sind auch unsere Verstorbenen daran interessiert, den Hinterbliebenen wissen zu lassen, wie es ihnen geht und wo sie weiter existieren. Sie gingen wörtlich alle ins angenehme Licht und ernähren sich von positiven Energien in unser aller Raumzeit.

Leserfrage:

Wenn jedes Lichtteilchen, das je von uns reflektiert wurde, noch immer durch das Universum reist – in wie vielen vergangenen Momenten existieren Sie gerade jetzt, irgendwo im Kosmos?

Weiterführende Literaturtipps:
  1. Brian Greene: „Die verborgene Wirklichkeit. Paralleluniversen und die Gesetze des Kosmos“ – Für ein tieferes Verständnis der modernen Kosmologie, Multiversen und der Natur von Raum und Zeit.

  2. Erwin Schrödinger: „Was ist Leben? – Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet / Geist und Materie“ – Der große Physiker und Mitbegründer der Quantenmechanik denkt über Bewusstsein, Einheit und die Verbindung von Geist und Naturgesetz nach.

  3. Hans-Peter Dürr: „Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen.“ – Der Schüler Werner Heisenbergs verbindet auf einzigartige Weise Quantenphysik mit spiritueller Weltsicht und einem ganzheitlichen Wirklichkeitsverständnis.

Allgemeine Anmerkung zu unseren Literaturtipps

Unsere Literaturhinweise sollen den Leserinnen und Lesern eine Orientierung bieten und unterschiedliche Blickwinkel auf die behandelten Themen ermöglichen. Dazu zählen sowohl klassische wissenschaftliche Werke als auch kulturhistorische, spirituelle oder interpretative Texte.

Nicht jede empfohlene Quelle entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. Einige Titel bieten vielmehr alternative Sichtweisen, mythologische Deutungen oder persönliche Interpretationen der jeweiligen Autoren. Wir laden unsere Leser bewusst dazu ein, sich eigenständig ein Bild zu machen, kritisch zu vergleichen und bei Interesse auch auf wissenschaftlich gesicherte Fachliteratur zurückzugreifen.

Die Auswahl der Literatur soll daher als Anregung verstanden werden, nicht als abschließender Maßstab. Wir empfehlen, verschiedene Quellen heranzuziehen, Fragen zu stellen und das eigene Verständnis kontinuierlich zu erweitern.

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