Der Monotheismus laut Ura-Linda-Chronik

Bodhi Svaha! Sadhu!

Was verbindet Spinozas Gott mit der Ura-Linda-Chronik?

Seit die Schulaufsicht in kirchlicher Macht lag, wurden alle bibelkritischen Professoren gecancelt und ihre Schriften aufs bitterste bekämpft. Erst mit der Reformation fand die Aufklärungszeit Einzug in gebildeten, Kirchen unabhängigen Kreisen. Leider sitzen Vertreter der Religionen heute noch in den Aufsichtsräten der großen Medienanstalten und bestimmen deren Veröffentlichungen auch heute noch weiter mit, obwohl nach dem Grundgesetz in der BRD keine Zensur stattfinden dürfte.

Kompliziert wird es, wenn plötzlich Schriften auftauchen, die im Widerspruch zur Bibel stehen. Die so beliebten Volkssagen blieben der Menschheit nur erhalten, weil sie von den Herrschenden als harmlose „Märchen“ geduldet wurden. Das galt auch bei populäre Berichte über vorchristliche Geschichts-Ereignisse, wie Homers „Trojas-Sage“ die unsere Spaten-Archäologie als eine geschichtliche Wahrheit bestätigte. Ebenso die Entdeckung Amerikas durch die Wikinger, ein halbes Jahrhundert vor Kolumbus u.s.w.

Ägyptologen weisen den ersten Monotheismus des Pharaos Echnaton ( alias Amenophis IV ) aus dem Jahre 1364-1347 vor Christi nach. Als die Israeliten sich als nützliche Arbeiter zum Pyramidenbau dort später einfanden, erfuhren sie auch die Kunde vom verbannten König.

Auch im 6. Jahrhundert vor Christi lehrte Buddha, dass die Götter nur zeitlich begrenzte, im Himmel erhobene, großartige Menschen waren. Auch im großen Perserreich lehrte Zarathustra einen dualistischen Monotheismus, wonach es nur den Weltgott ( Aura Mazda ) gibt dessen dunkle Seite sein Bruder Ariman sei, der sein göttliches Werk bedroht.

Wie Buddha berichtet auch die Wikingerbibel EDDA ( 300 Jahre nach der Zwangschristianisierung niedergeschrieben ),dass die Götter nur n den Himmel zur Anbetung erhobenen Volkshelden waren. Gleiches behauptet der sächsische Chronist Saxo Grammaticus in seiner Dänen-Historie. 300 Jahre blieb die Wikingerbibel EDDA in der „Höhle des Löwen“ , der isländischen Bischofs-Bibliothek versteckt. Dann kam sie im 16. Jahrhundert, während der dänisch- schwedischen Kriege, in die königliche Bibliothek nach Kopenhagen. ( Island stand im Schutze der dänischen Krone ).

Und im Jahre 1636 n. Chr. wurde im protestantischen Amsterdam der jüdische Flüchtling Baruch Spinoza geboren, der sich vom biblischen Gottesbegriff verabschiedete. Die jüdische gemeinde verhängte über den 23 jährigen Rebellen den Tscherem-Bann, wonach selbst seine eigenen Eltern keinen Kontakt mit ihren Sohn haben dürfen ( Wir kennen solche Ausgrenzung aus dem 3. Reich „kauft nicht bei Juden !“ oder aus Apartheits-Staaten mit dem Verweis: “Zutritt nur für Weiße !“ ) .

Spinoza arbeitete als Linsenschleifer für Brillen und Fernrohre und schrieb Pamphlete wonach er aus Amsterdam vor dem Inquisitionsgericht fliehen musste. Er tauchte zwischen Mennoniten und Wiedertäufer unter, deren Gottesvorstellung er ebenso wenig teilte.

Für Spinoza war Gott die Natur, also nicht im Himmel, sondern unter unseren Füßen. Auch ist der Teufel als Gottes Gegenspieler samt furchterregender Hölle ( als Kinderschreck ), kein überirdischer Dämon, sondern Symbol des Bösen, die Unvernunft welche im menschlichen Gehirn nistet.

Natur ist ein ägyptisches Wort ( Neter ) für Götter a priori. Der Teufel ( ägypt. Seth=Unfruchtbarkeit ) sitzt im Herzen jeden Menschen, der die Ordnung der Natur, nicht mehr versteht, laut Spinoza. Er lässt sich vor Angst, ungelenkter Leidenschaft, fehlender Vernunft, Trägheit und Zorn treiben. Sobald er diese Fakten versteht, erkennt er auch, dass dieser Teufel Illussion ist. Das lehrte uns schon Buddha so, der auch die Mutter Erde ( Thorarin ) zu Zeugen anrief. Damit zertfällt jenes bestreben, seine Schuld einem Anderen anzulasten.

Mit 42 Jahre lehrte Spinoza, dass Gott alles ist, also die gesamte Erscheinungswelt mit Gut und Böse, womit er den gesamten Dualismus begreift und auflöst ( deus sive natura ) !

Die Bibel zerlegt Spinoza vollständig, dessen Gottesvorstellung auf rohe Gewalt und Angst beruht zur Fügig-Machung der Menschheit. Unmengen Gebote und Verbote schreiben vor, wie der Gläubige zu leben hat und gibt seinen Gläubigen ausdrücklich das Recht auf Sklavenhaltung. Spinoza vergisst dabei selber, dass er die Natur ja auch völlig amoralisch beschrieben hat.

Als die letzten Hexenprozesse stattgefunden hatten, tauchte im Jahre 1867 die berühmte und verhasste „Friesenbibel“ ( Ura-Linda-Chronik, siehe unsere Artikel ) auf. Natürlich wurde dessen Urschrift immer wieder von der Erbgeneration wieder neu abgeschrieben. Das machten die Mönche mit ihren Bibeln ebenso, bevor es die Buchdrucker gab.

Aber die altfriesische Sprache, ähnlich unserem Althochdeutsch ( Diutisk ) oder Altnordischen ( isländisch ), war für Viele überzeugend und bekräftigt durch die weiten Reisen der alten Nordseevölker nach Ägypten unter Ramses II und zur Wüste Takla Makan in China ( Gen-Untersuchungen der Mumien von Lohan ). Ein schmerzhafter Balken im Auge der Schulwissenschaft !

Nun unsere Untersuchung: in wie weit entspricht das Gottesbild Spinozas die Ura-Linda-Chronik ? In den von uns herausgegeben II Teil vom Aug. 26, brachte Wralda ( Gott ) die Zeit hervor ( Chronos ) und daraus entstand unsere Erde, die alle Dinge aus ihrem Bauche hervorbrachte. Das entspricht unserem heutigen wissenschaftlichen Weltbild der Evolution. Spinozas Bild der Natur als „perpetuum mobile“! Ebenso fühlen wir Spinozas kritischen Geist im völligen Fehlen einer Teufel-Gestalt in der Ura-Linda-Chronik.

Könnte Spinoza in seiner turbulenten Zeit etwa Zugang zur Friesenbibel bekommen haben und daraus angeregt worden sein ? Oder wurden die Hüter der Friesenchronik vielleicht von Spinoza inspiriert ? Die Ura-Linda-Chronik jedenfalls lehrt wie die isländische Edda , ebenfalls Götter als verherrlichte Volkshelden wie Spinoza Gott und Teufel nicht in Himmel und Hölle, sondern im menschlichen Gehirn ansiedelte.

Interessante Artikel aus unserem Archiv

Weiterführende Literaturtipps

  • Baruch de Spinoza, Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt. Spinozas Hauptwerk über Gott, Natur und menschliches Handeln. Felix Meiner Verlag
  • Baruch de Spinoza, Theologisch-politischer Traktat. Eine historisch-kritische Lektüre der Bibel und ein Plädoyer für die Freiheit des Denkens. Felix Meiner Verlag
  • Goffe Theunis Jensma, De gemaskerde god. François HaverSchmidt en het Oera Linda-boek. Eine niederländischsprachige Studie zur Entstehung und Deutung der Chronik. Universität Groningen

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