Zwischen religiöser Herkunft, revolutionärem Anspruch und persönlichem Abgrund
Keine Geschichte, kein Roman ist interessanter, authentischer als das Schicksal aus dem realen Leben. Das Leben der Rabbiner-Generationen der Familie Marx war stets religiös geprägt. Kirchen und Synagogen-Eintragungen konnten die Zugehörigkeiten ihrer Mitglieder bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.
Gesetze in Deutschland zwangen Juden dazu, Familiennamen anzunehmen. So tragen viele heutige Juden weltweit meist wohlklingende hochdeutsche Namen wie Silberstein, Goldmann, Rosenberg oder auch deutsche Städtenamen wie Kissinger nach Bad Kissingen z.B.
Im christlichen Mittelalter lebten Juden in Ghettos am Rande einer Stadt, die ihre Tore bei Dunkelheit verschlossen. Juden mussten sich mit ihren spitzen Judenhüten als solche erkenntlich machen. Die Landbewohner hielten die roten Hüte für katholische Würdenträger, weshalb die Kirche befahl, dass Juden nur gelbe Hüte tragen durften.
Juden durften nur sehr wenige Berufe ausüben wie Hutmacher und Geldverleiher. Weil die Bibel Zinswirtschaft verbot, unterhielten viele Fürstenhäuser Juden als ihre Finanzbeamte.
Im Sommer 1821 ließ sich der Jude Heinrich Marx evangelisch zum Christen taufen, damit er ein juristisches Amt übernehmen durfte. Sein 2-jähriger Sohn Karl erfährt durch seine streng jüdisch-gläubige Großmutter ihre Abneigung wider dieser Heuchelei und gesellschaftlichen Unaufrichtigkeit, was ihn im späteren Leben prägte.
Tradition gegen Opportunismus, Erfolg gegen Glauben!
1832 erlebt Karl Marx in seiner Trierer Schule, wie Polizei die Lehranstalt nach „staatsgefährdenden Schriften“ durchsucht.
Als junger Mann lernt Karl die Jenny kennen, die Tochter eines reichen Barons, in dessen Hause er über den alten griechischen Dichter Homer und den jüngeren englischen Shakespeare disputiert. Der junge Rebell rezitiert Jenny Gedichte und fasziniert das junge Mädel mit philosophischen Auslegungen der Gerechtigkeit. Jenny romantisiert Karl Marx zu ihrem Prometheus, der den Menschen das nützliche, wie auch verzehrende Feuer bringt.
1836 verlobt sich Karl mit Jenny heimlich, was zu der Zeit skandalös war. 1843, sieben Jahre später, heiraten sie dennoch im bescheidenen Kreise, Karl im geliehenen Anzug. Sie sagte:
„Er wird die Welt verändern, und ich werde an seiner Seite sein!“
Sie ahnte da noch nicht, dass er täglich 20 Zigarren rauchen wird und Alkohol statt Wasser trinkt, während vier seiner Kinder an Unterernährung sterben. Dem letzten Kind nahm der Pfändungsbeamte die Wiege fort, in welches es lag.
Karl verbreitet Hegels Ideen in eigener, kleiner Zeitung, die alsbald Opfer der Zensur wurde. 1844 schreibt er im Pariser Exil seine „Deutsch-Französischen Jahrbücher“, indem er mit dem Judentum bricht:
„Die Emanzipation des Juden ist die Emanzipation des Juden vom Judentum!“
Für ihn sind die superreichen Juden wie das wohlhabende Bürgertum Feinde der Arbeiterklasse. Karl Marx freundet sich mit dem Sohn eines reichen Fabrikanten, Friedrich Engels, an – zeitlebens hing Karl an dessen Geldbörse.
Staatskritische Flugblätter zwangen Karl 1845 zum Umzug nach Brüssel. 1848 flammt die Revolution in Europa auf und Karl wird auch aus Belgien ausgewiesen, darf aber wieder nach Paris einreisen. 1849 kommt es zum Bruch in seiner „Kommunistischen Liga“, wo die Hardliner zum sofortigen Straßenkampf drängten. Die Fraktion um Karl Marx hielt den Zeitpunkt hierzu noch für verfrüht. Die Hardliner wurden verhaftet und bezichtigten Marx des Verrats.
Karl Marx wechselte seinen Wohnsitz nach London, wo er auf 60 qm feuchten Wohnraum hauste, mit Ehefrau und seinen drei Töchtern Jenny, Laura und Eleanor sowie Helene (Lenchen) als Dienstmagd gegen freie Kost und Logis.
1851 ist Frau Marx wieder in anderen Umständen, während Karl das junge Lenchen schwängert. Wieder hilft Friedrich Engels den Moralapostel Marx aus seiner Notlage – diesmal nicht mit Geld, sondern durch Anerkennung der Vaterschaft!
1851 bringt Lenchen ihren Frederik-Louis zur Welt, der sogleich in einer Arbeiterfamilie untergebracht wurde, wo ihn Lenchen öfters besuchen durfte. Frederik (Freddy) arbeitete später hart, ohne je den Namen seines echten Vaters zu erfahren. Seine Mutter konnte er nur vor der Haustüre der Familie Marx sprechen.
Karls Vater Heinrich selber starb 1888, ohne dass sein Sohn auf dessen Beerdigung erschien. 1895 rief Friedrich Engels vom Sterbebett nach Karls Tochter Eleanor und verriet ihr den wahren Namen von Freddys Vater. Sie war über die Existenz ihres Halbbruders entsetzt, vergewisserte sich bei „Lenchen“ und verhinderte einen Skandal durch Schweigen.
Karl Marx erhielt von Engels um die 350 Pfund im Jahr, wofür ein britischer Arbeiter drei Jahre schuften müsste. Dieses Geld fehlte Karl Marx jetzt, weshalb er sich unter falschen Namen sogar Kredite erschlich. So finanzierte er 1849 die Kampfschrift der Kommunistischen Partei „Das Kapital“.
Marx griff auf die alten Griechen zurück, die über den Idealstaat philosophierten mit ihren Begriffen der Kommune (Ständegemeinschaften) und Demokratie (Volksherrschaft).
Sein Körper zahlte den Preis für seinen ungesunden Lebenswandel mit blutigen Furunkeln, Leberleiden, Rheuma und Blutspucken. Er konsumierte dagegen teures Opium.
1881 starb seine Ehefrau Jenny an Krebs. Zwei Jahre später findet Tochter Eleanor ihren 64-jährigen Vater Karl Marx tot im Sessel. Marx’ Tochter Jenny-Caroline starb im selben Jahr 38-jährig ebenfalls an Krebs. 1911 nahm sich Karls Tochter Laura mit Ehemann Paul Lafargue mit Zyankali das Leben. Im Abschiedsbrief schrieb sie:
„Das Leben hat uns ausgebrannt!“
Es ist eine geschichtliche Eigenart, dass während der kommunistischen Diktaturen diese Biographie ihres Gesellschafts-Moralisten ein Jahrhundert unterdrückt werden konnte.
Anmerkung
Wir hören schon über Jahrhunderte von der Volkskrankheit Krebs. Trotz Millionen staatlicher Forschungsgelder dafür wurde bis heute noch kein Impfstoff entwickelt – der ja ein Milliardengeschäft wäre.
Bei „Corona“ zog man über Nacht von heute auf morgen, ohne Prüfung auf Langzeitschäden, staatlich propagierte Vakzine aus dem Zauberhut, deren Heilerfolg bereits bezweifelt wird.
Leserfrage
Kann eine Lehre moralisch sein, wenn ihr Urheber persönlich an ihr scheitert?
Literaturtipps
Karl Marx – Das Kapital
Friedrich Engels – Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie
Paul Johnson – Intellectuals
Leszek Kołakowski – Die Hauptströmungen des Marxismus
Joachim Fest – Begegnungen
Allgemeine Anmerkung zu unseren Literaturtipps
Unsere Literaturhinweise sollen den Leserinnen und Lesern eine Orientierung bieten und unterschiedliche Blickwinkel auf die behandelten Themen ermöglichen. Dazu zählen sowohl klassische wissenschaftliche Werke als auch kulturhistorische, spirituelle oder interpretative Texte.
Nicht jede empfohlene Quelle entspricht dem aktuellen Stand der Forschung. Einige Titel bieten vielmehr alternative Sichtweisen, mythologische Deutungen oder persönliche Interpretationen der jeweiligen Autoren. Wir laden unsere Leser bewusst dazu ein, sich eigenständig ein Bild zu machen, kritisch zu vergleichen und bei Interesse auch auf wissenschaftlich gesicherte Fachliteratur zurückzugreifen.
Die Auswahl der Literatur soll daher als Anregung verstanden werden, nicht als abschließender Maßstab. Wir empfehlen, verschiedene Quellen heranzuziehen, Fragen zu stellen und das eigene Verständnis kontinuierlich zu erweitern.