Stromnetz in Berlin sabotiert

Debatte über linke Gewalt und politische Reaktionen

Vorwort: Darf man in Deutschland noch kritisch über Linksextremismus sprechen?

Darf man in Deutschland heute noch kritisch über Linksextremismus berichten oder diskutieren, ohne reflexhaft in eine politische Ecke gestellt zu werden?
Diese Frage stellen sich nicht nur Journalisten und Wissenschaftler, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die Gewalt, Extremismus und ideologische Verhärtung ablehnen – unabhängig davon, aus welcher Richtung sie kommen.

In der öffentlichen Debatte scheint Kritik an linksextremen Strukturen häufig unter Generalverdacht zu geraten: Wer linke Gewalt benennt, riskiert, als „rechts“, „reaktionär“ oder „relativierend“ etikettiert zu werden. Diese Dynamik führt dazu, dass bestimmte Formen politischer Gewalt weniger offen diskutiert, verharmlost oder sprachlich umgedeutet werden – etwa als „Aktivismus“, „ziviler Ungehorsam“ oder „notwendiger Widerstand“.

Doch eine wehrhafte Demokratie lebt nicht von Tabus, sondern von offener, faktenbasierter Auseinandersetzung. Extremismus ist kein exklusives Phänomen einer politischen Richtung. Wer glaubwürdig für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltfreiheit eintritt, muss jede Form von politisch motivierter Gewalt benennen dürfen – auch dann, wenn sie aus Milieus stammt, die sich selbst als „antifaschistisch“, „progressiv“ oder „moralisch überlegen“ verstehen.

Kritische Berichterstattung über Linksextremismus bedeutet nicht, rechtsextreme Ideologien zu relativieren oder zu verharmlosen. Im Gegenteil: Eine Demokratie verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie mit zweierlei Maß misst. Rechtsstaatlichkeit verlangt Gleichbehandlung – unabhängig von Symbolen, Parolen oder politischen Selbstzuschreibungen.

Gerade weil politische Lager zunehmend polarisiert sind, ist es notwendig, Gewalt klar von legitimer Kritik, Protest und politischem Engagement zu trennen. Wer diese Trennung aufgibt, riskiert, dass Extremismus unter einem moralischen Schutzmantel gedeiht, Verantwortung verwischt wird und der gesellschaftliche Zusammenhalt weiter erodiert.

Dieses Dossier versteht sich daher nicht als parteipolitische Stellungnahme, sondern als Beitrag zur demokratischen Selbstvergewisserung:
Kritisch zu fragen, zu prüfen und zu benennen ist kein Angriff auf die Demokratie – es ist eine ihrer Grundvoraussetzungen.

Was ist passiert?

Am 3. Januar 2026 kam es im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall, der rund 45 000 Haushalte und 2 200 Unternehmen betraf. Anlass war ein Feuer an einer Kabelbrücke nahe dem Kraftwerk Lichterfelde, das mehrere Hochspannungskabel zerstörte und zum Ausfall der Strom- und teilweise Heizversorgung führte. Die Reparaturarbeiten und Wiederinbetriebnahme dauern voraussichtlich mehrere Tage. n-tv+1

Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung. Ein Bekennerschreiben einer Gruppierung namens „Vulkangruppe“ tauchte auf, das sich zu der Sabotage bekannte und das Vorgehen rechtfertigte. Behörden prüfen die Echtheit des Schreibens, halten es jedoch in Sicherheitskreisen für plausibel. n-tv+1

Wer ist die „Vulkangruppe“?

Laut Sicherheitskreisen handelt es sich bei der „Vulkangruppe“ um eine kleinere, dem linksextremistischen/anarchistischen Spektrum zugerechnete Gruppierung, die bereits in der Vergangenheit Infrastruktur ins Visier genommen hat. Bereits frühere Brandanschläge auf Stromkabel, Funkanlagen oder industrielle Einrichtungen wurden dieser Szene zugeschrieben, zum Beispiel im Jahr 2024 an einem Strommast nahe der Tesla-Gigafactory oder weiteren Taten in Berlin und Brandenburg. euronews

Linksextremismus in Deutschland: Faktenlage

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes und Medienberichten sind politische Gewaltakte durch diverse extremistische Gruppen ein Thema:

  • Linksextremistische Sabotageakte auf Infrastruktur gab es bereits mehrfach, sowohl im Jahr 2025 als auch bei früheren Vorfällen. euronews+1

  • Ermittlungen sind teilweise schwierig, weil Tätergruppen oft klein, dezentral und anonym agieren. Offizielle Festnahmen stehen bislang aus.

  • Sicherheitsbehörden beobachten mehrheitlich rechts- als die linksextremistische Szenen im Inland.

Politische Debatte: Balance zwischen Extremismusbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit

Die öffentliche Debatte über Extremismus in Deutschland ist vielfältig, kontrovers und politisch aufgeladen:

1. Kritik an staatlichem Vorgehen:
Einige politische Stimmen aus dem konservativen und rechten Spektrum bemängeln, dass Behörden in der Vergangenheit zu stark den Fokus auf Rechtsextremismus gelegt hätten und linksextremistische Gewaltakte nicht mit derselben Härte verfolgt worden seien. In Bundestagsdokumenten wurde bereits im Jahr 2025 darauf hingewiesen, dass mögliche linksextremistische Bedrohungen nicht ausreichend berücksichtigt würden. Bundestag Dserver

2. Forderungen nach stärkerer Schutzpolitik:
Nach Sabotageakten an kritischer Infrastruktur wird regelmäßig die Forderung laut, Sicherheitsbehörden besser auszustatten und Präventionsarbeit zu intensivieren. Gleichzeitig gibt es breite Diskussionen darüber, wie die Balance zwischen Sicherheit und demokratischen Freiheiten gewahrt bleiben kann.

3. Vorwürfe politischer Instrumentalisierung:
Öffentliche Debatten um Extremismus werden gelegentlich politisch instrumentalisiert – etwa wenn einzelne Gruppierungen oder Parteien politische Maßnahmen oder Verbote fordern (z. B. bei Debatten um Demonstrationsrechte oder Parteiverbote). Diese werden sowohl von Befürwortern als auch Kritikern unterschiedlich bewertet, je nach politischer Ausrichtung.

Kinder, Bildung und Polarisierung – Wie Gesellschaft reagiert

Die gesellschaftliche Diskussion greift auch Fragen auf, wie politische Bildung und Engagement junger Menschen zu bewerten sind:

  • Schulen und politische Aktionen: Bildungs- und Jugendprogramme in Deutschland fördern zivilgesellschaftliches Engagement. Dazu gehören auch Projekte gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus („Demokratie leben!“ u. a.). Diese werden teils kontrovers diskutiert, weil sie in der Wahrnehmung mancher Menschen politisch einseitig wirken könnten.

  • Gefahr der Radikalisierung Jugendlicher: Experten betonen, dass politische Radikalisierung in jeder Richtung (links, rechts, religiös) ein Risiko darstellt, wenn sie außerhalb demokratischer Normen verläuft. Es gibt Programme zur Frühprävention und Aufklärung, die gesellschaftliche Verantwortung betonen, nicht Gewalt. (Die Diskussion um „Einflussnahme auf Jugendliche“ ist sehr vielschichtig und sollte differenziert betrachtet werden.)

Fazit

Der mutmaßliche Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin Anfang 2026 sollte eine breite Debatte über extremistische Gewalt, Sicherheitspolitik und gesellschaftliche Polarisierung auslösen. Faktisch gesichert ist bislang, dass ein Feuer an kritischer Infrastruktur zu erheblichen Störungen führte und ein Bekennerschreiben einer linksextremistisch eingeordneten Gruppierung publiziert wurde, dessen Echtheit geprüft wird. n-tv

Die Diskussion über die Prioritätensetzung in der Extremismusbekämpfung, die Rolle politischer Bildung und die Wahrung demokratischer Grundwerte bleibt ein offener, kontroverser gesellschaftlicher Diskurs.


Leserfrage:
Wie sollten staatliche Institutionen Ihrer Meinung nach mit politisch motivierter Gewalt umgehen — und wie kann zugleich demokratische Meinungsbildung gefördert werden, ohne Radikalisierung zu befördern?


 

Erweiterte Leserfrage zur Debatte um ein mögliches Verbot

Ist von der Bundesregierung künftig ein Verbot der „Antifa“ oder einzelner ihrer gewaltorientierten Strukturen zu erwarten – ähnlich wie es in anderen Staaten bereits Diskussionen oder Einstufungen einzelner Antifa-naher Netzwerke als extremistisch oder terroristisch gegeben hat?

Und weiterführend:
Sollte eine Organisation oder ein loses Netzwerk verboten werden, wenn es wiederholt durch Brandanschläge, Sabotage an kritischer Infrastruktur, Gewalt gegen Personen oder Aufrufe zur „Destruktion des Systems“ auffällt – selbst dann, wenn es sich nicht um eine klassische, hierarchisch aufgebaute Organisation handelt, sondern um eine dezentral agierende Szene?

Kritiker argumentieren, dass gerade dieser strukturlose Charakter als Schutzmantel diene:

  • Verantwortung werde verwischt,

  • Strafverfolgung erschwert,

  • und politische Gewalt als „Aktivismus“ oder „ziviler Widerstand“ umgedeutet.

Befürworter eines Verbots verweisen darauf, dass der Rechtsstaat nicht nur Organisationen, sondern auch funktionale Netzwerke erfassen müsse, wenn diese systematisch Gewalt legitimieren oder anwenden. Gegner eines Verbots warnen hingegen vor einer Verallgemeinerung, die auch friedlichen Protest treffen könnte.

Die zentrale Frage bleibt:
Wo verläuft die Grenze zwischen legitimer politischer Opposition und extremistischem Terror – und wird diese Grenze derzeit konsequent, ideologiefrei und gleichmäßig angewendet?


 

Anmerkung aus buddhistischer Sicht:

Als Buddhisten lehnen wir jede Form von Terrorismus, Extremismus und politisch motivierter Gewalt grundsätzlich ab – unabhängig davon, ob sie von linken, rechten, religiösen oder sonstigen ideologischen Strömungen ausgeht.

Der Buddhismus lehrt Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Mitgefühl (Karuna) und Achtsamkeit im Denken, Reden und Handeln. Gewalt gegen Menschen, die Zerstörung von Lebensgrundlagen wie Energie- oder Versorgungsinfrastruktur sowie das Instrumentalisieren von Angst widersprechen diesen Grundprinzipien zutiefst.

Ebenso kritisch sehen wir die Indoktrinierung von Kindern und Jugendlichen durch politische oder ideologische Lager. Junge Menschen benötigen Räume für offenes Denken, Dialog und eigenständige Urteilsbildung – nicht für Radikalisierung oder Feindbilder.

Eine weise Gesellschaft begegnet Konflikten nicht mit Hass, sondern mit Klarheit, Verantwortung und innerer Disziplin. Kritik an politischen Zuständen darf niemals in Gewalt umschlagen. Wahre Veränderung entsteht durch Einsicht, Rechtsstaatlichkeit und ethisches Handeln, nicht durch Zerstörung.

Mögen alle Wesen frei von Hass, Angst und Gewalt sein.
Mögen Vernunft, Mitgefühl und Frieden den öffentlichen Diskurs leiten.

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