Schatten über den Vatikanstadt

Macht, Mystik und ungeklärte Todesfälle im Jahr 1978

In den 80er Jahren rief der Papst 15.000 Geistlichen auf dem Petersplatz zu: Sie sollten ihren Hirtenstab gegen die Verbreitung des Neuheidentums und des Buddhismus erheben! Wir berichteten schon in einem Artikel über die „Legionäre Christi, Wächter-Amt“ im Mai 2024. Möchten aber vor zu optimistischer Hoffnung auf einen Kirchenwandel warnen und an das Jahr von Papst Paul I. und Papst Paul II. erinnern.
Der Name Paul knüpft an Paulus an, den Organisator der Heiden-Christen. Ungeheure Dinge geschahen 1978 in der Kirchen-Hierarchie, die nicht gut für die Nerven der weltliebenden Lichtarbeiter sind. Aber richtige Pilger auf dem Pfade des Erleuchteten mögen die Dinge als „menschlich, allzu menschlich“ wahrnehmen.
 
Die Verstrickungen der Vatikanbank IOR und die Loge P-2
Da gab es einige aufrechte Kardinäle, die sich mit den Verstrickungen der Vatikanbank „I-O-R“ befassten – in Geschäften mit Prostitution, Rauschgift, Waffenhandel, Politikern und Mafiabünden. Hintergründe der Freimaurer-Loge Propaganda Due (Due = Deos), Kürzel P-2! Sie wollten dem Papst Listen mit Kontonummern und Namen liefern sowie fragwürdige Milliardenbeträge aufdecken.
Die Älteren unter uns erinnern sich noch an den immer lachenden Papst Paul (I.), der im Konklave als Kardinal Albino Luciani am 26. August 1978 gewählt wurde. Er versprach, die Korruption im Vatikan zu untersuchen. Am 28. Sept. 1978 war er plötzlich tot (Herzinfarkt). Am 16. Okt. 1978 wurde daraufhin der polnische Kardinal Karol Wojtyla zum Papst Paul II. gewählt.
 
Das „Sterbewunder“ von 1978: Eine Chronologie
In dieser Epoche geschah Unfassbares innerhalb kürzester Zeit:
  • 26.09.1978: Kardinal Igiio Vaniotti (66), Wirtschaftsverantwortlicher, stirbt an Herzinfarkt.
  • 02.10.1978: Kardinal Pericle Felizi (67), höchstes Kirchengericht, überprüfte gerade die IOR; stirbt an Herzinfarkt.
  • 04.10.1978: Kardinal Sergio Gary (59), Verwalter für Zivilangelegenheiten, stirbt an Herzstillstand.
  • 07.10.1978: Kardinal Silvio Odi (68), Präfekt für den Klerus, stirbt an Schlaganfall.
  • 11.10.1978: Kardinal Guiseppe Saaco (71), Patriarch von Venedig, stirbt an Herzinfarkt.
  • 13.10.1978: Kardinal Antonio Samore (68), Bibliothekar, stirbt (natürlicher Tod).
  • 15.10.1978: Kardinal Sebastiano Baggio (65), Präfekt der Bischofskongregation, stirbt an Herzinfarkt.
  • 17.10.1978: Kardinal Corrado Ursi (70), Erzbischof von Neapel, stirbt an Schlaganfall. Die Familie forderte eine Autopsie, die der Vatikan verweigerte.
  • 20.10.1978: Kardinal Paulo Bertoli (73), Präfekt für Heiligsprechungen, stirbt an Herzinfarkt.
  • 22.10.1978: Kardinal Leto Giovanni (95), emeritierter Staatssekretär, stirbt an Altersschwäche (wollte zuvor wichtige Infos übermitteln).
  • 28.10.1978: Kardinal Giovanni Benelli (57), Finanzkritiker, stirbt an Herzinfarkt.
  • 29.11.1978: Kardinal Jean Vilo (72), Staatssekretär, stirbt an Herzinfarkt.
  • 29.11.1978: Kardinal Guiseppe Caprio (63), Substitute im Staatssekretariat, stirbt an Schlaganfall.
 
Ermittler im Visier
Der britische Journalist David Yallop wurde auf diese Zufälle aufmerksam. Doch auch andere, die Licht ins Dunkel bringen wollten, zahlten einen hohen Preis:
  • Kardinal Luigi Caprio (61): Wollte IOR-Untersuchungen koordinieren, erlitt am 24.10.1978 einen Nervenzusammenbruch und wurde jahrzehntelang in einem Bergkloster untergebracht. Nach 30 Jahren bestätigte er, massiv unter Druck gesetzt worden zu sein.
  • Giorgio Ambrosoli (1979): Anwalt von Michele Sindona (Banker und Verbindungsmann zwischen IOR, P-2 und Mafia), wurde ermordet.
  • Polizei-Kommissar Boris Giuliano (1979): Untersuchte Mafia-Vatikan-Verträge, wurde ermordet.
  • Staatsanwalt Emilio Alessandrini (1979): Ermittelte gegen IOR und P-2, wurde ermordet.
  • Mino Pecorelli (1982): Journalist, erschossen nach Berichten über die P-2.
  • Roberto Calvi (1982): Der Banker wurde erhängt unter einer Londoner Brücke gefunden – mit zwei Backsteinen in den Taschen.
 
Späte Funde und bittere Erkenntnisse
Am 28. Jan. 2006 wurde in einem Florentiner Archiv der Aktenkoffer von Giovanni Benelli gefunden. Die Korrespondenz belegte, dass die verstorbenen Kardinäle den Papst informieren wollten. Eine beigelegte Liste mit Kontonummern ging jedoch auf dem Amtsweg „verloren“.
Zudem wurde bekannt, dass sich in der Vatikan-Apotheke Mittel wie Digitalis, Insulin und Kaliumchlorid befanden – Substanzen, die in hoher Dosis Herzrhythmusstörungen auslösen können. Wer diese Schattenseiten durchleuchtet, wird vorsichtiger gegenüber Moralpredigern sein, die heute drohend auf „Neuheiden und Buddhisten“ zeigen.

 

🔍 Infocheck & Fakten-Check: Vatikan-Skandal 1978/82
 
ThemaDetailsStatus / Hintergrund
Das „Jahr der drei Päpste“1978 starben Paul VI. und Johannes Paul I. kurz nacheinander.Historisch belegt.
Johannes Paul I. (Albino Luciani)Verstarb nach nur 33 Tagen im Amt. Offizielle Ursache: Myokardinfarkt.Vatican News – Johannes Paul I.
Loge P-2 (Propaganda Due)Geheimloge unter Licio Gelli, verstrickt in Korruption und Mord.Britannica – Propaganda Due
Vatikanbank IOR„Istituto per le Opere di Religione“. Stand im Fokus des Banco-Ambrosiano-Skandals.Investigative Report IOR
David YallopAutor des Bestsellers „Im Namen Gottes?“, der die Mordthese untersuchte.Weltweit bekannter investigativer Journalist.
Roberto Calvi„Der Banker Gottes“. Sein Tod unter der Blackfriars Bridge gilt als eines der größten Rätsel.The Guardian – Roberto Calvi Case
Koffer von BenelliFund von Dokumenten im Jahr 2006 über interne Machtkämpfe.In italienischen Medien und Archiven dokumentiert.
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