Lyrische Höhepunkte des 19. Jahrhunderts 1.

Der Knabe im Moor

Einleitung:
„Der Knabe im Moor“ gehört zu den bekanntesten Gedichten von Annette von Droste-Hülshoff, einer der bedeutendsten Lyrikerinnen des 19. Jahrhunderts. Das Gedicht entführt den Leser in eine düstere, fast unheimliche Moorlandschaft, in der sich das Leben und die Geisterwelt miteinander vermengen. Die Atmosphäre wird durch die eindrucksvolle Sprache und die Darstellung der Natur als lebendiges, mystisches Wesen intensiviert. Es handelt sich um ein Gedicht voller Symbolik und mit einer starken emotionalen Wirkung, das die unheimliche Kraft der Natur und die Ängste der menschlichen Seele thematisiert.

Der Knabe im Moor
O schaurig ists übers Moor zu gehen
wenn es wimmelt vom Heidenrauche
sich wie Phantome die Dünste drehen
und das Röhricht knistert im Hauche.

Unter jeden Tritt ein Quellchen springt,
wenn aus der Spalte es zischt und sinkt.

O schaurig ist übers Moor zu gehen,
wenn das Röhricht knistert im Hage.
Fest hält die Fiebel das zitternde Kind
Und rennt, als ob man es jage
hohl über die Fläche säuselt der Wind
was raschelt drüben im Hage?
Das ist der gespenstige Gräberknecht
der den Meister den besten Torf verzecht.

Hu hu es bricht wie ein irres Rind,
hu ducket das Knäblein zage.
Vom Ufer starret Gestumpf hervor
unheimlich nicket die Föhre!
Der Knabe rennt, gespannt das Ohr
durch Riedhalme wie Speere
und wie es rieselt und knistert darin!

Biografie des Urhebers:

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) war eine deutsche Dichterin, die heute zu den wichtigsten Literaten des deutschen Vormärz zählt. Sie wurde auf Schloss Hülshoff bei Münster geboren und verbrachte viele Jahre ihres Lebens in ländlicher Abgeschiedenheit. Ihre Werke, zu denen auch Gedichte, Erzählungen und Prosatexte gehören, sind geprägt von einer tiefen Naturverbundenheit sowie einer scharfsinnigen Beobachtung der menschlichen Psyche. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Ballade „Die Judenbuche“, aber auch Gedichte wie „Der Knabe im Moor“ gehören zu ihren wichtigsten und eindrucksvollsten Werken.


Quellenhinweis:

Das Gedicht „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff ist heute gemeinfrei, da der Urheber mehr als 70 Jahre verstorben ist († 1848). 

1. Umfassende Anthologien (Gedichtsammlungen)
 
  • Reclams großes Buch der deutschen Gedichte: Ein Standardwerk, das die wichtigsten Gedichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart (einschließlich des 19. Jahrhunderts) abdeckt.
  • Deutsche Lyrik: Eine Anthologie (Suhrkamp): Eine sehr bekannte Sammlung, die chronologisch geordnet ist und die verschiedenen Strömungen des 19. Jahrhunderts (Romantik, Biedermeier, Realismus) abbildet.
  • Die besten deutschen Gedichte (ausgewählt von Marcel Reich-Ranicki): Eine kuratierte Auswahl der bedeutendsten Lyrik, die auch heute noch als Referenz für „Meisterwerke“ gilt. 
 
2. Autoren mit ähnlichem Stil 
  • Joseph von Eichendorff: Der Inbegriff der Romantik. Bekannt für Gedichte wie „Mondnacht“ oder „Sehnsucht“, die ebenfalls eine starke Naturverbundenheit aufweisen.
  • Nikolaus Lenau: Seine Werke atmen oft eine ähnliche Melancholie und düstere Stimmung wie die Texte der Droste (z. B. seine „Schilflieder“).
  • Heinrich Heine: Er deckt die gesamte Bandbreite des 19. Jahrhunderts ab – von romantischen Anfängen bis zur scharfen Gesellschaftskritik.
  • Theodor Fontane: Seine Balladen (wie „Die Brück’ am Tay“) haben eine vergleichbare erzählerische Wucht und Spannung wie „Der Knabe im Moor“. 
 
3. Aktuelle Literaturtipps für 2026
  • Mit deutschen Gedichten durch das Jahr 2026: Solche Kalender oder Jahrbücher sind ideal, um regelmäßig neue Lyrik aus dieser Zeit zu entdecken.
  • Digitale Ressourcen: Die Website Deutsche Lyrik bietet nicht nur Texte, sondern auch hervorragende Rezitationen, die helfen, den Rhythmus und die Stimmung der Balladen des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen. 

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