Jenseits Geflüster

Eine Begegnung mit der unsichtbaren Welt

Als ich nach 56 Ehejahren den Verlust meiner geliebten Frau kaum verkraften konnte, suchte ich professionelle Hilfe aus meiner mittelschweren Depression. Und eben der Hausarzt, welcher meiner an Krebs erkrankten Frau nur noch 2 Lebensjahre diagnostizierte, gab mir dieselben tröstenden Worte, die meine Frau veranlasste, den Tod mit stoischer Gelassenheit zu erwarten. Sie stellte sich neben mir, als ich kniend die täglichen buddhistischen Rezitationen sprach und bewegte dabei ihre Lippen.

Jetzt, wo sie nur noch unsichtbar an meinen Leben teilnimmt, weiß ich die Kraft ihres Glaubens zu schätzen. Die Worte unseres Hausarztes, kannte ich zum Teil selber, hatte sie aber tief im Alltagsleben begraben. Jetzt wurde mir ihre Bedeutung wieder bewusst. Er sprach von Seelenverträge die vorgeburtlich geschlossen werden. Seelen, die ihre Eltern selber aussuchen und bewusst Hürden im neuen Leben überwinden wollen.

Einige Seelen haben im Mutterleib bedenken und wünschen sich wieder heim ins Jenseits und beladen die werdende Mutter karmisch mit einer Fehlgeburt. Mütter die ein Kind abgetrieben haben, erleben so selber den Schmerz, welchen sie einem anderen Wesen einstmals zufügten. Ich erkannte, das meine Familie mein Karma ist, mit welchem ich mich in diesem Leben auseinander zu setzen habe. Viele dieser Erkenntnisse stammen aus dokumentierten Rückführungs-Berichten.

Einige weiter entwickelte Seelen brauchen nur noch einmal kurz auf Erden erscheinen, um dort eine Rest-Last zu erledigen. Im tibetischen Totenbuch lesen wir, dass ganz reife Seelen bereits aus dem 1. Bardo (Jenseits-Ebene) ins totlose Nirvana Erlösung finden. Einer meiner, mit 25 Lebensjahren erstochener Neffe war wohl solch ein Seeliger?!

Wir sind alle Sterbliche und daher am Leben nach dem Tode zwangsweise interessiert. Deshalb sollte Jenseitsforschung kein kirchliches Tabu-Thema sein, denn die Jenseitsberichte (Jenseits-Geflüster) sprechen eine andere Sprache und sind ohne konfessionelle Unterschiede alle gleich.

Manchmal werden klinisch Tote durch ärztliche Kunst wieder ins Diesseits zurückgerufen und schildern das Mysterium beim Durchschreiten der Schnittpunkte zweier Dimensionen (NTB: Nah-Tod-Berichte). Die Psychologin Kübler-Ross (siehe auch unser Artikel vom 8.9.2025: Studie mit klinisch Toten!) berichtete von überraschendem Zukunft- und Vergangenheit-Wissen totgeweihter Kinder. Medizinisch unerklärbar.

Der russische Arzt Andre Gnetztilow (A.G.) begleitete Sterbende über lange Zeiten in Hospizen. Er beobachtete und sprach mit Sterbenden und dokumentierte, was nicht ignoriert werden kann. Immer ergeben sich die selben Muster: Menschen, die in Koma lagen, öffneten plötzlich noch einmal ihre Augen oder lächelten beim letzten Atemzug. Kurz vor ihrem Ende erzählten sie von unsichtbaren Besuchern und geliebte Verstorbene, die sie abholen wollen.

Wenn das Leben den Körper verlässt, wird dessen Bewusstsein befreit. Gnetztilow berichtete von einer Sterbenden, die während der Sterbephase plötzlich eine herrliche, leuchtende, jenseitige Landschaft im perfekten Englisch beschrieb, obwohl sie als einfache Bäuerin in einem kleinen russischen Dorf diese Sprache noch nie kannte.

Nach Gnetztilow wechselt das menschliche Bewusstsein eines Sterbenden nur den Aggregat-Zustand, wie Wasser sich in Dampf verflüchtigt. Das Bewusstsein würde nicht trüber, sondern immer klarer jenseits der materiellen Einschränkungen. Es versteht die Zustände und ist im geklärten Befinden liebevoll und ohne Groll, allen verzeihend.

Höchster Wunsch eines reinherzigen Verstorbenen ist, eine harmonische Familie hinterlassen zu haben. So erlebt der Verstorbene wahren Frieden, denn er überblickt vollkommen die Verbindung von Ursache und Wirkung (Karma) als Basis einer gesicherten Gerechtigkeit. Er leidet nicht an Zweifel, Unwissenheit, Sinnlosigkeit. Auch nicht an das kirchliche Leidensdogma, welches sich gegen Andersgläubige suggestiv richtet.

Aber der russische Arzt stellte fest, dass die Seelen auf Rituale und Gebete reagierten, wo die jeweiligen Konfessionen bewusst aktiv auftreten. Wenn auch im Westen nur gegen klingender Münze, aber wohlbedacht auf Wirkung bei Verstorbenen und Hinterbliebenen. Streng religiöse Verstorbene könnten so nach Kirchenlehre an ihre Gräber einige Jahrzehnte magisch gebunden werden.

Auch ein Kirchenfreier sollte lernen, den Körperfreien „frei zu lassen!“ Natürlich suchen die Verstorbenen ihre auf Erden zurückgelassenen Liebsten oft auf. Aber es wäre rücksichtslos, sie damit zu quälen, ihre Energie für diesseitige Kontakte zu strapazieren. Dazu eignen sich doch Astralbesuche während der Schlafphasen, was nur ohne Zwang und Erwartungen geschehen mag.

Alle sterbende Lebewesen erhalten bis zum Ende ihren Gehörsinn verstärkt zur Gefahren-Erkenntnis. Jede Krankenschwester weiß, dass Koma-Patienten und Menschen unter Narkose die Außenwelt noch ganz klar wahrnehmen können.

Gnetztilow wies daraufhin, dass das Bewusstsein von Sterbenden hört, sieht und empfindet, selbst wenn das Gehirn erlöscht, wie ein Licht, das weiter leuchtet, obwohl die Lampe längst ausgegangen ist. Der Tod ist ein Übergang in eine vertraute Welt, die wir erst beim Überschreiten wieder erkennen, weil wir sie so oft während der vielen Reinkarnationen überschritten haben.

Aus dem Jenseits flüstert uns zu: „Wir Verstorbenen sind nicht tot, sondern leben bewusster und daher im Stillen!“

Meine Mutter sagte öfters: „Schenkt euch Blumen zu Lebzeiten! Auf den Gräbern sind sie vergebens!“

Ich war zwar ein klischeehafter Blumenmuffel, aber ich küsste meine Frau beim Verlassen der Wohnung immer auf ihre Stirn, dem geistigen Auge, und sie lächelte, weil sie von diesem geheimen Ort der Zirbeldrüse und des 6. Chakras wusste.

6 Tage und Nächte hielt ich am Sterbebett ihre Hand, bis der Arzt ins Zimmer trat und ihren Tod feststellte. Pünktlich, wenn die Sonne im 1. Haus des Lebens steht, den statistisch erhöhten Sterbestunden. Ich hatte nicht einen Seufzer von ihr vernommen.

Der Arzt gab mir eine Stunde Zeit zur Abschiedsnahme. Meine Familie versammelte sich dort sofort zur Trauer. Beim Abschied hob ich ihren leichten Kopf und küsste sie ein letztes Mal auf ihre Stirn. Da schoss eine Energie von ihrem Kopf in mein Gehirn mit ihrer sanften Stimme: „Dankeschön! Ich liebe Dich!“

Ich war zu verwirrt, um weiter zu verweilen und folgte meiner vorausgehenden Familie. Was ich heute noch bereue.

Die Zeit nach der Beerdigung in einem nahen holländischen Waldfriedhof schmückte ich ihren Fernsehsessel mit ihrer Handtasche, ihren vielen Seidenschals und den ihr so wichtigen Fernseh-Bedienungen. Selber lehnte ich das Zwangs-Fernsehen als „betreutes Denken“ kategorisch ab.

In der immer schneller dunkel- und kälter werdenden Jahreszeit saß ich im Sessel, gegenüber dem meiner Frau, und wartete die einkehrende Ruhe ab. Ich kochte mir ein Glas heißen Grogg (Zucker kann, Wasser darf, Rum muss da hinein!) und schlief wohlig im Sessel ein.

Nach einiger Zeit wurden meine Füße kalt (der Mensch stirbt immer an den Füßen zuerst). Da sah ich meine Frau in voller Jugendschönheit in ihrem Sessel hockend mit angezogenen Knien und deutete lächelnd, mich anschauend, auf ihre dicken Wollsocken!

Sofort kam mir die Idee, schnell ein paar warme Strümpfe anzuziehen. Während ich meine Augen öffnete und aufstand, war der Sessel meiner Frau leer, aber ihr fürsorglicher Gruß erwärmt heute noch mein Herz! Möge sich ähnliches wiederholen!

W. Franzson

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