Epos: HERZOGIN HIRLANDA

Bodhi Svaha! Sadhu!

Ein Bühnenstück in 162 Strophen von Januar 2o13 , neu überarbeitet 2026.

Aufzug 1 : Simon der Arzt.

( Wächter vom Palasteingang : )

1

Was willst du hier am Königsgut,
schwarzbezopft mit spitzen Hut
Willst Güter du erschleichen ?
Treib Wucher unter Deinesgleichen !

( Simon: )

2

Simon werde ich genannt,
bin als guter Arzt bekannt !
Richard, euer kranker König
nützen eure Ärzte wenig !

3

Ich indessen wirke Wunder,
wie‘ in der Bibel steht mitunter.
Selbst Jesus wurd‘ an‘s Kreuz geschlagen
um eure Sünden abzutragen!

( Wächter:)

4

Hast du mit Heilung wirklich Glück,
bekommst du mach Dukatenstück!
Sollte es dir jedoch mißlingen,
werd‘ ich dich in den Zwinger bringen!

( Wächter tritt vor König Richard und spricht: )

5

Schauet auf, o Majestät !
Ein Arzt hier im Saale steht !
Er schwört bei Gott auf Stein und Bein:
ihr werdet bald genesen sein !

( Richard: )

6

Finster tut der Kerl ausschauen !
Ich hab zu ihm gar kein Vertrauen !
Hakennase, dicker Mund,
womit macht er mich denn gesund ?

( Simon: )

7

So wie dem Methusalem,
besser noch,- solls dir ergeh‘n !
Noch hundert Jahr sollst leben du:
stimmst meiner Medizin du zu!

( Richard:)

8

Wohlan ! Dann sag es kurz und bündig:
wie wirst du meiner Genesung fündig ?
Vielleicht am schlechten Arzt es lag,
der die Heilung mir versag !

( Simon: )

9

Im Krieg müssen viele Leut‘ verbluten,
zum Wohl des König, des einzig Guten!
So könnte schon ein einzig Leben,
dem König all seine Kräfte geben !

10

Dein krankes Blut raubt deine Kraft !
Neues Blut Gesundheit schafft,
von einem Knaben, neu geboren,
der noch nicht vernahm mit Aug‘ und Ohren!

( Richard: )

11

Du lässt mir keine andere Wahl !
Doch bereite der Ware keine Qual !
Such einen aus reinstem Adel,
mit gesunden Eltern ohne Tadel !

( Simon: )

12

Die Bretagne gehört zu Englands Krone,
Herzog Artus wartet dort auf dem Sohne.
Hirlanda, sein Weib hat ich dort getroffen:
schwanger geht sie, voller Hoffen !

13

Und zu diesem Zweck,
schick Artus mit einem Kreuzzug weg !
Um das „Heilige Land“ zu befrei’n,
kann er nicht sagen „nein“!

14

Als Arzt werd‘ ich mich bei ihr einfinden,
und dass Kindlein dort entbinden.
Sollte es ein Knabe sein,
bring ich ihn her,- und er ist dein!

( Richard: )

15

Wohlan, so sollte es denn sein!
Dies Geldsäckchen hier ist dein !
Dem ist die Macht zu eigen:
das Zeugen willig schweigen !

( jetzt zum Wärter gesprochen: )

16

Boten sollen im Lande verteilen den Brief:
König Richard zum Kreuzzug rief!
Hunderttausend Edelingen,
sollen zum Kriegsdienst sich verdingen!


Aufzug 2: Artus Traum.

( Artus zeigt Hirlanda den Königsbrief: )

17

In diesem Königsbrief,
Richard den Kreuzzug ausrief !
Ich als Edelmann,
mich nicht verweigern kann !

18

Mich bedrückt ein großer Kummer,
grad sah ich im tiefen Schlummer:
da lagst du halbtot an einem Weiher,
; und auf dir saß ein Riesengeier:

19

Der öffnete, rot besudelt,
deine Brust, aus der dein Blut gesprudelt.
Er zerrte voller Schmerz,
aus dir dein zuckend Herz!

20

Zwei Raben hinzugeflogen kamen,
mit spitzen Schnäbeln, sie deine Leber nahmen!
Doch Not bricht Eisen !
So wird ich nicht in den Osten reisen !

( Hirlanda tröstend: )

21

Oft werden Träume zu ernst genommen,
der Arzt wird mir zu Hilfe kommen!
Der weis wohl Schaden abzuwehren,-
und du kommst im heiligen Land zu Ehren !

( Artus zu Gerhard: )

22

Gerhard, Bruder, höre zu
nach König Richard reite du,
Simon der Arzt weilet dort,
beistehen soll er Hirlanda sofort !

23

Für Richard verlass ich mein Herzogtum,
der Kreuzzug bringt Gewinn und Ruhm!
Während meiner Abwesenheiten,
sollst du die Geschäfte hier leiten!

( Gerhard:)

24

Ich werde sogleich nach England gehen,
und die Geschäfte hier gut versehen !
Hast du die Muselmannen verjagt,
harrt deiner ein Erbe hier unverzagt !

( Artus: )

25

Wohlan denn ,setzen wir uns auf’s Ross,
ich reite zum Kreuzzug und du zum Schloss!
Lebe Wohl meine liebste Hirlanda,
bleibe hold mir bis zum nächsten Jahr !

( Hirlanda:)

26

Wohin, Geliebter du musst reiten,
stets in Gedanken wer‘ ich dich begleiten !
Engel sollen dir zur Seite stehen,
schützend, bis wir uns wiedersehen !


Aufzug 3 : Gerhards Bitte.

( Wächter zu König Richard: )

27

Fürst Gerhard steht vor der Tür
und bittet um Einlass zu dir!
Will seine Majestät ihn sehen
oder soll er nach Hause gehen ?

( Richard zu Simon: )

28

Besser kann es sich gar nicht schicken,
jetzt wird unser Plan aus glücken!

( Richard wieder zum Wärter: )

Bitte ihn nur herein,
und lasse uns dann allein !

( Gerhard wird herein gewunken und spricht: )

29

Ich grüße herzlich meine Majestät,
auch Simon, der bei ihm steht !
Mein Bruder hatte mir aufgetragen,
um Hilfe deines Arzt zu fragen.

30

Hirlanda, von der Bretagne liegt,
nieder bald ein Kind sie kriegt!
Artus, der in den Krieg gezogen,
ist dem Arzt recht wohl gewogen!

31

Er bittet, weil vom Albtraum erwacht,
dass Simon die Entbindung macht!
Damit des Herzogtums einziger Erbe,
keine Komplikation verderbe.

( Richard: )

32

Dein Bruder für mich sein Leben läßt,
drum halte ich auch an meinem Arzt nicht fest !
Ist die Geburt jedoch geschehen,
will ich ihn flugs am Hofe wiedersehen! !

( Gerhard: )

33

Das dieses alles erfüllet sich,
dafür, o König, verbürge ich mich !
Werde deine Befehle alle ausführen,
und mich deiner Güte revangieren !

( Simon geht mit Gerhard durch den Schlossgarten und spricht: )

34

Ich sehe uns zwei Beiden,
unter der Last des Schicksals leiden !
Ich, der wandern muss ewiglich,
und du bekommst dein Erbteil nicht !

35

Würde Artus nicht wiederkommen,
hätte dein Neffe dir alles genommen !
Doch gesichert wäre dein Erben,
würde Hirlindas Kindlein sterben !

( Gerhard: )

36

Artus hatte mich noch nie gern,
so liegt dieser Gedanke mir nicht fern !
Du bringst den Balg in den Wald ganz schnell,
ich sag er starb an Ort und Stell !


Hirlanda 4. Aufzug: der Komlpott.

( Gerhard zu Hirlanda:)

37

Hirlanda, liebe Herzogin,
sei gut gelaunt und froh im Sinn!
Simon mit den spitzen Hut
auf dein Wohl jetzt achten tut.

( Hirlanda stöhnend: )

38

Du kamst grade zur rechten Zeit,
ich glaube jetzt ist es bald so weit:
kaum zwei Atemzüge vergehen,
das setzen ein die Wehen.

( Simon, leise zur Amme: )

39

Höre Amme, die du haust im Dreck,
Das Herzogkind trag in dein Versteck.
Ich lohn es dir mit 2 Golddukaten,
tust du dort auf mich warten!

( Die Amme nickt mit den Kopf und Simon spricht zur Hitlanda: )

40

Das Kind beginnt zu sinken!
Diese Medizin musst du jetzt trinken,
dann kommt dein Kind allein,
ohne Komplikation noch Pein !

( Hirlanda trinkt und schläft ein. Simon zur Amme: )

41

Schau diesen stolzen Knaben,
den wir geborgen haben.
Flink, Amme, erfülle mein Gebot!
Das Kind erkläre ich für tot !

( Amme rennt mit dem Kind im Arm heraus und spricht zu sich: )

42

Dieses hübsche Herzogskind,
verstecke woanders ich geschwind.
Die mit Wappen bestickte Windel,
hält warm das arme Kindel .

( Hirlinda erwacht und fragt Simon 🙂

43

Ist es geschafft ? Ist es vorbei ?
Sagt, wo mein Kindchen sei!
Ist’s ein Mädel ? Ist’s ein Knabe?
Sag, was ich geboren habe?

( Simon: )

44

Frau Herzogin, ihr habt euer Kind verloren!
Es war entstellt und tot geboren !
Wir haben es sogleich begraben,
sonst fressen Wölfe es und Raben !

( Hirlinda: )

45

Verscharrt ihn nicht wie Schlachtabfall,
sondern zeigt ihn mir um letzten mal!
Nicht verwehrt der übelste Mann,
dass eine Mutter ihr Kind beweinen kann !

( Gerhard greift ein: )

46

Es kam doch nur ein Fleischeskloß
ohne Leben aus deinem Schoß!
Es steht auf einem anderen Blatt,
weshalb Gott dich so geschlagen hat !

( Gerhard geht fort und spricht zur Zimmerzofe: )

47

Nimm diesen Golddukaten
und tu deiner Herrin raten:
aus dem Hofe schnell zu fliehen,
bevor wir sie vor’s Hochamt ziehen !

48

Ihr Balg war so mißlungen,
der Teufel hatte sie besprungen!
Schnell finden sich genügend Zeugen,
das Recht zurecht zu beugen!

( Zofe rennt erschrocken der Herrin zu berichten:)

49

Herzogin, Frau Herzogin !
Voller Sorgen ich jetzt bin:
am Hofe schmiedet man einen Komplott,
dich zu bringen aufs Schafott !

( Hirlanda erhebt sich und sagt: )

50

Bring mir dein schlichtes Mägdekleid,
jetzt bleibt mir nur zu flüchten Zeit!
In Palästina kämpft mein edler Herr,
jetzt hab ich keinen Beschützer mehr!

( Zofe: )

51

Nimm diesen Käse, dieses Brot,
das mildert Kurzzeit deine Not !
Dieser Hirschfänger kann auch nützen,
vor wilde Tiere dich zu schützen.

( Hirlanda zur Zofe zum Abschied: )

52

Wohin ich gehe sag ich nicht,
wenn mi auch mein Herz zerbricht!
Wenn Gott im Himmel ist gerecht,
fügt alles sich, wie ich gern möchte !

5. Aufzug: Hirlandas Flucht.

( Hirlanda erwacht unter einem Baum und spricht zu sich selbst:)

53

Ein Laib Brot und ein Laib Käse,
Ist’s, woran ich jetzt genese!
Dort fließt ein klarer Fluss,
der meinen Durst genügen muss!

54

Diesen breiten Wasserlauf,
folge ich den hang hinauf.
Hinten auf der roten Heide
sitzt eine Magd unter einer Weide.

( Hirlanda geht zur Magd und spricht: )

55

In die Ferne führe mein Gang,
immer diesen Fluss entlang.
Was glitzert dort im Sonnenblitz,
ein wunderschöner Edelsitz?

( Magd erhebt sich und spricht: )

56

Schloss Michelsberg hast du gesehen,
dort werd‘ das Vieh ich hüten gehen!
Beim hüten von den Kühen,
kannst du auf die Trifft mit mir gehen!

57

Gerade in diesen Tagen jetzt,
ist mancher Posten unbesetzt!
Gehen kann es dir nicht schlimmer,
komm mit auf meinem Zimmer!

( Beim Kühe hüten seufzt die Magd:)

58

Ach wie trübe ich doch bin !
Wo sind all die Männer hin ?
Mit Lachen und mit Scherzen,
brachen sie unsere Herzen !

59

Seit Monaten und Wochen,
wird jetzt ihr Herz gebrochen!
Ins heilige Land sind sie gezogen,
manch Schiff versank in hohen Wogen !

60

Manche kommen heim nie mehr,
das ganze Land wird arm und leer!
All die Edlen ! All die Kühnen
schlummern unter Wüstendünen !

( Hirlananda: )

61

Sag was all die stolzen Knaben
vor Gott und der Welt verbrochen haben ?
Sind sie wirklich alle Sünder ?
Und die Pfaffenleut‘ nicht minder ?

( Magd:)

62

O du machst mich ganz verlegen,
deine Reden sind verwegen!
Wenn wir uns im Hofe zeigen:
übe dich im klugen Schweigen !

( Sie treffen im Hofe die Herrin du die Magd spricht:)

63

Oh, gnädige Frau Wirtin,
ihr sucht noch eine Vieh-Hirtin !
Die fremde, arme Magd,
hat um einen Dienst gefragt.

( Herrin zu Hirlanda: )

64

Du bist zwar noch ein wenig blaß,
vielleicht hilft an der Sonne dir das ?

( Herrin spricht zu ihrer Magd: )

Gib ihr einen Platz beim Vieh,
und fürs Essen arbeiten muss sie !

( Hirlanda : )

65

Ich danke schön, Hochwohlgebor’n !
Hab meinen Mann und Hof verlolr’n !
Für den König zog er in den Krieg hinein,
als er fiel, blieb ich allein !

( Herrin: )

66

Mein Gatte machte es ebenso,
starb irgendwann und irgendwo.
Wo er starb und auch wie,
erfahre ich wohl nie !

67

Im heißen Land der Mohren,
hab ich ihn wohl verloren.
Zwischen Wüstenstaub und Steine
bleichen nun seine Gebeine.

( Hierlanda: )

68

In diesem blutigen Teufelsspiel,
sterben junge Leut‘ so viel.
Wer will im Reich der Mauren
friedlich ein Haus sich bauen ?

( Herrin: )

69

Schon verbluteten viel tausend Mann,
ich nahm mich ihrer Witwen an!
Ein Land ganz fern und fremd,
der Papst nur heilig nennt !

( Magd, schaute von Hirlinda auf ihr Herrin und sprach: )

70

Sie hat so helle, zarte Haut,
höflich sie ausschaut !
Lass sie doch in mein Kämmerlein,
weiter als Gehilfin sein !

( Herrin:)

71

Schon gut, ich will’s gewähren !
Lass mich ihren Namen hören !
Kann sie lesen ? Kann sie schreiben ?
So darf sie hier allzeit bleiben !

( Hirlinda: )

72

Linda, alle Freunde die mich kennen,
mit meinen Namen nennen!
Ein Zofenbett ist mir genehm !
Bücherlesen ? Kein Problem !

( Herrin: )

73

Wir Frauen müssen zusammen halten,
und unser Leben frei gestalten !
In Heim und Hof und Acker
stehen wir wie ein Mann schon wacker !

( Magd zieht Hirlinda am Arm mit sich fort und sagt: )

74

Juhu ! Du darfst bleiben,
und mit mir die Kühe treiben !
Zur Kirche werden wir Sonntag gehen,
damit die anderen Leut‘ uns sehen !

( Hirlinda:)

75

Ich muss dir ehrlich sagen,
wenn die Kirchenglocken schlagen.
Als Kind schon mir davor scheute,
beim angaffen so vieler Leute!

( Magd erschrickt und flüstert: )

76

Ich hab’s mit eigenen Augen gesehen,
was solchen Mädchen war geschehen!

( sie macht eine Halsschnitt Bewegung und sprach weiter:)

Waren zudem noch ihre Haare rot,
schlug man sie vor Ort noch als Hexe tot !

77

Waren die Leute krank oder die Ernte schlecht,
suchten nach Hexen erst recht im Wahn,
die Herren Dominikan !

( Hirlanda: )

78

Genug der Schreckenssachen,
wie du willst, werd‘ ich es machen!
Trottel wie ein dummes Schaf
in die Kniebank brav!

79

Männer im Lande wurden rar,
so versucht die Dominikanerschar:
uns als Hexen zu überführen
um die Frauen zu reduzieren !


6. Aufzug Friedhofs-Frevel.

( Simon zu Gerhard : )

80

Welch ein Schreck ! Welch ein Schreck !
Das Kind Hirlandas, es ist weg !
Ich wollte es nach England führen
und musste es im Wald verlieren!

( Gerhard: )

81

Wie soll ich das verstehen ?
Wie konnte das geschehen ?
Was tat die Amme dazu sagen ?
Die Obhut hast du ihr aufgetragen !

( Simon: )

82

Ach, ich fürcht‘ des Königs Wut !
Die ganze Hütte war voll Blut!
Nie wird‘ den Kampfplatz ich vergessen !
Ich glaub: ein Bär hat sie gefressen !

( Gerhard: )

83

Auf die Kirche kann ich mich verlassen:
sie wird Hirlanda als Hexe fassen
und der Teufelsbuhlerin,
das Schandhemd überzieh‘n !

84

Jeder gesteht dem Folterknecht,
was der von ihm nur hören möchte!
Zuvor aber müssen wir begraben,
ein Skelett , wie wir es wollen haben !

85

Lasst uns zum Friedhof gehen,
und ein Knabengrab ausspähen!
In diesen Sack aus Leine,
werfen wir dessen Gebeine.

86

An den herzoglichen Abort-Gruben,
vergraben wir den Buben.
Soch seines Kopfs beraubt
mit eines Schweines Haupt.

87

Dich sollte man hier nicht entdecken,
in Flandern kannst du dich verstecken!
Dort kannst du dein Geld verleihen
und dich dessen Zins erfreuen !

( Simon: )

88.

Flink befolge ich nun deinen Rat,
und mach für des Wegs parat !
Richards Geld geb‘ ich dort aus:
zum Kaufe eines Siechenhaus !

89

Vielleicht wird’s mir gelingen,
und noch größeren Nutzen bringen,
wenn ich an eines Fürsten Hof,
heirate eine hübsche Zofe!

( Gerhard: )

90

Was sich dein böser Geist ausdachte,
mir Nutzen bringts, auch wenn ich Dich verachte.
Gerne habe ich’s angenommen,
was aus der Hölle ward gekommen !

7. Aufzug: Artus Heimkehr.

( Kämmerer zu Gerhard: )

91

14 Jahre vergingen im Land,
seit die Herzogin verschwand.
Just habe ich vernommen:
Der Herzog wird wiederkommen!

92

In Spanien ist er an Land gegangen,
eile ihm entgegen, zum Empfangen!
Bald er sich schon sehen lässt,
hier bei uns in Brest!

( Gerhard: )

93

Sattel schnell meinen Schimmel,
Artus Sohn ruht jetzt im Himmel,
eher noch im Fegefeuer,
der Bericht ist ungeheuer !

94

Artus tat gegen die Heiden streiten,
jetzt muss ich darauf vorbereiten!
Behutsam muss ich hier vorgehen,
was am Hofe war geschehen !

( Artus kommt Gerhard entgegen. Gerhard spricht: )

95

Liebster Bruder, Gott sei Dank !
Ein großer Kreuzzug dir gelang !
Wider des Muselmannes Wüten
konnte Gott dich wohl behüten !

96

Dein Herzogtum konnte ich gut verwalten,
soweit blieb alles hier beim Alten.
Dominikaner säubern hier die Fluren,
von allerlei gottlosen Kreaturen!

97

Zu allen löblichen Werken,
reich ich ein Trunk Dir zum stärken!
Erzähle, bis wir werden Daheim empfangen:
wie war es dir derweil ergangen ?

( Artus: )

98

Alle Menschen hie auf Erden,
in ihren Gräbern schlafen werden,
bis zum allerjüngsten Tag,
wenn die Posaune sie dann wecken mag.

99

Ein Tag sind 1000 Jahre beim Herrn,
am 7. Tag hält man sich der Arbeit fern.
Ist dieser Gottes-Sonntag um,
ruft er zum Symposium !

100

Jetzt sind verstrichen 1000 Jahr,
seit Jesus für uns gestorben war.
Ich mache mich daher bereit,
zum Leben in der Ewigkeit!

( Gerhard: )

101

Höchsten Gottesruhm wirst du kriegen,
tust du den Teufel erst besiegen !
Hier deine größte Prüfung ist:
zu vernichten den Antichrist !

( Artus: )

102

Du öffnetest mir meine Augen !
Welchen Kampf mag nun noch taugen ?
Für da gelobte heilige Land,
Ich 14 Jahr in Waffen stand.

103

Als die Türken, die hunnischen Horden,
Herren von Anatolien geworden,
wichen die Bewohner von Byzanz
weit in den Westen ganz !

104

Dort half ich unsere Glaubensbrüder,
gegen die Ungläubigen immer wieder!
Hab manchen Krummschädel totgeschlagen,
in den Kirchen manchen Schatz getragen.

( Gerhard )

105

Nicht kämpfe in der Türkei !
Mach hier den Acker von Unkraut frei!
Der Teufel treibt sein Unwesen hier:
zeugt Bastarde: halb Mensch, halb Tier!

106

Hebammen und Kräuterweib,
schaden Jungfrauen an Seele und Leib!
Verführen die Tugendhafte, wo sie auch sei
mit Geisterspuk und Zauberei !

107

Auch Hirlanda erlag diesem Übel,
folgte der Verführungskunst vom Dübel !
Gebar eine scheußliche Miißgeburt,
zur Strafe, dass sie rumgehurrt !

108

Wir begruben diesen unseligen Balg,
den totgeborenen Teufelsschalk.
Halb war er Mensch, halb war er Schwein
tief in die Erd am Abort rein!

( Gerhard öffnet das Grab, Artus fährt entsetzt zurück und spricht: )

109

Wollte Gott, Hirlanda wär im Kindbett gestorben!
Kaum war ich fort, schon ward sie verdorben !
Flugs ! Bringst mir die Sünderin
zu mir, dass ich ihr Richter bin !

( Gerhard zum Gesindel: )

110

Hört ihr Leute ! Hört ihr Leute !
Große Belohnung winkt euch heute !
Dem, der hilft, Hirlanda zu finden,
zu ergreifen und zu binden !

( eine Magd: )

111

Ich weiß, wo sie sich hat verkrochen,
meine Base hat mit ihr gesprochen,-
bei Aleth an der bretonischen Küste
im Herrenhaus man sie finden müsste!

112

Sie kam dort an, vor vierzehn Winter
und schläft gleich dem Sattelraume hinter.
Nun ist es offenbar,-
wer diese Fremde war !

( Artus : )

113

Lasst dieses Luder rasch ergreifen
und dann hier zum Schlosse schleifen!
Fühlen muss sie den ganzen Graus,
den sie trug in meinem Haus !

( Leute schwärmen zu Pferde aus. Artus sitzt versteinert auf einem
Baumstumpf. Lärmend wird Hirlanda herbeigechafft. Ein Knecht berichet
dem Herzog: )

114

Wir fingen diese Hexe am Trifft,
bevor sie nach England ausgeschifft!
Als sie mich sah, ist sie nicht entwichen,
ihre Schönheit ist noch unverblichen !

( Artus: )

115

Du gehörst zu den Hexen, nicht zu den Frauen!
Ich darf meinen Augen und Ohren nicht trauen !
Mit dem Teufel hast du es getrieben,
und dich selbst von mir geschieden !

116

Jetzt kannst du den Kerkermeister küssen,
beim Teufel hast du es gewollt, jetzt wirst du es müssen !
Du küsstest Satans Hinterteil,
küsse jetzt das Henkerbeil!

( Hirlanda: )

117

Auch wenn Du es nicht magst hören:
meine Unschuld will ich Dir beschwören!
Bei deiner Abwesenheit wurde ich, bei Gott,-
Opfer eines Hofkomplott !

( Gerhard: )

118

Schweige still, Du Ungeheuer !
Brennst schon bald im Höllenfeuer!
Besenreiterin ! Teufelsbuhle !
Brate bald im Höllenpfuhle!

( Kerkermeister zieht Hirlanda an den Haaren fort und spricht: )

119

Komm du Schönheit folge mir,
mein Folterwerkzeug zeig ich dir!
Meine Dornenrute fühl,
besser als dein Besenstiel !

( Ein Wärter: )

120

Mit dem Teufel hast du es getrieben,
jetzt kannst du auch uns Wärter lieben !
Satan küsstest du den Po,
jetzt küss unseren ebenso !

( Knechte lachen. Einer spricht: )

121

Jetzt macht sie die Beine lang,
auf des Henkers Steckebank !
Dann wird sie, weil sie ihren Herrn betrogen,
An ihren Brüsten hochgezogen !

122

Hört nur wie sie um Gnade fleht,
doch dazu ist es jetzt zu spät!
Sie fiel ab, vom rechten Glauben,
und trägt dafür jetzt Daumenschrauben !

123

Die ganze Nacht hört man sie schreien,
doch niemand will die Frau befreien!
Bis sie erschöpft am Boden liegt,
und selbst der Schmerz sie nicht mehr biegt.

124

Beim Morgengrauen schlägt die Glocke,
man setzt Hirlanda auf den Blocke.
Zum Richtplatz soll man sie nun führen,
wo Volk und Richter sie verhören!

8. Aufzug : Der Hexenprozess.

( neuer Tag, Gerhard zum Gesindel : )

125

Hört ihr de Glockenschlag ?
Er ruft jetzt zum Sühne-Tag !
Die Tribüne ist hoch aufgerichtet,
so man den ganzen Richtplatz sichtet.

126

Das ganze Volk strömt herbei,
denn es bekam von der Arbeit frei.
Gaukler aufs Publikum schielen,
Musiker in den Winkeln spielen.

127

Vor lauter Händlerbuden sieht man nix,
außer das große Kruzifix,
dass die Kirche aufgestellt,
denn ihr Papst ist Herr der Welt!

128

Dieser Schauprozess hat das Ziel:
Sünder abzuschrecken gar viel,
die andere Geister rufen wollen,
als den Einen, den sie sollen!

129

Die still ihr Schicksal angenommen,
sollen in den Himmel kommen,
wie es Jesus hat getan,
der sein Kreuz auf den Rücken nahm !

( Hirlanda wird mit Schandkappe vor Artus geführt. Artus spricht: )

130

Erkläre Hexe, vor uns Allen,
warum bist du von Gott abgefallen?
Durch wen ließest du den Kirchenglauben
von Gottes Reich und Güte rauben ?

( Hirlanda : )

131

Euer Gott war es, der meinen Glauben,
durch sich selbst tat rauben:
indem er mir dieses Leid gebracht,
hat er mich zum Feind gemacht!

( Artus : )

132

So verkünde ich vor Gott:
Du gehörst auf das Schafott !
Ohne jedes Reuezeichen
sollst durch den Tode du erbleichen.

133

Damit alles rechtens hier geht zu:
erwähle einen Fürsprech Du,
woraus Gottes Urteil spricht,
im offenem Gottesgericht !

134

Ein Ritter aus dem Adelsstande,
soll kämpfen heute für Hirlande!
Den Kläger Gerhard muss er bekriegen,
und ihn im Turnier besiegen!

( Hirlanda :

135

Meine Unschuld beteuere ich nochmal:
Wer befreiet mich aus dieser Qual ?
Tausend Frauen, zu jeder Zeit,
erlitten genau wie ich, dieses Leid !

136

Doch es wird eher mir Verderben,
als eines Ritters werben!
Mit dem Herzog will keiner spaßen
und mich lieber sterben lassen !

( Aus der Menge tritt ein Jüngling hervor und spricht: )

137

Wenn die Sonne scheint am hellsten,
kommt der Sturm doch noch am schnellsten !
Den Spruch haben sie Seeleute mir gelehrt,
nicht halte ich ihn für verkehrt !

138

Ich will den Zweikampf wagen,
und den Verleumder schlagen !
Der die Herzogin Hirlande,
überschüttete mit so viel Schande!

( Gerhart tobt und Artus spricht: )

139

Nenn deine Herkunft und dein Geschlecht !
Warum stellst du dich zu dem Gefecht ?
Zum sterben bist du viel zu jung,
unbekannt deine Ritter-Rüstung !

( Der Junker antwortet: )

140

Auch ich bin vom herzoglichem Geblüt,
der vor keinem Gottesfeinde flieht!
Bin allerdings erst vierzehn Jahr
doch kämpfte in einer Kreuz-Ritterschar !

141

20 Tausen Kinder aus dem Frankenreich,
folgten 30 Tausend Kinder aus Deutschland sogleich !
Im Kinder-Kreuzzug, Palästina zu befrei‘n,
der Papst persönlich lud uns dazu ein!

142

„Ihr Kinderlein kommet!“ – dieses Jesuswort,
lockte uns aus ferner Heimat fort.
Ohne Waffen, zerlumpt und zu Fuß,
die weite Reise, hungrig, zur Buß‘ !

143

Tausende erlitten Durst und Pein !
Kinderleichen säumten den Weges rain.
Mönche zogen voran und sangen Lieder,
Tausende fanden sich auf Galeeren wieder.

144

Den ganzen europäischen Kinderhaufen
taten sie den Muselmann verkaufen.
Zum Entkommen hatten nur wenige Glück ,
die sandte der Papst nach Hause zurück!

145

Im nächsten Jahr sollten diese Frommen,
zum neuen Kreuzzug wikederkommen!
Mich befand er für stark genug
so dass ich Gottes Streithemd trug.

146

Da lernte ich kämpfen mit Schwert und Spieß,
manch Türke dort sein Leben ließ!
Jetzt komm ich zurück, bin alt genug,
zu tilgen für Hirlanda den Betrug!

147

Sie wurde in ein Flechtwerk aus Lügen gefangen,
mitnichten war sie dem Teufel nachgegangen!
Meine Amme erzählte es mir:
sie floh dereinst mit mir von hier!

148

Mich wollte man meuchlings morden,
Gerhard wäre dann sein Erbe geworden.
Dich hielt man wohl für verloren ,-
und log, ich wäre tot geboren!

( Das Volk murrt laut und Gerhard stürzt sich auf den Junker: )

149

Lügner, ich stopfe dir den Mund !
Jetzt schlägt deine letzte Stund‘ !
Märchen aus Tausend-und-eine-Nacht
hast du uns vom Orient mitgebracht !

( Beide Pen stürzen mit ihren Schwertern aufeinander. Junker: )

150

Jetzt, Elendere, zeig ichs’s dir
welch blaues Blut fließt in mir!
Hirlanda ist die Mutter mein.
Artus sollte glücklich sein !

( Gerhard wird vom Junker erschlagen. Hirlanda ruft: )

151

Ich sehe unser herzogliches Wappen:
auf Gold gestickt, den springenden Rappen !
Ihn hatte ich in deine Windel gestrickt,
die du dort auf deinem Wams gespickt !

( Artus: )

152

Verzeih, du geschundene Frau Gemahl,
die von und auf dich verhängte Qual!
Nimm deinen Sohn im Empfang,
danken will ich ihn mein Leben lang!

( Eine Zofe ruft: )

153

Die Herzogin sinkt in des Sohnes Arm,
sterbend sie aus dem Pranger kam!
Jauche flößte man ihr im Kerker ein,
die musste sie trinken, statt rotem Wein!

( Herzog Artus: )

154

Ich befehle jetzt vom heutigen Tag,
verboten sei Folter und Hexenjagd!
Jede Frau soll angstfrei wohnen,
vor Menschenjagd im Land der Bretonen !

155

Den Köhlern erhalten für den Holzschlag 10 Gulden,
Auch den Scharfrichter zahle ich alle Schulden.
Die Hexenrichter erhalten ihren Lohn,
Die Folterknechte schick ich in Pension !

156

Ein Denkmal will ich Hirlanda setzen,
das einzige in der Welt, zum Gedenken der Hexen!
Verleumdung und Folter taten ihre Herzen brechen,
kein Papst will diese Opfer heilig sprechen !

( Edelfrau : )

157

Ich bin die Freifrau vom Michelsberg
bin Opfer eures Kriegshandwerk:
der ferne, fremde Wüstenstaub
hat den Liebnsten mir geraubt!

( Artus: )

158

Den Michelsberger kenne ich !
Vor Jerusalem, da wehrte er sich:
wider einer Übermacht von Mohren,
hatte sein tapferes Leben er verloren!

(Edelfrau: )

159

Für diese Auskunft tausend Dank !
Die Ungewissheit machte mich krank!
Jetzt, wo ich weiß, wie ihm geschehen,
kann ich klar in die Zukunft sehen !

( Artus: )

160

König Richard, den Sterbenskranken,
zwang der Hofrat abzudanken !
Hoffentlich hält man den neuen Herrn,
von weiteren Kreuzzügen fern!

161

Dich, Freifrau von Mont Michel,
frage ich ganz offiziell:
erweise mir die Ehre groß
und verweile hier auf meinem Schloss !

( Edelfrau . )

162.

Mein lieber gnädiger Herr,
Euer Angebot beglückt mich sehr !
Nichts habe ich mehr zu verlieren,
will mein Leben hier in Stille führen !

( Ende )

Regie-Tipps


Das Stück sollte als historisches Versdrama mit tragischem Kern inszeniert werden. Seine Wirkung entsteht weniger durch große Schlachtenszenen als durch Intrige, Verrat, Verlust, religiösen Fanatismus und die allmähliche Zuspitzung von Hirlandas Schicksal.

Die ersten drei Aufzüge können zunächst höfisch und beinahe ruhig beginnen. Mit Simons und Gerhards Komplott sollte sich die Atmosphäre zunehmend verdunkeln. Ab Hirlandas Flucht darf sich das Tempo wieder verlangsamen, damit ihre Einsamkeit und der Kontrast zwischen Hof und einfachem Leben spürbar werden.

Im 7. und besonders im 8. Aufzug sollte die Dynamik deutlich ansteigen. Der Hexenprozess bildet den dramatischen Höhepunkt. Das Publikum auf der Bühne – Gesinde, Händler und Zuschauer – kann dabei zugleich Teil der Bedrohung werden.

Die Enthüllung des jungen Ritters als Hirlandas Sohn sollte zunächst nicht vorweggenommen werden. Erst beim Hinweis auf das herzogliche Wappen darf sich die Szene emotional vollständig wenden.

Hirlandas Tod sollte anschließend gerade nicht laut oder spektakulär gespielt werden. Nach dem vorherigen Tumult kann ein plötzlicher Moment der Stille wesentlich eindringlicher wirken.

Schauspieler-Tipps


Hirlanda: Ihre Entwicklung ist der emotionale Mittelpunkt des Stückes. Zu Beginn sollte sie als Herzogin ruhig und würdevoll erscheinen. Nach dem vermeintlichen Tod ihres Kindes kommen Trauer und Verzweiflung hinzu, während sie auf der Flucht zunehmend zurückgenommen und vorsichtig wird. Im Prozess darf ihre Haltung trotz körperlicher Schwäche wieder kämpferischer werden.

Artus: Zunächst als pflichtbewussten, von Glauben und Standesehre bestimmten Herzog spielen. Nach seiner Heimkehr sollte deutlich werden, dass vierzehn Jahre Krieg und religiöse Vorstellungen sein Denken geprägt haben. Seine Wut auf Hirlanda sollte deshalb zunächst glaubhaft und nicht bloß bösartig wirken. Umso stärker ist später sein Zusammenbruch angesichts der Wahrheit.

Gerhard: Nicht von Beginn an wie einen überzeichneten Bösewicht spielen. Seine Gefährlichkeit entsteht daraus, dass er seine Intrigen ruhig plant, andere manipuliert und seine eigenen Interessen als selbstverständlich betrachtet.

Simon: Etwas beweglicher und unberechenbarer als Gerhard darstellen. Sein Auftreten als Arzt kann zunächst fast selbstbewusst oder geschäftsmäßig wirken, wodurch seine späteren Handlungen umso bedrohlicher werden.

Der Junker: Beim ersten Auftreten jung, aber ungewöhnlich entschlossen. Seine längere Erzählung über den Kinder-Kreuzzug sollte nicht heruntergerasselt werden. Die einzelnen Reimpaare brauchen Atem und kurze Pausen. Erst unmittelbar vor dem Zweikampf darf die Energie deutlich steigen.

Nebenrollen und Volk: Nicht nur als Hintergrund behandeln. Besonders beim Hexenprozess kann die Masse zwischen Neugier, Sensationslust, Angst und Aggressivität wechseln.

Bei allen Rollen gilt: Die Reime hörbar machen, aber nicht singend aufsagen. Der Sinn des Satzes sollte Vorrang haben. Die Schlusswörter der Verse dürfen leicht getragen werden, ohne jeden Reim mechanisch zu betonen.

Bühnenbild-Ideen


Das gesamte Stück lässt sich mit einer wandelbaren mittelalterlichen Grundkulisse aufführen. So müssen für acht Aufzüge keine vollständig neuen Bühnenbilder gebaut werden.

Als Grundelement eignen sich schwere Holzbalken, Steinmauern, ein großer Torbogen und einige verschiebbare Podeste. Mit wenigen Requisiten können daraus Königssaal, Herzogshof, Schlossgarten, Kerker und Richtplatz entstehen.

Aufzüge 1–3: Ein hoher Stuhl oder Thronsessel, Tisch, Truhe, Kerzen und königliche Banner. Warmes, aber gedämpftes Licht.

4. Aufzug: Ein Bett oder eine einfache Lagerstatt für Hirlanda, kleinere medizinische Gefäße und Tücher. Während des Komplotts sollte das Licht deutlich kälter werden.

5. Aufzug: Die Bühne möglichst öffnen. Ein Baumstamm, einige Steine, trockenes Gras und angedeutetes Flussufer reichen für Hirlandas Flucht. Für Michelsberg kommen Holzzaun, Eimer, Korb und einfache bäuerliche Gegenstände hinzu.

6. Aufzug: Friedhofsatmosphäre mit Grabkreuzen, kahlen Ästen, Erdschaufeln und einem Sack. Kaltes Mond- oder Nachtlicht eignet sich besonders für den Friedhofsfrevel.

7. Aufzug: Wieder der Herzogshof, nun dunkler und gealtert. Artus‘ vierzehnjährige Abwesenheit darf auch optisch sichtbar sein.

8. Aufzug: Der Richtplatz sollte die größte Bühnenverwandlung erhalten: erhöhte Tribüne, Pranger, Händlerstände, Kruzifix und dicht stehende Menschen. Der Zweikampf kann auf einer freien Fläche im Zentrum stattfinden.

Beim Erkennen des Wappens und der Wahrheit kann das Licht erstmals wieder wärmer werden. Nach Hirlandas Tod sollte die Bühne dagegen fast vollständig stillstehen und das Licht auf Mutter und Sohn konzentriert bleiben.

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