QI-GONG  : Wolken schieben und den Mond anschauen. 

Bodhi Svaha! Sadhu!

Unsere Übung: Wolken schieben und den Mond anschauen

Prolog

In Gruppen befleißig man sich mehr der Einhaltung unserer körperlichen Ertüchtigung durch Qi-Gong. Qi ist der Energiefluss und der Gong ruft zur Arbeit auf.

Bei chinesischen Ärzten bezahlt man erst, wenn man krank ist. Solcher Zustand führt der traditionelle Arzt meist auf eine Blockade im Energiestrom zurück.

Das Wappen von Tai-Chi und Qi-Gong ist die des Taoismus: eine Fischblase aus einem weißen und einem schwarzen Fisch. Die Farben vom Dualismus im Yin und Yang, weshalb Übende gerne ein weißes Oberteil und schwarzes Unterteil während des Exerzitium als Kleidung tragen.

Hauptsache ist für uns Abendländer eigentlich nur ein lockerer, luftiger Trainingsanzug.

Qi-Gong richtet sich überwiegend auf Aktivierung der Akupressur-Punkte, weshalb auch auf unsere Augenrichtung geachtet wird. Sie sind Brenngläser auf diese Punkte und helfen wo zu viel oder zu wenig Yin oder Yang- Energie vorherrschen.


Die Wolken schieben

1.

Aus der Grundstellung ausatmend etwas beugen und die Hände vor dem Unterleib kreuzen, Die rechte Hand liegt auf die linke Hand.

2.

Mit dem einatmen richte dich wieder auf und hebe die Arme vor den Körper hoch über den Kopf mit geknickten Ellenbogen.

3.

Mit dem ausatmen, richte die Handflächen nach außen und lasse sie im weiten Bogen zur Körperseite sinken, als würdest du die Wolken zur Seite schieben. Führe deine Hände mit leichter Kniebeuge, wieder überkreuzt zum Unterkörper.

Wirkung: gut für das Kniegelenk, Bauchmuskeln, Schultergelenk, löst zudem Muskelverspannung der Schultern.


Den Mond anschauen

1.

Die Grundstellung etwas erweitern, indem wir die Beine noch etwas mehr Schulterbreit abstehen lassen. Sodann drehe aus der Hüfte heraus den Oberkörper nach links und hebe einatmend auch den linken Arm nach hinten, links über den Kopf mit nach oben geöffnete Handfläche.

Gleichzeitig hebe den rechten Arm in einem Bogen auf Brusthöhe mit nach unten gerichteter Handfläche. Schaue über der linken Hand den Mond in der Ferne an.

2.

Nun wende die Handflächen in entgegen gesetzter Richtung und drehe den Oberkörper wieder zur Mitte.

Alsdann drehe den Oberkörper einatmend aus der Hüfte heraus nach rechts und hebe den rechten Arm nach hinten, rechts über den Kopf mit nach oben geöffnete Handfläche.

Gleichzeitig hebe den linken Arm in einem Bogen auf Brusthöhe mit nach unten gerichteter Handfläche. Schaue über die rechte Hand den Mond in der Ferne an.

3.

Nun wende die Handflächen wieder in entgegen gesetzter Richtung und drehe den Oberkörper zurück zur Mitte.

Wir beenden die Übung mit seitlich hängen lassenden Armen.

Wirkung: Formt die Taille und entlastet die Wirbelsäule, macht den Rücken beweglich.


Sanfte Bewegung mit Atem und Vorstellungskraft

Diese beiden Qi-Gong-Übungen verbinden Atmung, weiche Armbewegungen, bewusste Blickrichtung und ruhige Körperdrehung. „Die Wolken schieben“ wirkt wie ein öffnendes und lösenden Bewegungsbild, während „Den Mond anschauen“ die Aufmerksamkeit in die Weite richtet und zugleich Rücken, Taille und Schultern mobilisiert.

Übungshinweis:
Alle Bewegungen langsam, weich und ohne Druck ausführen. Die Knie bleiben locker, der Atem fließt ruhig, und der Blick folgt der Bewegung. Bei Schwindel, Schmerzen, Rückenproblemen oder Gleichgewichtsstörungen sollten die Übungen nur vorsichtig, verkürzt oder im Sitzen ausgeführt werden.

Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre

1. Qi-Gong für Anfänger
Einführende Bücher mit einfachen Grundübungen, Atemführung und sicheren Bewegungsabläufen.

2. Tai-Chi und Qi-Gong im Alltag
Praxisbücher, die sanfte Bewegungsformen für Anfänger, Senioren und Menschen mit wenig Trainingserfahrung erklären.

3. Grundlagen des Taoismus
Zur Vertiefung von Yin und Yang, Wandlung, Gleichgewicht und natürlichem Handeln.

4. Traditionelle Chinesische Medizin
Einführungen zu Qi, Meridianen, Akupressur-Punkten und dem Gedanken des Energieflusses.

5. Achtsamkeit und Körperwahrnehmung
Bücher über bewusstes Atmen, langsame Bewegung und innere Sammlung als Ergänzung zur Qi-Gong-Praxis.

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