Ein Weg des Mitgefühls und der Achtsamkeit
Namaste, liebe Freunde und Mitreisende auf dem Pfad der Achtsamkeit.
Im Theravāda-Buddhismus spielt das Gedenken an Verstorbene eine besondere Rolle, die auf dem Verständnis der Vergänglichkeit und der Mitmenschlichkeit beruht. Gerade im November, einem Monat, in dem auch im Westen traditionell den Verstorbenen gedacht wird, mag es sinnvoll sein, einen Moment der inneren Einkehr zu suchen. Das Gedenken bietet eine Gelegenheit, unsere Verbindung zu jenen, die von uns gegangen sind, zu reflektieren und die eigenen Einsichten in das Leben und die Vergänglichkeit zu vertiefen.
Weisheit aus der Mahāparinibbānasutta
Die Mahāparinibbānasutta, die von den letzten Tagen des Buddha erzählt, bietet wertvolle Einsichten für das Gedenken an Verstorbene. In dieser Lehre betont der Buddha die Vergänglichkeit aller Dinge und rät seinen Jüngern, in Achtsamkeit zu verweilen. Ein zentraler Auszug lautet:
„Was auch immer geboren ist, was auch immer entsteht, was zusammengesetzt ist, das wird zerfallen. Dies ist ein Gesetz des Lebens, von dem nichts und niemand ausgenommen ist.“
Dieser Gedanke der Vergänglichkeit kann uns helfen, die Endlichkeit des Lebens mit Mitgefühl anzunehmen und unsere Bindungen loszulassen. In Erinnerung an die Taten und das Wesen unserer verstorbenen Freunde und Familienmitglieder können wir diese Weisheit in unser Leben integrieren.
Eine Achtsamkeitsübung für das Gedenken am Altar oder Gedenkort
Im Folgenden ist eine einfache Achtsamkeitsübung beschrieben, die am Gedenkaltar oder einem Ort des Gedenkens durchgeführt werden kann:
Vorbereitung des Ortes: Stellen Sie eine Kerze, ein Bild oder ein Symbol des Verstorbenen auf den Altar. Wenn möglich, füge eine Blume oder ein Räucherstäbchen hinzu, um die Sinne auf den Moment zu konzentrieren.
Innere Ruhe finden: Setzen oder stellen Sie sich in eine bequeme Position. Schließen Sie die Augen und nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge. Lassen Sie alle Gedanken, die sich gerade einstellen, los und konzentrieren Sie sich auf das Hier und Jetzt.
An das Leben des Verstorbenen erinnern: Rufen Sie die Erinnerungen an den verstorbenen Freund oder Familienmitglied wach. Lassen Sie Bilder, Worte und gemeinsame Momente in Ihrem Geist erscheinen, ohne an einem Gedanken festzuhalten.
Achtsame Reflexion der Vergänglichkeit: Denken Sie daran, dass alles, was lebt, einmal gehen wird – ein Gesetz des Daseins, das der Buddha lehrte. Dies kann helfen, sich innerlich mit der Vergänglichkeit zu versöhnen.
Mitgefühl und Loslassen: Senden Sie im Geiste liebevolle Gedanken und Dankbarkeit an den Verstorbenen. Versuchen Sie, dabei den Wunsch nach seinem Wohl und Frieden auszudrücken, und lassen Sie ihn los, indem Sie in Ihrem Herzen Raum für das Fortbestehen der Erinnerung schaffen.
Abschließender Moment der Stille: Bleiben Sie noch einige Augenblicke in der Stille und lassen Sie die Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen, bevor Sie die Übung beenden.
Diese Übung hilft, das Andenken an den Verstorbenen in einem Geist der Achtsamkeit und der liebevollen Freundlichkeit zu bewahren. Sie kann regelmäßig durchgeführt werden und ermöglicht eine tiefere Verbindung zu den Lehren des Buddha über das Loslassen und die Akzeptanz der Vergänglichkeit.
Abschlussgedanken
Das Gedenken an die Verstorbenen im Theravāda-Buddhismus ist eine Praxis, die Mitgefühl und Reflexion vereint. In Zeiten der Trauer oder des Gedenkens ermöglicht es uns, den Weg des Buddha zu gehen und Trost in der Achtsamkeit zu finden. Mögen die Erinnerungen an unsere Liebsten unsere Weisheit und unser Mitgefühl bereichern.
Das Verlöschen des Erleuchteten: Ein Moment der großen Transformation
Die Mahāparinibbānasutta, die Sutta vom großen Nirvāna, beschreibt detailliert die letzten Tage und Stunden Buddhas und seinen Übergang in das Parinibbāna, das vollkommene Erlöschen. Dieser Moment, in dem der erleuchtete Lehrer seine körperliche Form ablegte, war von tiefer Bedeutung und wurde von seinen engsten Gefährten und kosmischen Wesen mit großer Ehrfurcht und Trauer begleitet.
Die Worte der Zeugen
Die folgenden Zitate, geben uns einen Einblick in die Gefühle und Gedanken jener, die Zeuge dieses Ereignisses wurden:
Brahmā Sahampati: Der Schöpfergott betonte die Universalität des Todes, selbst für einen so erleuchteten Wesen wie den Buddha. Sein Zitat unterstreicht die Vergänglichkeit allen Seins
Sakka: Der Götterkönig reflektierte über die Natur der bedingten Existenz. Alles Entstehen ist auch Vergehen, und das Erlöschen ist letztlich eine Form von Befreiung.
Anuruddha: Der erleuchtete Mönch beschrieb das Parinibbāna als einen Zustand vollkommener Ruhe und Frieden. Buddhas Herz war frei von jeglichen Fesseln, vergleichbar mit dem Erlöschen einer Flamme.
Ānanda: Buddhas engster Gefährte äußerte seine tiefe Trauer und Bestürzung über den Verlust seines Lehrmeisters.
Die Zitate der Zeugen des Parinibbānas laden uns ein, über die Natur des Lebens, des Todes und der Erleuchtung nachzudenken. Sie erinnern uns daran, die Vergänglichkeit aller Dinge zu akzeptieren und uns auf unsere eigene spirituelle Praxis zu konzentrieren.