Frya-Schrift, Zahlsymbole und Runen im Spiegel der Ura-Linda-Chronik
Die Friesenbibel „Ura-Linda-Chronik“ wurde in der eigentümlichen Frya-Schrift geschrieben. Laut Chronik schuf der Urgott Wralda aus glühendem Staube Lyda als Stamm-Mutter des Volkes im Süden. Sogleich aus heißem Staube erschuf er Finda als Stamm-Mutter des Volkes im Süden. Gleichfalls schuf er aus warmem Staube Frya, die Stamm-Mutter des Volkes im Norden.
Wir erahnen das Abkühlen des heißen Erdballs in diesen Andeutungen und in den Staubkörnern die Atome, woraus sich alles zusammensetzt. Folgerichtig besiedelten die Stämme des Nordvolkes etappenweise West-Europa.
Die Schrift Fryas (Abb. I) zeigt ihre Entstehung aus dem 6-Speichen-Julrad, mit Teilen des Radreifens in seiner Umdrehung und Teilen der Speichen.
Als älteste Rundschrift nachgewiesen in Spanien zur Berberzeit:
O = ganzer Radreifen
U = halber Radreifen
H = Horizontal-Speiche zwischen zwei Halbbögen
D = Vertikal-Speiche mit dem Bogen des halben Rades
usw.
ABBILDUNG I – Die Frya-Schrift (Jul-Rad-Alphabet) und das 6-Speichen-Julrad
Darstellung der Frya-Schrift, deren Zeichen nach der Überlieferung der Ura-Linda-Chronik aus Teilen des 6-speichigen Jul-Rades abgeleitet werden.
ABBILDUNG II – Zahlsymbole aus dem 4-Speichen-Julrad
Rekonstruktion der Zahlzeichen 1–9 aus den vier Speichen des Jul-Rades. Die Ura-Linda-Chronik bringt ihre Entstehung mit dem Seekönig Godfried dem Alten in Verbindung.
ABBILDUNG III – Runenschrift aus dem 8-Speichen-Julrad
Darstellung eckiger Runenzeichen innerhalb eines 8-speichigen Jul-Rades. In der hier dargestellten Deutung wird die Runenschrift mit Wodin/Odin und den in der Edda überlieferten Versen des Hávamál in Verbindung gebracht.
ABBILDUNG IV (Z:) – Schrift, Zahl und Rad als gemeinsames Zeichensystem
Gegenüberstellung von Frya-Schrift, Zahlsymbolen und Runenzeichen mit ihren jeweiligen Jul-Rädern. Das anglo-friesische „Weel“ – Rad – verweist dabei zugleich auf die Vorstellung von Drehung, Zeit und „Weile“.
Buddhistischer Schlussgedanke
☸ Rad, Zeichen und Wandel
Das Rad ist auch im Buddhismus ein mächtiges Sinnbild. Das Dharma-Rad steht für die Lehre Buddhas und für einen Weg der Erkenntnis, der immer wieder neu gegangen werden muss.
Schriftzeichen, Zahlen und Symbole können Wissen über Generationen bewahren. Doch ihre Bedeutung entsteht nicht allein aus ihrer Form, sondern aus dem Geist, der sie betrachtet und zu verstehen versucht.
Weiterführende Literaturtipps
Ura-Linda-Chronik / Oera Linda Boek – zum direkten Vergleich der beschriebenen Frya-Schrift, Zeichen und Überlieferungen.
Die Lieder-Edda – Hávamál – insbesondere die Strophen um Odins Runenwissen als Vergleich zur im Beitrag angesprochenen Runentradition.
Literatur zur Geschichte der Runenschrift und germanischen Schriftkultur – als ergänzender Vergleich zwischen überlieferten Runenalphabeten, Symbolformen und späteren Deutungen.






