Warum komme ich von Dir nicht mehr los?
Diese quälende Frage stellte ich mir selber während meiner kleinen Teelicht Meditation vor dem Bilde meiner verstorbenen, 5 Jahre jüngeren Frau.
Nach einigen Qigong Aufwärm-Übungen und anschließendem Chanten versetzte ich mich in einem leichten Versenken des Geistes.
Sogleich vernahm ich die ersehnte Stimme meiner Frau in meinem Kopf als wären es meine eigenen Gedanken, aber wäre es dem so, dann hätte ich doch gar nicht diese Frage erst stellen müssen!
Mein überaus geschätzter Psychologe und wohltuender, angesehener tüchtige Doktor ist mein Inneres noch am sortieren.
Angelika erklärte es so:
„Meine Familie kam aus Westpreußen und mein Vater war Pole. Deine Familie (väterlicherseits) kam aus Ostpreußen und deine Oma aus Schlesien.
Gleiches Blut zieht sich an und so fanden wir uns, aber in unserem Vorleben waren wir Bruder und Schwester und so führten wir in diesem Leben ein halbes Jahrhundert mehr eine Bruder-Schwester Ehe auf starken, esoterischen Fundament!
Du willst diese Ehe im nächsten Leben fortsetzen wie ein kleiner Junge der lieber den Berg hinaufklettert als den Sessellift zu nehmen.
Das wird auch für mich meine neue Herausforderung um zu vollenden, an was der Krebs mich hinderte!“
Weinend musste ich erkennen, wie sehr ich meine Frau ein Leben lang unterschätzte.
Punkt.
(Kolumne v. Patthopda)
Infobox: Liebe, Trauer und innere Zwiesprache
Dieser Sonntagstext schildert einen stillen Moment der Meditation, in dem Trauer, Liebe, Erinnerung und spirituelle Deutung ineinanderfließen. Die innere Stimme der verstorbenen Angelika erscheint hier als Trost, Spiegel und Erklärung für eine Bindung, die über das alltägliche Verstehen hinausreicht.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum ein Mensch nach dem Tod des geliebten Partners innerlich nicht loskommt. Die Antwort des Textes liegt nicht im einfachen „Vergessen“, sondern in einer tieferen Betrachtung von gemeinsamer Herkunft, Vorleben, Karma, Liebe und unvollendeter Aufgabe.
Hinweis für Leser:
Innere Gespräche mit Verstorbenen können in der Trauer als tröstlich und sinnstiftend erlebt werden. Wenn solche Erfahrungen jedoch Angst machen, den Alltag stark belasten oder Verzweiflung auslösen, kann ein Gespräch mit einer vertrauten Person, Trauerbegleitung, Seelsorge oder therapeutischer Hilfe entlastend sein.
Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre
1. Literatur über Trauer und Partnerverlust
Für Menschen, die nach dem Tod eines geliebten Partners mit Sehnsucht, innerer Zwiesprache und der Frage nach dem Loslassen ringen.
2. Bücher über Trauermeditation und Abschiedsrituale
Zur Gestaltung stiller Rituale mit Kerze, Foto, Gebet, Meditation oder achtsamem Gedenken.
3. Walpola Rahula: „Was der Buddha lehrt“
Zur buddhistischen Einordnung von Anhaftung, Vergänglichkeit, Karma und innerer Befreiung.
4. Das Dhammapada
Eine klassische Sammlung buddhistischer Verse über Geist, Liebe, Handlung, Leid und den Weg zur Ruhe.
5. Literatur über Reinkarnation und karmische Verbindungen
Für Leser, die sich mit der Vorstellung seelischer Wiederbegegnung, Vorleben und ungelöster Aufgaben beschäftigen möchten.
6. C. G. Jung: „Erinnerungen, Träume, Gedanken“
Zur Beschäftigung mit inneren Bildern, Seelenstimmen, Symbolen und tiefenpsychologischer Selbstdeutung.
7. Achtsamkeit in der Trauer
Übungen, die helfen können, Schmerz, Dankbarkeit, Liebe und Loslassen behutsam miteinander zu verbinden.
8. Qigong und Meditation für stille Abendrituale
Sanfte Übungen zur Sammlung des Geistes, Beruhigung des Atems und Vorbereitung auf eine meditative Innenwendung.






