Die Ura-Linda-Chronik X – Frana, der Untergang der Mütterherrschaft und die Prophezeiungen

Bodhi Svaha! Sadhu!

Vom Verlust Dänemarks über den Tod der letzten Landesmutter bis zu den großen Weissagungen der Chronik

Das steht auf unsere Burgen.

Wie unsere Dänemarken verloren ging

Wie unsere Dänemarken verloren ging, sechszehnhundertzwei Jahre nachdem Altland versunken war (591 n. Chr.).

Durch Wodins Unachtsamkeit und Vermessenheit war der Magy Herr über Schonlands Ostteil geworden; über die Berge und die See wagten sie nicht zu kommen.

Die (Landes-)Mutter wollte es nicht zurückhaben.

Sie sprach und sagte:

„Ich sehe keine Gefahr in seinen Waffen, aber wohl darin, die Schonländer wieder zurücknehmen, dieweil sie entartet und verdorben sind.“

Auf der gemeinen Acht (Richteramt) dachte man dergleichen. Darum ist es ihm gelassen.

Der Handel mit dem Magy

Vor reichlich 100 Jahren begannen die Dänemarker mit ihm Handel zu treiben.

Sie gaben ihm Waffen und Gerät; dafür tauschten sie:

  • goldene Schmucksachen,
  • Kupfer und
  • Eisenerde (eisenhaltige Grassoden)

ein.

Die Mutter sandte Boten und riet ihnen, sie sollen solchen Handel fahren lassen.

Da wäre Gefahr, sagte sie, für ihre Sitten, und so sie ihre Sitten verlören, würden sie auch ihre Freiheit verlieren.

Aber die Dänemarker hatten keine Ohren dafür: Sie wollten nicht begreifen, dass ihre Sitten verdorben werden könnten.

Darum achteten sie dessen nicht.

Zu guter Letzt vergeudeten sie ihre eisernen Waffen und Zehrungs-Vorräte.

Aber dieser Fehltritt erwirkte seine eigene Buße!

Ihre Leiber wurden beladen mit Zand und Schein, aber ihre Truhen, Spinde und Scheuern wurden leer.

Armut und Zwiespalt

Gerade hundert Jahre, nachdem das erste Schiff mit Leibeszehrung vor der Küste gefahren war, kam Armut und Mangel durch die Fenster herein.

Hunger spreizte seine Schwingen und strich nieder auf das Land.

Zwiespalt lief stolz über die Straßen und fürder in die Häuser.

Für Minne konnte länger keines Bleibes sein, und Eintracht floh dahin.

Das Kind verlangte Essen von seiner Mutter, aber diese hatte wohl Zierrat, aber kein Essen.

Die Frauen kamen zu ihren Männern, diese gingen zum Grafen, die Grafen hatten selber nichts oder hielten es verhehlt.

Nun musste man die Schmuckstücke verkaufen.

Aber derweilen die Seeleute damit weggezogen waren, kam Frost und legte ein Brett nieder auf die Wasserstraße.

Als der Frost die Brücke hergestellt hatte, schritt Wachsamkeit darüber zum Lande hinaus, und Verrat erstieg ihren Sitz.

Der Verlust des Landes

Anstatt die Ufer zu bewachen, spannten sie ihre Pferde vor ihre Schlitten und rannten nach Schonland hin.

Doch die Schonländer, die begierig waren nach dem Lande ihrer Ahnen, kamen nach Dänemarken.

In einer hellen Nacht kamen sie alle.

Sie erklärten, dass sie Recht hätten auf das Land ihrer Ahnen, und derweilen man deswegen kämpfte, kamen die Finnen in die verlassenen Dörfer und rannten mit den Kindern davon.

Dadurch und weil sie keine guten Waffen hatten, verloren sie den Kampf, und der Magy wurde Herr.

Das kam daher, dass sie Fryas Rat nicht lasen und ihre Ratschläge vernachlässigt hatten.

Es gibt welche, die der Meinung sind, dass sie durch die Grafen verraten sind; dass die Mädchen dies schon lange geahnt hatten.

Doch so wenn jemand darüber reden wollte, wurde ihm der Mund mit goldenen Ketten geschnürt.

Frana und der Angriff auf Texland

Wir können darüber kein Urteil fällen, aber wir wollen euch zurufen:

„Verlasst euch nicht zu sehr auf Weisheit und Tugend, weder eurer Fürnehmsten noch eurer Maiden; denn soll es sich bewähren, so muss jedweder wachen über seinen eigenen Leidenschaften und für das allgemeine Heil!“

Der nächtliche Angriff

Zwei Jahre danach kam der Magy selber mit einer Flotte von leichten Kähnen, um die Mutter von Texland und ihre Lampe zu rauben.

Diese arge Tat bestand er zur Nacht im Winter bei Sturmzeit, als der Wind heulte und Hagel gegen die Fenster prasselte.

Der Ausguck, der etwa zu hören vermeinte, entzündete den Ballen.

Sobald das Licht vom Turm auf das Burgwerk fiel, sah er, dass schon viele gewappnete Männer über den Burgwall gekommen waren.

Nun ging er hin, um die Glocke zu läuten; doch dazu ward es zu spät.

Ehe die Wehr kampfbereit war, wurde die Pforte schon zum zweiten Mal gerammt.

Der Kampf dauerte dadurch dann kurz, denn dadurch, dass die Wehr keine Wache gehalten hatte, kamen alle um.

Der Angriff auf die Mutter

Als alles im vollen Handgemenge war, hatte sich ein schmutziger Finne zu der Flete oder dem Bettraum der Mutter eingeschlichen und wollte sie notzüchtigen.

Die Mutter wehrte ihn ab, dass er rückwärts gegen die Wand strauchelte.

Als er wieder auf den Beinen war, stach er sein Schwert in ihre Brust mit den Worten:

„Willst du meine Rute nicht, so sollst du mein Schwert haben!“

Hinter ihm kam ein Schiffer von Dänemarken; der nahm sein Schwert und hieb den Finnen durch den Schädel.

Der Magy ließ die Mutter auf sein Schiff pflegen.

Als sie nun soweit heil und besser war, dass sie mit fester Stimme reden konnte, sagte der Magy, dass sie ihre Lampe und ihre Maiden behalten sollte; dass sie einen Staat führen würde, so hoch, wie sie ihn vorher nie gekannt hätte.

Fürder sagte er, dass er sie fragen würde in Gegenwart seiner Fürnehmsten, ob er Herr über alle Lande und Völker der Frya werden sollte.

Er sagte, dass sie das bejahen und bestätigen sollte; sonst würde er sie unter viele Wehen sterben lassen.

Franas Weissagung

Als er danach seine Fürnehmsten um ihr Lager versammelt hatte, fragte er laut:

„Frana, dieweil du klarsehend bist. Sollst du mir sagen, ob ich einmal über alle Lande und Völker der Frya herrschen werde?“

Frana tat, als ob sie ihn nicht beachtete.

Zuletzt öffnete sie ihre Lippen und sprach:

„Meine Augen werden verdunkelt, doch das andere Licht tagt auf in meine Seele.

Ja, ich sehe es.

Höre, IRTHA, und freue dich mit mir!

In den Zeiten, dass Aldland versunken ist, stand die erste Speiche des JUL am Topp.

Danach ist sie niedergegangen und unsere Freiheit mit ihr.

Wenn es zwei Speichen oder 2000 Jahre sich nieder gewendet hat, so werden die Söhne auferstehen, die die Fürsten und Priester durch Buhlerei bei dem Volke gezeugt haben, und werden wider ihre Väter zeugen.

Diese alle werden durch Mord erliegen; aber was sie gekündet haben, wird fürder bleiben und fruchtbar werden in den Busen der rüstigen Männer, gleich gutem Samen, der niedergelegt wird in deinem Schoss.

Nach hundert Jahren wird die Speiche sich nieder neigen und immer mehr senken.

In Dunkelheit und Blut über dich ausgegossen werden durch die Ränke der Fürsten und Priester.

Dann wird das Morgenrot wieder anfangen zu glasten.

Dies sehend, werden die falschen Fürsten und Priester zusammen gegen die Freiheit kämpfen und ringen.

Aber die Freiheit, Minne, Eintracht werden das Volk in ihre Hut nehmen und mit dem Jul aus dem Pfuhl aufsteigen.

Das Licht, das zuerst getagt hat, wird dann von der Lichterlohe zu einer wallenden Glut werden.

Das Blut der Argen wird über deinen Leib strömen, aber du darfst es nicht zu dir nehmen.

Zuletzt wird das giftige Getier darauf äsen und darob sterben.

Alle unreinen Geschichten, die ersonnen sind, um Fürsten und Priester zu rühmen, werden der Flamme geopfert werden.

Fürder werden alle deine Kinder in Frieden leben!“

Franas Ende

Als sie ausgesprochen hatte, sank sie nieder.

Aber der Magy, der sie nicht richtig verstanden hatte, schrie:

„Ich habe dich gefragt, ob ich herrschen werde über alle Länder und Völker Fryas – und nun hast du zu einem anderen gesprochen!“

Frana richtete sich wieder auf, sah ihn starr an und sagte:

„Ehe sieben Etmelda (7 × 3 Sonnenpfähle = 21 Stunden) um sein werden, wird deine Seele mit den Nachtvögeln um die Gräber irren, aber dein Leichnam auf dem Meeresgrund liegen!“

„Sehr wohl!“, sagte der Magy mit verborgener Wut. „Sag nur, dass ich komme!“

Weiter zu seinen Schergen:

„Werfe das Weib über Schiffsbord!“

Also war das Ende der letzten (Landes-)Mutter.

Rache wollen wir darob nicht rufen, die wird die Zeit nehmen.

Aber tausend mal tausendmal wollen wir Frya nachrufen:

„Wache! Wache! Wache!“

Zwei Prophezeiungen

Überlieferung, Religion und Wiedergeburt

Wie die Bibel für die Israeliten ein Gesetzbuch und ein Geschichtsbuch ist, so wurde uns Europäern ein Gesetzbuch und ein Geschichtsbuch gegeben, allerdings ohne jegliche böse Aufforderungen zu Misshandlungen an Andersgläubige.

So wie die Kirche Jesus als ausgesendeter, fleischgewordene Teil Gottes verehrt, ebenso dürfen wir die heiligen Mütter, Maiden und Helden der Ura-Linda-Chronik betrachten.

Die Mohammedaner nennen Jesus im Koran „Inas“, was den „Ion“ der Ura-Linda-Chronik entspräche, der gut in Jesus Geist gefahren sein konnte.

Jesus wird im Jüdischen „Jeschua“ genannt, nach Iove/Javeh, denn das „us“ am Namensende des biblischen Propheten war ein Anhängsel der verhassten Römer.

Jupiter ist der Vater „Pitar“, „Patre“ von „Ion“!

Das Gesetz des Ion – Jon oder Jan der Ura-Lida-Chronik – ist nicht die Bergpredigt, sondern sein biblisches Nachtgespräch zu Nikodemus, in welcher er das Gesetz der Wiedergeburt erklärte.

Es steht im krassen Gegensatz zur Behauptung des Bibelverfälschers Paulus und des Kirchenkongress zur Säuberung der Bibelbücher, besonders des Hebräerbriefes, indem behauptet wurde, dass es überhaupt keine Re-inkarnationen geben würden.

Unter Ur-Christentum verstehen wir also nur die Berichte über Jesus, worin dessen Geburtsgeschichte völlig der viel älteren Krishna-Geschichte entlehnt wurde, was auch zeitlich näher zur Ura-Linda-Chronik rückt und Jesus als Wiedergeburt Krischnas verrät.

Die Wikinger-Bibel (EDDA) enthält eine kleine und eine größere Prophezeiung ebenso wie die Ura-Linda-Chronik, ebenso wie ja auch die Bibel Prophezeiungen aus den Babylonischem übernommen hatte.

Die Grund-Tendenz aller Prophezeiungen spiegelt den Kampf der guten gegen die bösen Mächten wieder, wobei die Guten am Ende gewinnen und die Bösen, die immer die Ungläubigen sind.

Wäre es anders, bestände ja die Gefahr, dass dann die Gläubigen zu den Ungläubigen überlaufen!

Erste Prophezeiung der Mutter

Allen Menschen Heil!

Ich habe keine Ehrenmutter ernannt, weil ich keine wusste, und es ja besser ist, keine (Landes-)Mutter zu haben, als eine, auf die ihr euch nicht verlassen könnt!

Arge Zeit ist ja vorbeigefahren, aber es kommt noch eine andere.

Irtha (Erde) hat sie nicht geboren und Wralda (Weltgott) hat sie nicht erschaffen.

Sie kommt aus dem Osten, dem Busen der Priester her.

So viel Leid wird sie bringen (Edda: Angurboda = Angstbote), dass Irtha das Blut ihrer erschlagenen Kinder allesamt nicht trinken können.

(Wir denken hier an die biblische Offenbarung, wo Jahve den tödlichen Gift-Kelch allen Völkern der Erde zu trinken zwingt!)

Finsternis wird sich über die Geister der Menschen ausbreiten wie die Donnerwolke über das Sonnenlicht.

Allein und allewege wird List und Abgötterei wider Freiheit und Recht kämpfen.

Recht und Freiheit werden erliegen und wir ihnen.

Aber dieser Gewinn wird ihren Verlust erwirken.

(Wenn die Priester aus Fernost die Europäer töten, verelendet ihr eigenes Volk vermutlich. Einklammerungen sind von uns. Die Redaktion.)

Von den drei Werten werden unsere Nachkommen ihre Leute und Leibeigene die Bedeutung lehren!

Das sind:

  • allgemeine Liebe,
  • Freiheit,
  • Recht.

Zuerst werden sie ergänzen – z. B. zuerst: „Du darfst nicht töten“, aber dann: „Töte die Ungläubigen!“ –, danach mit Finsternis kämpfen so lange, bis es hell und klar wird.

Dann wird Zwang von der Erde fortgefegt werden – Steuerschraube, einschränkende Verbotserlasse – so wie Donnerwolken vom Sturmwind, und alles Götzentreiben – Personenkult – wird gegen nichts mehr vermögen.

(Dahinter stehen also Findas Kinder?)

Zweite Prophezeiung

Aber wenn die Priester währen werden, dass sie alles Licht von Fryas – Ura-Linda-Chronik wie auch das Ur-Christentum – und Ions Lehre ausgelöscht haben werden, dann werden an allen Orten Menschen auferstehen, die Wahrheit in Stille unter sich wahren und für die Priester verborgen haben.

Diese werden sein aus fürstlichem Blute, aus priesterlichem Blute und aus Fryas Blute.

Diese werden ihre (heilige) Lampe und das Licht – reine Lehre – hinaustragen, so dass allmännig Wahrheit sehen mag!

Sie werden „Wehe“ rufen über die Taten der Priester und Fürsten.

Die Fürsten, die Wahrheit minnen und Recht, die werden vor den Priestern weichen.

Das Blut wird strömen; aber daraus wird das Volk neue Kräfte sammeln.

Findas Volk wird seine Findigkeit zu gemeinen Nutzen anwenden und Lydas Volk (Afrika) seine Kräfte – und wir unsere Weisheit.

Dann werden die falschen Priester von der Erde weggefegt werden.

Wraldas Geist wird allein und allerwegs geehrt und angegriffen werden.

Das Gesetz (ewa), welches Wralda am Anfang in unser Gemüt legte, werden allein gehört werden.

Da werden keine anderen Baase (Bosse), noch Fürsten, noch Obmänner sein als diejenigen, die bei allgemeinen Willen gewählt sein werden.

Dann wird Frya – Friesland = Fryas-Land – jauchzen und Irtha (Erde) wird ihre Gaben alleine schenken dem werkenden Menschen.

Das alles wird anfangen 4000 Jahre nachdem Atland versunken ist – 1807 n. Chr., wo Napoleon die Kirche zu entmachten begann? – und tausend Jahre später wird da länger kein Priester noch Zwang auf Erden sein.

– Ende –

Nachwort zu den Prophezeiungen

Frana war die letzte heilige Mutter.

Die Bibel berichtet übrigens, dass der unsichtbare Gott Jahve in zwei Geschichten in fleischlicher Gestalt sich unter die Menschen gemischt hätte.

Das widerspricht nicht der Annahme, dass die heidnischen Götter dazu nicht befähigt wären!

Jetzt Ende des 20. Jahrhunderts berichtete die Wissenschaft vom Untergang Doggerlands 8000 Jahre vor Christi, der Landbrücke zwischen Deutschland und England.

Das „Alte Land“ oder „Atland“, von dem die Ura-Linda-Chronik spricht, von dem vor über 200 Jahren noch niemand etwas wusste.

Dieser versunkene Teil von „Groß-Friesland“ ist ein wichtiges Indiz für die Echtheit der Ura-Linda-Bibel, aber auch für Atlantis in der Nordsee.

Als die Ägypter Platon davon berichteten, beschrieben sie die Lage Atlantis in Haunebu (Hyperboreos = hinter den Nordwind), wo auch die Weltsäule stand.

Die Ägypter nannten deren Koordinaten jenseits der Säulen des Herakles (Gibraltar) im 9. Bogen.

Der 9. ägyptische Breitengrad entsprach dem 51. Breitengrad, also Deutschland!

Das erklärt auch die Entstehung Seelands in dem Edda-Mythus von Schwedenkönig Gylfi.

Er schenkte einer Zauberin für ihre Erzählungen so viel Land, wie sie mit ihren vier Ochsen an einem Morgen umpflügen könnte.

Die Zauberfrau namens Gefion schnitt Seeland von Schweden ab und zog es als Insel in die Ostsee.

Ägyptische Tempelbilder zeigen die Nordmeer-Völker (Friesen) im Kampf gegen den Parao Ramses II. (1200 vor Christi) in „Wikingerschiffe“ mit Hörnerhelme und germanischen Griffzungenschwerter.

Siehe „Atlantis“ von Pfarrer Jürgen Spanuth!

Nachwort zum Ende der Mütterherrschaft

Daraufhin warf ein Seebär auch den Magy über Bord.

Mit dem Ende der Mütterherrschaft (Materiachat) zerfällt die gesamte nordische Kultur.

Diese demokratische Lebensweise dürfen wir nicht mit unseren heutigen politischen Blendwerken oder der männerfeindlichen Frauen-Emanzipation verwechseln.

Die Männer hatten nur eine ihnen natürliche Funktion der härteren körperlichen Tätigkeiten und Wehrhaftigkeit, jedoch auf Augenhöhe mit den Müttern und Maiden.

Mit dem Tod unserer letzten heiligen Landesmutter Frana wollen wir unseren Bericht schließen, nicht ohne zuvor einen Blick auf ihre Prophezeiung – es gibt ja auch Prophetinnen – zu werfen.

Sie zeigt den kompletten Sittenzerfall und Grausamkeit der Priesterschaft mit ihren Religionskriegen wie:

  • Kreuzzüge,
  • Reformationskriege,
  • Hexenjagden,
  • einschließlich den staatlichen Länderkriegen
  • bis hinein in die Weltkriege.

Wie spricht man „Ura-Linda“ aus?

Wer den Namen „Ura-Linda“ als „Öra-Linda“ ausspricht, sollte wissen, dass im Niederländischen ein lateinisches „U“ als „Ü“ ausgesprochen wird und das holländisch geschrieben „Oe“ als „U“ ausgesprochen wird.

Deshalb schrieben sie ja auch Oera-Linda und sprachen:

Ura-Linda.

Wer nicht wie wir am Niederrhein lebt, kann das ja auch nicht wissen.

Das hat nichts mit Allgemeinbildung zu tun.

Die Friesen und die christliche Mission

Zum Geschichtsbild der Friesen sei erwähnt, dass ihre Verachtung den Priestern gegenüber beinahe genetisch bedingt ist.

Nachdem sie den Baumfrevler Bonifatius – alias Winfried – erschlagen hatten, schändeten die Missionare Willihad und Liutger ihre Heiligtümer.

Als Liutger auf der Hochsee-Insel Helgoland das dortige Fosite-(Poseidon)-Heiligtum zerstörte, musste er mit seinem Glaubenskollegen 791 vor den Friesenaufstand außer Landes fliehen.

Wie stark der Ahnenglauben unter den Friesen war, zeigte der Hauptmann Radbod, der schon halb im Taufbecken stand und die Worte des Missionars vernahm, er käme jetzt in Gottes Himmel.

Da stellte er misstrauisch die Frage:

„Und wo sind meine Ahnen jetzt?“

Als der Missionar verkündete, sie wären als Heiden in der Hölle, stieg der Friesenfürst aus dem Taufbottich mit den Worten:

„Lieber in der Hölle mit den Meinigen, als im Himmel mit den Deinigen!“

Kaiser Karl belegte später die Friesen mit der Todesstrafe, wenn sie nach altem Brauch weiterleben wollten, wie z. B. ihre Toten einäscherten.

Anm.: „Fosite“ ist der eddische Richtergott Forsetti = Vorsitzender!

Die Redaktion.

Fazit und Gedanken für die Leser

Teil X bildet einen dramatischen Abschluss der bisher vorliegenden Reihe. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Krieg und politischer Niedergang, sondern vor allem die immer wiederkehrenden Begriffe:

Freiheit – Recht – Minne – Eintracht – Wachsamkeit.

Für Leser lohnt es sich:

  • die Lampe als wiederkehrendes Symbol des bewahrten Wissens zu verfolgen;
  • das Julrad und seine Speichen als Zeit- und Geschichtssymbol genauer zu betrachten;
  • Franas Weissagung mit den beiden anschließenden Prophezeiungen zu vergleichen;
  • zwischen dem überlieferten Erzähltext und den modernen historischen bzw. religionsgeschichtlichen Deutungen der Redaktion zu unterscheiden;
  • Parallelen zu Edda, Bibel, antiker Mythologie und friesischer Überlieferung als Vergleichsmaterial zu betrachten, ohne aus einer Namensähnlichkeit allein historische Identität abzuleiten.

Gerade der dreifache Ruf „Wache! Wache! Wache!“ kann dabei als Leitmotiv des gesamten Abschnittes gelesen werden: Eine Gemeinschaft soll ihre Freiheit nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen eigene Unachtsamkeit, Habgier und gesellschaftlichen Zerfall schützen.

Wichtiger Hinweis:
Die Ura-Linda-Chronik ist historisch und sprachwissenschaftlich stark umstritten. Manche betrachten sie als friesische Urüberlieferung, andere als spätere literarische Konstruktion. Dieser Beitrag sollte deshalb als heimatkundlich-spirituelle Deutung gelesen werden, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung.

Redaktioneller Hinweis:
Einige Passagen enthalten alte, wertende Vorstellungen über Völker, Priester, Religion, Sklaverei, Kultur und Herkunft. Für eine heutige Veröffentlichung empfiehlt sich eine klare Einordnung: Solche Texte sollten als mythologische, weltanschauliche und erzählerische Überlieferung betrachtet werden und nicht zur Abwertung heutiger Menschen, Religionen oder Kulturen dienen.

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