Aus dem Blickwinkel der Geschichte des LICHTS
Von uralten Schöpfungsmythen bis zur modernen Quantenphysik – eine buddhistische Betrachtung über Licht, Materie und Bewusstsein
Die Kirche feiert den epileptisch ähnlichen Niedergang des „Heiligen Geistes“ über eine Gruppe biblischer Gestalten zu Pfingsten. Viele Jahrhunderte zuvor berichten kanonische Schriften in Indien ähnliche Wunder des Erhabenen Buddha Siddharta Gotama, der im Himmel an vielen Stellen gleichzeitig seinen Gläubigen offenbarte, wobei warmer und kalter Regen auf sie herniederfiel.
Wir Buddhisten wissen, dass unsere materielle Welt aus „geronnenem Geist“ besteht und die ursprüngliche Gestalt des Menschen ein Lichtleib ist, der auf Erden in einem Fleischkörper inkarnierte und nach dessen Zerfall wieder in die Lichtwelt zurückkehrt.
Wir „abendländische Buddhisten“ begründen unsere Lichtarbeit auch mit der modernsten Quantenphysik, wo sich die Atome des Lichts (Proton) wie in des Erhabenen, Buddhas, Himmelserscheinungen überlagern (Superpositionen). Daher beginnen wir unsere Reise durch die Geschichte des Lichts mit den stufenweisen Erkenntnissen im Abendland.
Teil I – Verschollene Kulturen
Seltsame Artefakte finden sich in unseren Museen, die unsere Wissenschaft nicht erklären kann und die nicht ins Bild unserer offiziellen Menschheitsgeschichte hineinpassen.
Ein im Gestein eingeschlossener Eisenhammer mit versteinertem Holzschaft. Ein hochkompliziertes Navigationsgerät mit eisernem Uhrwerk aus dem frühen Mittelalter. Versteinerte menschliche Schuhabdrücke mit einer versteinerten Urzeitschnecke. Ein Ur-Rind aus der Eiszeit mit einem Loch aus einer Gewehrkugel im Kopf. Dinosaurierspuren neben nackten menschlichen Fußabdrücken, die unter Felsen weiterführend ausgegraben wurden … und, und, und!
Diese Phänomene führen zur Schlussfolgerung, dass die alte Volkskunde Recht mit der Behauptung hat, dass es auf Erden schon eine höhere Kultur gegeben hat, die sich mit unserer primitiveren Kultur überschnitten hatte und deren hohe Kulturträger von unseren Urahnen als Götter gefürchtet wurden.
Im Laufe der Zeit fiel diese höhere Menschheit einer großen Katastrophe zum Opfer. Unsere Ahnen jedoch überlebten und erfuhren in Gleichnissen das Urzeitwissen von jener erloschenen Kultur – so wie wir Erwachsenen Kindern komplizierte Dinge bildlich erklären. Diese unterschiedlichen Gleichnisse hüteten unsere Ahnen sorgsam als ihre Mythen.
In der Wikinger-Bibel Edda, zuletzt niedergeschrieben im 12. Jahrhundert auf dem romfernen Island, wird vom Brunnen Hvergelmir berichtet, aus dem die Urwogen Eli-Vagar in den leeren Weltraum Ginungagap (Gähnungs-Abgrund) flossen. Muspelheim hieß dort die Feuerwelt, an deren Rand die Nebelhölle Niflheim begann. Dort gefroren die Wasserwogen zu festen Gebilden (Materialisation), auf denen die Feuerfunken von Muspelheim trafen, sodass die Eisblöcke schmolzen und Leben entstand (Vafthrudnismal, Vers 31).
Tatsächlich herrschte am Anfang der Wasserstoff und die Licht-Atome (Photonen) bewegen sich als Wellen durch das eiskalte Weltall. Schöner hätte unsere mutmaßliche erste höhere Kultur das Wissen einer primitiven Menschheit im hohen Norden nicht erklären können.
Im warmen Asien wurde der Materialisations-Vorgang als Gleichnis vom Buttern des Weltmeeres vermittelt.
Vergleichen wir diese Ereignisse mit den heutigen wissenschaftlichen Schilderungen:
Vor etwa 13 Milliarden Jahren war der ganze Weltraum auf die Größe eines Eis komprimiert. Als Hitze und Druck dieses Ur-Atom explodieren ließen (Big Bang/Urknall), füllte sich das unendliche Weltall mit einer überaus heißen Plasmawolke aus Protonen, Elektronen und hochenergetischen Photonen (Licht-Atomen).
Das Universum war ein undurchsichtiger glühender Ort (Muspelheim), wo die Photonen sich nicht frei bewegen konnten, da sie ständig mit den freien Elektronen kollidierten und in alle Richtungen gestreut wurden. Das Licht war also gefangen in einem großen Zustand der Instabilität (griech.: Chaos/Gas).
Ein gleitendes Chaos aus Energie und Materie, vor dem sich ein eisiger kühler Raum ausdehnte, in welchem sich die Glutteilchen nach etwa 380.000 Jahren auf 3000 Kelvin abkühlten. Das führte zur Rekombination, wo die Protonen und Elektronen sich zu stabilen neutralen Wasserstoff-Atomen verbinden konnten, bis es kaum noch freie Elektronen gab.
Als den Photonen nichts mehr im Wege stand, wurde das Universum durchsichtig und das LICHT befreit. Die Photonen traten ihre weite Reise durch das große Weltall an.
Dieses allererste helle Licht ist heute noch als Hintergrundstrahlung sichtbar. Mit Ausdehnung des Weltraums wurden auch die Photonen in die Länge gestreckt (kosmische Rotlichtverschiebung). Ein einst sichtbares warmes Licht wurde im Laufe der Zeit langwelliger und damit ärmer an Energie.
Das erste Licht ist heute soweit gedehnt, dass wir es nicht mehr sehen können, doch es lässt sich noch als schwache Mikrowelle messen, die den gesamten Himmel gleichmäßig erfüllt – ein leises Rauschen vielleicht noch im Radio.
Das Paradoxon ist, dass laut Einsteins Relativitätslehre für dieses Licht seit seiner 14 Milliarden Jahre langen Reise in seinem Bezugssystem überhaupt keine Zeit vergangen war. Seine Photonen tragen die Information über die Struktur des frühen Universums noch immer in sich.
Das Licht erzeugende Photon hat keine Masse und besitzt dennoch reine Energie. Es bewegt sich ohne Hindernisse von Zeit und Entfernung, trifft also bei uns zur selben Zeit ein, wie es im fernen Weltraum in unsere Richtung abflog – ein Gedanke, der unser Verständnis weit übersteigt.
Teil II – Die klassische Wissenschaft
1704 erklärte Isaac Newton in England, dass Licht aus einem Strom winziger Körperchen (Korpuskeln) besteht, die sich in gerader Linie durch den Raum bewegen. Das erklärt, warum Licht Schatten wirft und von Spiegeln abprallt.
Zeitgleich entdeckte der Holländer Christiaan Huygens im Licht eine sanfte Welle, weshalb Licht den Raum wie eine Schwingung durchwandert – ähnlich wie Schall, der aufs Trommelfell trifft.
Er schlug vor, dass die Sonne oder andere Lichtquellen Vibrationen in einem unsichtbaren Medium auslösen, die sich kreisförmig nach außen ausbreiten. Huygens erkannte, dass sich Licht an den Rändern leicht ausbreitet, wenn es durch einen schmalen Spalt fällt (Lichtbeugung) – eine typische Eigenschaft von Wasserwellen.
1803 führte der britische Forscher Thomas Young das berühmte Doppelspalt-Experiment durch. Dabei schoss er Photonen durch zwei Schlitze auf eine Leinwand, wo ein Interferenzmuster entstand.
Sein Beweis für die Wellentheorie: Wenn zwei Steine gleichzeitig ins Wasser fallen, entstehen zwei Wellenringe. Wo diese zusammentreffen, verstärken sie sich zu einer größeren Welle (konstruktive Interferenz). Treffen jedoch Wellenberg und Wellental aufeinander, löschen sie sich gegenseitig aus (destruktive Interferenz).
Ebenso verhält sich das Licht in den beiden Schlitzen. Wo die Wellenberge zusammenfallen, entstehen leuchtende Streifen. Wo sie sich gegenseitig auslöschen, bleibt die Leinwand dunkel.
1860 erkannte der Schotte James Clerk Maxwell die unzertrennbare Verwobenheit elektromagnetischer Felder. Elektrische Ladungen und magnetische Pole erschienen als zwei Seiten derselben Münze.
Radiowellen können kilometerlang werden. Gamma-Strahlen hingegen sind kleiner als ein Atom. Alle bewegen sich jedoch mit Lichtgeschwindigkeit.
Die Wissenschaftler wussten: Wenn ein Stück Eisen erhitzt wird, beginnt es zu leuchten. Die Temperatur bestimmt die Qualität des Lichtes. Kühlere Objekte strahlen rötlich, extrem heiße Körper dagegen blauweiß.
Die klassische Wissenschaft folgerte daraus, dass ein heißes Objekt auch ein helleres Licht aussendet und damit mehr Energie besitzt.
Teil III – Dem Licht auf der Spur
Der Fehler in dieser klassischen physikalischen Theorie wurde durch Max Planck gelöst. Er vertrat den Gedanken, dass Energie nicht kontinuierlich fließend abgegeben wird, sondern nur in festen abgegrenzten Quanten existiert.
Jedes Energiequant steht proportional zur Frequenz des Lichtes. Licht mit hoher Frequenz kommt mit großen Energiepaketen, während Licht mit niederer Frequenz in kleineren Portionen abgegeben wird.
1887 bemerkte Heinrich Hertz den photoelektrischen Effekt. Funken zwischen zwei Metall-Elektroden sprangen leichter über, wenn sie mit ultraviolettem Licht bestrahlt wurden.
Er sah, dass Licht Elektronen aus der Oberfläche eines Metalls herausschlägt.
Nach der Wellentheorie müsste helleres Licht mehr Elektronen aus dem Metall schleudern als schwaches Licht. Doch die Messungen bestätigten das nicht. Entscheidend war nicht die Helligkeit, sondern die Farbe beziehungsweise Frequenz des Lichtes.
Blaues Licht setzte mehr Elektronen frei als rotes Licht – unabhängig von der Lichtstärke. Unterhalb einer bestimmten Schwellenfrequenz geschah überhaupt nichts.
1905 griff Albert Einstein Plancks Entdeckung auf und vermutete, dass Licht aus unteilbaren punktförmigen Teilchen – den Photonen – besteht.
Jedes Photon trägt eine genau festgelegte Energiemenge. Sobald ein Photon auf ein Elektron trifft, überträgt es seine gesamte Energie schlagartig.
Damit standen sich zwei widersprüchliche Vorstellungen gegenüber: Licht als Welle und Licht als Teilchen.
Um dieses Rätsel zu untersuchen, schickten Wissenschaftler einzelne Photonen mit großen Zeitabständen durch den Doppelspalt. Es befand sich immer nur ein einziges Photon im Experiment.
Eigentlich hätten zwei einfache Streifen entstehen müssen. Doch stattdessen bildeten die einzelnen Einschläge mit der Zeit erneut ein Interferenzmuster.
Jedes Photon kam als Teilchen an, erzeugte aber gemeinsam mit anderen Photonen ein Wellenmuster.
Die Wissenschaftler lernten daraus, dass jedes Teilchen eine Wellenlänge besitzt und Materie selbst wellenartig verstanden werden kann.
Mit der fortschreitenden Quantenforschung veränderte sich unser Verständnis von Wirklichkeit grundlegend. Kleinste Teilchen schwebten in Superpositionen, waren weder eindeutig Welle noch Körperchen und entschieden sich offenbar erst bei der Messung.
Quanten benötigten scheinbar weder Raum noch Zeit im klassischen Sinne. Sie tunneln, verschränken und überlagern sich.
Ganz ähnlich verhielt sich der Erhabene, der Erleuchtete, in den besagten Himmelswundern – entgegen der Gravitation wie diese Lichtteilchen in ihrer Superposition.
Infobox – Weiterführende Literatur
Empfohlene Literatur zum Thema Licht, Quantenphysik und buddhistische Kosmologie
- Die Edda
- Eine kurze Geschichte der Zeit
- Der Tao der Physik
- Quanten
- Kosmos
- Buddhistische Sutren über Licht- und Himmelserscheinungen des Buddha
- Texte zur nordischen Mythologie und indischen Schöpfungslehre






