Im Rhythmus von Wasser, Atem und Bewegung
Kleine Einführung
Die Qi-Gong-Übung „Das Boot aufs Wasser schieben“ verbindet einen ruhigen Gewichtswechsel mit fließenden Armbewegungen. Das Bild eines Bootes, das behutsam ins Wasser geschoben und anschließend unter gesetztem Segel auf die Reise geschickt wird, unterstützt die bewusste und harmonische Ausführung.
Die Bewegung sollte langsam, gleichmäßig und ohne Kraftanstrengung durchgeführt werden. Achte während der gesamten Übung auf einen sicheren Stand, eine entspannte Atmung und lockere Gelenke.
Übungsablauf
1. Grundstellung
Aus der Grundstellung der lockeren Haltung:
Füße hüftbreit, Knie leicht gebeugt, Arme locker herabhängen, als ob wir Tennisbälle unter den Achseln hätten, Rücken grade und Kopf, als ob er wie eine Marionette mit einem Faden am Himmel hängt.
2. In den Bogenschritt gehen
In den Bogenschritt gehen: linker Fuß nach vorne schieben, so dass unser linkes Knie im leichten Winkel steht.
Dabei verlagern wir 70 % des Körpergewichts auf das Bogenbein.
3. Das Boot ins Wasser schieben
Die Arme werden vor die Brust gehoben und die geöffneten Handflächen zeigen nach vorn.
Schiebe die Arme zur Erde beim Vorbeugen des Oberkörpers. Hebe die rechte Ferse an.
So wird das Boot ins Wasser geschoben.
4. Das Segel setzen
Senke die rechte Ferse und verlagere das Gewicht wieder auf das rechte Bein.
Ziehe das linke Bein langsam in Grundstellung und hebe dabei die Arme im hohen Bogen seitlich über den Kopf, wobei die Handflächen nach vorne weisen.
Das Segel ist gesetzt.
5. Seitenwechsel
Lasse die Arme wieder seitlich am Körper ruhen und wiederhole die Übung erneut, aber mache den Bogenschritt mit dem rechten Fuß, worauf du die 70 % deines Körpergewichts alsdann verlagerst.
Infobox
Übungsart: Bewegtes Qi Gong
Ausgangsstellung: Hüftbreiter, lockerer Stand
Bewegungsschwerpunkt: Gewichtsverlagerung, Bogenschritt und Armführung
Beanspruchte Bereiche: Beine, Hüften, Knie, Schultern und Arme
Wiederholungen: Mehrmals im Wechsel auf beiden Seiten
Atmung: Ruhig, natürlich und gleichmäßig
Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittelschwer
Hinweis: Die Bewegungen sollten langsam und ohne ruckartige Belastung ausgeführt werden. Bei Knie-, Hüft- oder Gleichgewichtsproblemen empfiehlt sich ein kleinerer Bogenschritt.
Literaturtipps
- Kenneth S. Cohen: Qi Gong – Grundlagen, Methoden, Anwendung
- Daniel Reid: Das große Qi-Gong-Buch
- Mantak Chia: Energiearbeit für Körper und Geist
- Foen Tjoeng Lie: Das stille Qi Gong
- Werner Lind: Das Lexikon der östlichen Weisheitslehren
- Bruce Frantzis: Die Kraft des Qi







