Meine Unachtsamkeit – über Leiden, Gedanken und die Verbindung über den Tod hinaus
Der Mensch ist wie ein Diabetiker, der seinen unstillbaren Drang nach Süßigkeiten nicht unterdrücken kann. Er schädigt immer wieder und immer weiter seine Gesundheit und kommt aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus. Dieser Gedanke kam mir bei meiner Teelicht-Rezitation vor dem Bilde meiner verstorbenen Liebsten in den Sinn. Und ich stellte die provokante Frage in den Raum: „Ist der Mensch wirklich selbst schuldig an seinem Leiden? Oder ein Gott, der dieses Leiden schuf, indem er es in die Welt setzte wie tausend andere Schmerzen?“
Ich lehnte mich in meinen Sessel zurück, nippte an meinem dampfenden Grog und wartete ab. Dann kam ihre telepathische Antwort direkt in meinem 6. Sinn:
„Der Löwe frisst zuerst die Schwachen, und schwach sind die Alten und Kranken. Den Gottgläubigen im Westen wurde schon in der Schule erzählt, das Paradies als zweite Schöpfung Gottes würde sie nach bitteren Erdenleiden dafür entlohnen. Nur weil sie den Glauben an Gott nicht verloren haben.
Ich lebe auch jenseits der Leidenswelt und kann diesen Erden-Zustand nicht Vollkommenheit nennen, wo ich dem Krebs zum Opfer fiel. Da, wo ich bin, schaffen wir eine fantastische Umwelt wie auf Erden aus unseren Wunschgedanken. Wir kreieren aus Energienebel unsere Kleidung und Gegenstände wie damals zu Hause bei euch.
In Wahrheit schöpfen wir dieses Dasein aber gar nicht selber, sondern das Universum schafft diese Zustände nach unseren Wünschen. Ebenso schaffen die Gedanken der Erdenbewohner ihre Welt schöpferisch mit. Du denkst, und das Universum reagiert so, wie ich im Moment auf deine Gedanken reagiere.
Dabei kannst du dir nie sicher sein, von wem deine Gedanken kommen. Es gibt viele Denker und Erfinder, die gleichzeitig an unterschiedlichen Orten denselben Gedanken hatten. Einige beschuldigten sich des Plagiats, andere Menschen vervollständigen Werke sogar, die Verstorbene noch zu vollenden gedachten.
Dabei kommen oft Wahrheiten ans Sonnenlicht, was Finstermächte einst glaubten, allzeit vernichtet zu haben. Das linke Ohr ist das Eingangstor fremder Einfälle, und das steht bei dir weit offen.
Du tröstetest mich mit Buddhas Lehre, das machte mich stark. Warum fragst du dann so?“
An diesem Abend schämte ich mich wegen meiner Unachtsamkeit und bedankte mich im Herzen. Ich erkannte: Fragt nicht den Pastor, der nur Jesus im Kopfe hat. Fragt eure Verstorbenen selbst: „Ehrt es sie, wenn wir ihnen Liebe und gebührenden RESPEKT entgegenbringen?“
Höflichkeit ist eine Tugend!
(Euer Tagträumer)
☸ Gedanken zur Achtsamkeit
Im Buddhismus beginnt die Veränderung nicht damit, die Welt für unser Leiden verantwortlich zu machen, sondern damit, den eigenen Geist aufmerksam zu betrachten. Gedanken entstehen, verweilen und vergehen. Wer sie achtsam erkennt, muss ihnen nicht blind folgen.
Liebe zu einem verstorbenen Menschen muss dabei nicht ausgelöscht werden. Erinnerung, Dankbarkeit und Mitgefühl können Teil eines bewussten Lebens bleiben – solange wir uns nicht in ihnen verlieren, sondern auch den gegenwärtigen Augenblick wahrnehmen.
Achtsamkeit bedeutet nicht, weniger zu fühlen – sondern bewusster zu erkennen, was in uns entsteht.
Weiterführende Literaturtipps
Dhammapada – Die Lehre des Buddha: Eine der bekanntesten Sammlungen buddhistischer Verse über Geist, Leiden, Achtsamkeit, Handeln und die Überwindung unheilsamer Gedanken.
Satipaṭṭhāna-Sutta – Die Grundlagen der Achtsamkeit: Eine zentrale Lehrrede des Theravāda-Buddhismus über die achtsame Betrachtung von Körper, Gefühlen, Geist und geistigen Erscheinungen.
Thich Nhat Hanh: „Das Wunder der Achtsamkeit“: Eine verständliche Einführung in die buddhistische Praxis der bewussten Wahrnehmung und des achtsamen Lebens.






