Was Meisen, Papageien und andere Tiere uns sagen könnten
Die erste Universität mit einem Labor und eine Fakultät für Tiersprachenforschung gibt es in Tokio, Japan.
Gegründet wurde dieser Fachbereich von einem jungen Ornithologen, der die Stimmen von Meisen unterschiedlicher Art mit einem Tonband aufnahm und auswertete.
Das Tonband zeichnete Höhenlage, Zeitabschnitte und Tonlängen der Vogelstimmen exakt auf.
Die Vogelkundler beobachteten dabei die jeweilige Situation des rufenden Vogels und die Reaktion der anderen Vögel auf diese Rufe.
Er filmte mit versteckten Kameras auch das Verhalten der Vögel in ihren Nestern.
So wurde wissenschaftlich festgestellt, dass Meisen unterschiedliche Alarmrufe von sich gaben und in einem einzigen Alarmruf 175 unterschiedliche Laute in unterschiedlichen Kombinationen benutzten.
So wurde in Jahre langer Beobachtung entdeckt, dass die Meisen sich bei Gefahr von ihren größten Feinden genau zuriefen, um welchen Feind es sich handelt.
Auch völlig artfremde Vögel erkannten die Gefahr durch die Aufgeregtheit der Meisen nach dem Alarm vor Krähen, Marder, Schlangen u.s.w.
Die Vogelkundler brachten präparierte Fressfeinde in Nähe eines Nestes.
Sobald eine Meise so eine Raben-Imitation entdeckte, schlug sie den entsprechenden Alarmruf aus.
Sofort hielten alle Meisen nach den Feind Ausschau.
Und selbst in den Nestkästen, duckten sich die noch nicht ganz flugfähigen Kücken, zusammengerückt platt am Boden in hinterster Ecke.
Raben oder Krähen können nicht tief durch das Eingangsloch greifen.
Setzte man eine harmlose Tauben-Attrappe anstelle die des Raben, kam kein Alarmsignal.
Wurde die Attrappe eines Neuntöters (der Meisen zum späteren Verzehr auf Dornen aufspießt) auf einen Ast gesetzt, suchten alle Meisen aufgeregt den Himmel ab.
Noch aufgeregter wurden die Vögel beim nahen einer Ratten-Natter in ihrem Revier.
Die Wissenschaftler filmten, dass die Schlangen-Attrappe vor einem Nestkasten ganz speziellen Alarm auslöste, woraufhin die noch nicht ganz flugfähigen Küken vor Angst sofort aus dem Eingangsloch ins Freie sprangen und sich zerstreut am Boden versteckten.
Sie wussten, dass Schlangen in den Nistkasten kriechen können!
Die Eltern kamen und fütterten ihre Küken am Boden weiter.
Die Ornithologen spielten Alarmrufe von hoch hängende Lautsprecher ab und konnten diese Experimente mit den bekannten Vogelverhalten beliebig oft wiederholen.
Es gab auch einfache Alarmrufe, wo die Vögel Himmel und Boden nach Gefahren absuchten.
Beim Schlangen-Alarm flogen auch brütende Vögel sofort ins Freie!
Wenn beide Elternteile zugleich mit Futter zum Nest kamen, schaute das Männchen zum Weibchen.
Flatterte das Weibchen mit den Flügeln, durfte er zuerst füttern.
Die Forscher arbeiten an einem Gerät, mit welchem die Menschen einmal sich mit den Vögeln unterhalten können.
Den Anfang für diese Vogelsprache haben sie bereits gelegt mit den Vogelsätzen:
„Schau Dich um, Gefahr!“
und
„Komm her!“
Mit letzteren Satz lockt man einen Patner zu sich oder Andere zum Futterplatz!
Es muss aber immer dieselbe Stimme bei einer Satzstellung sein.
Durcheinander sprechen verstehen sie nicht.
Auch müssen die einzelnen Wörter immer richtig in einem Satz stehen und einzelne Worte daraus herausgenommen, werden nicht verstanden wie z.B.:
„Futter gut bringt Mensch!“
statt
„Guter Mensch bringt Futter!“
wie es richtig heißen müsste.
In Venezuela entdeckten Vogelkundler, dass Sperlings-Papageien ihren Küken Namen gaben, auf denen sie ihr leben lang hörten.
Das ermöglichte eine gerechte Fütterung.
Kamen die Küken in Adoption, reagierten sie auf den neuen Namen, die ihnen ihre Adoptiv-Eltern gaben.
Wenn man zukünftig die Vogelsprache verstehen und benutzen kann, müssten andere Tiersprachen ebenso interpretierbar sein.
Bei Affen funktioniert es ja auch, wenn man ihnen ab Babyalter die Gebärden-Sprache der Gehörlosen beibringt.
Das kirchliche Motto:
„Macht euch die Erde untertan!“
zerbröckelt immer mehr durch Ehrfurcht vor den Tieren.
Die Natur-Wissenschaft wird in Zukunft unsere so verächtlich gemachten Märchen und Sagen rehabilitieren, wo feinsinnliche Frauen mit den Tieren des Waldes ganz selbstverständlich sprechen und sich gegenseitig schützen.
Infobox: Tiersprache, Forschung und Ehrfurcht vor dem Leben
Dieser Beitrag stellt die Vogelsprache als faszinierendes Forschungsfeld vor. Im Mittelpunkt stehen Meisen, die offenbar unterschiedliche Alarmrufe für verschiedene Gefahren verwenden, sowie Sperlings-Papageien, bei denen individuelle Rufnamen beschrieben werden.
Besonders eindrucksvoll ist der Gedanke, dass Tiere nicht nur mechanisch Laute ausstoßen, sondern auf Situationen reagieren, Warnungen weitergeben, ihre Jungen schützen und auf bestimmte Rufmuster antworten können.
Naturkundlicher Gedanke:
Je genauer der Mensch Tiere beobachtet, desto deutlicher wird, dass sie eigene Wahrnehmungen, Beziehungen, Warnsysteme und soziale Formen besitzen. Daraus entsteht nicht Überheblichkeit, sondern Ehrfurcht.
Redaktioneller Hinweis:
Einige Forschungsergebnisse zur Tierkommunikation sind gut untersucht, andere Deutungen bleiben vorsichtig zu betrachten. Zwischen wissenschaftlicher Beobachtung, technischer Übersetzung, symbolischer Auslegung und märchenhafter Vorstellung sollte klar unterschieden werden.
Buddhistischer Gedanke:
Aus buddhistischer Sicht stärkt die Erkenntnis tierischer Empfindungsfähigkeit Mitgefühl. Wenn Tiere fühlen, warnen, lernen, leiden und ihre Jungen schützen, dann verdient ihr Leben Achtung.
Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre
1. Einführung in die Ornithologie
Zur Vertiefung von Vogelverhalten, Brutpflege, Revierverhalten, Warnrufen und Schwarmreaktionen.
2. Bücher über Tierkommunikation
Für Leser, die sich mit Lauten, Gesten, Duftsignalen, Körpersprache und sozialen Signalen bei Tieren beschäftigen möchten.
3. Forschung zu Meisen und Alarmrufen
Zur Frage, wie Vögel verschiedene Feinde erkennen, benennen und auf Warnsignale anderer Arten reagieren.
4. Literatur über Papageien und individuelle Rufnamen
Zur Beschäftigung mit Sperlings-Papageien, sozialen Bindungen, Lernverhalten und Lautnachahmung.
5. Verhaltensbiologie für Einsteiger
Zur Einordnung von Instinkt, Lernen, Nachahmung, Warnverhalten und Kooperation im Tierreich.
6. Bücher über Mensch-Tier-Beziehungen
Zur Frage, wie sich das Verhältnis des Menschen zu Tieren verändert, wenn ihre Intelligenz und Empfindungsfähigkeit ernster genommen werden.
7. Buddhistische Texte über Mitgefühl mit Tieren
Zur ethischen Betrachtung von Ahiṃsā, Mitgefühl, Nichtverletzen und Ehrfurcht vor allem Lebendigen.
8. Märchen und Sagen über sprechende Tiere
Als kulturgeschichtlicher Blick darauf, wie alte Erzählungen Tiere seit jeher als wissende, warnende und helfende Wesen dargestellt haben.





