Qigong – Ballspiel mit Qi-Energie

Bodhi Svaha! Sadhu!

Eine meditative Übung für Wahrnehmung, Koordination und innere Sammlung

Beim Qigong geht es nicht allein um äußere Bewegung. Ebenso wichtig sind Atmung, Aufmerksamkeit und die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers.

Die Übung „Ballspiel mit Qi-Energie“ verbindet diese Elemente auf besonders anschauliche Weise. Zwischen den Händen stellen wir uns einen unsichtbaren Energieball vor, den wir behutsam formen, bewegen und schließlich wieder zum Körper zurückführen.

Dabei entsteht eine ruhige Folge aus Öffnen und Schließen, Heben und Senken sowie sanften Bewegungen aus der Körpermitte heraus.

Der imaginäre Qi-Ball hilft uns dabei, die Aufmerksamkeit auf unsere Hände, unsere Atmung und die Bewegungen des Körpers zu richten.

Die Ausgangsstellung

Wir beginnen in der entspannten Qigong-Grundstellung.

Die Füße stehen etwa hüft- bis schulterbreit parallel nebeneinander. Die Knie sind locker und leicht gebeugt. Der Oberkörper richtet sich angenehm auf, während Schultern und Arme entspannt bleiben.

Wir nehmen einige tiefe und ruhige Atemzüge.

Dann führen wir beide Hände vor den Unterbauch. Die Handflächen sind geöffnet und befinden sich mit etwas Abstand vor der Körpermitte.

Für einen kurzen Augenblick sammeln wir unsere Aufmerksamkeit dort.

1. Die Hände zur Mitte führen Wir stehen ruhig in der Grundstellung und atmen einige Male bewusst ein und aus. Dann führen wir die geöffneten Hände langsam vor den Bauch. Der Körper bleibt entspannt. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Mitte des Körpers und auf die Empfindungen in unseren Handflächen. 2. Das Qi aufnehmen Mit dem Einatmen drehen wir die Handflächen langsam nach oben, sodass sie zum Himmel weisen. Dabei stellen wir uns vor, wie wir die Qi-Kraft aus unserer Körpermitte aufnehmen und in unseren Händen sammeln. Die Bewegung bleibt weich und ruhig. Wir versuchen nichts zu erzwingen, sondern beobachten lediglich, was wir in unseren Händen wahrnehmen können. 3. Die Energie anheben Nun heben wir die Hände langsam bis ungefähr auf Augenhöhe. Wir stellen uns dabei vor, dass wir die gesammelte Qi-Energie behutsam mit nach oben nehmen. Die Augen folgen aufmerksam der Bewegung der Hände. So verbinden sich Blick, Atmung und Bewegung miteinander. 4. Den Qi-Ball formen Auf Augen- oder Brusthöhe drehen wir die Hände so, dass die Handflächen senkrecht und parallel zueinander stehen. Zwischen den Händen lassen wir einen Abstand, als hielten wir dort einen unsichtbaren Ball. Vielleicht nehmen wir Wärme, Kribbeln, Pulsieren oder einfach nur den Abstand zwischen unseren Händen wahr. Nun beginnen wir, mit diesem imaginären Energieball zu spielen. Führen wir die Hände auseinander, stellen wir uns vor, dass sich der Ball ausdehnt. Bewegen wir die Hände wieder aufeinander zu, wird der Ball sanft zusammengedrückt – ähnlich wie bei einem Akkordeon. Wir wiederholen diese Bewegung einige Male. Dabei bleiben die Schultern locker und der Atem ruhig. 5. Den Energieball zur linken Schulter führen Nun halten wir den imaginären Ball rund und stabil zwischen unseren Händen. Aus der Taille heraus drehen wir den Oberkörper langsam nach links. Der Ball bewegt sich mit uns zur linken Schulter. Die Bewegung entsteht möglichst nicht allein aus den Armen, sondern aus einer sanften Drehung des gesamten Rumpfes. 6. Den Ball nach rechts führen An der linken Seite drehen wir die linke Handfläche nach oben. Die rechte Hand befindet sich oberhalb des Balls und zeigt mit der Handfläche nach unten. Der imaginäre Energieball liegt nun zwischen beiden Händen. In einer ruhigen, fließenden Bewegung führen wir ihn vor unserem Körper entlang bis weit zur rechten Seite. Der Oberkörper begleitet die Bewegung sanft aus der Taille heraus. 7. Das Qi hin und her bewegen Auf der rechten Seite wechseln wir nun die Position unserer Hände. Die obere Hand dreht ihre Handfläche nach unten, während die untere Handfläche nach oben weist. So bleibt der imaginäre Energieball immer zwischen unseren Händen. Nun bewegen wir ihn wieder zurück zur linken Seite. Dort wechseln die Hände erneut ihre Stellung. Auf diese Weise lassen wir unseren Qi-Ball einige Male ruhig von einer Seite zur anderen wandern. Die Bewegung ähnelt einem sanften Ballspiel. Dabei folgt der Blick aufmerksam den Händen. 8. Die Energie über den Kopf heben Wenn wir das Ballspiel beenden möchten, führen wir den imaginären Energieball wieder vor unsere Körpermitte. Nun drehen wir beide Handflächen nach oben. Langsam heben wir den Ball über unseren Kopf. Dort drehen wir die Handflächen nach unten. Wir stellen uns nun vor, wie die gesammelte Qi-Energie langsam von oben durch unseren Körper nach unten sinkt. Die Bewegung wird dabei immer ruhiger. 9. Den Körper ausstreichen Zum Abschluss führen wir beide Hände langsam vor dem Körper nach unten. Dabei halten wir etwa zehn Zentimeter Abstand zum Körper. Wir beginnen am Kopf und streichen mit den Handflächen langsam über den Bereich vor Gesicht, Brust, Bauch und Beinen. Wir können uns dabei vorstellen, wie Unruhe und Anspannung abgestreift werden. Unten angekommen schütteln wir die Hände locker aus, als würden kleine Wassertropfen von unseren Fingerspitzen fallen. Danach richten wir uns wieder ruhig auf. Wir bleiben noch einige Atemzüge in der Grundstellung stehen und spüren der Übung nach.

1. Die Hände zur Mitte führen

Wir stehen ruhig in der Grundstellung und atmen einige Male bewusst ein und aus.

Dann führen wir die geöffneten Hände langsam vor den Bauch.

Der Körper bleibt entspannt.

Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Mitte des Körpers und auf die Empfindungen in unseren Handflächen.

2. Das Qi aufnehmen

Mit dem Einatmen drehen wir die Handflächen langsam nach oben, sodass sie zum Himmel weisen.

Dabei stellen wir uns vor, wie wir die Qi-Kraft aus unserer Körpermitte aufnehmen und in unseren Händen sammeln.

Die Bewegung bleibt weich und ruhig.

Wir versuchen nichts zu erzwingen, sondern beobachten lediglich, was wir in unseren Händen wahrnehmen können.

3. Die Energie anheben

Nun heben wir die Hände langsam bis ungefähr auf Augenhöhe.

Wir stellen uns dabei vor, dass wir die gesammelte Qi-Energie behutsam mit nach oben nehmen.

Die Augen folgen aufmerksam der Bewegung der Hände.

So verbinden sich Blick, Atmung und Bewegung miteinander.

4. Den Qi-Ball formen

Auf Augen- oder Brusthöhe drehen wir die Hände so, dass die Handflächen senkrecht und parallel zueinander stehen.

Zwischen den Händen lassen wir einen Abstand, als hielten wir dort einen unsichtbaren Ball.

Vielleicht nehmen wir Wärme, Kribbeln, Pulsieren oder einfach nur den Abstand zwischen unseren Händen wahr.

Nun beginnen wir, mit diesem imaginären Energieball zu spielen.

Führen wir die Hände auseinander, stellen wir uns vor, dass sich der Ball ausdehnt.

Bewegen wir die Hände wieder aufeinander zu, wird der Ball sanft zusammengedrückt – ähnlich wie bei einem Akkordeon.

Wir wiederholen diese Bewegung einige Male.

Dabei bleiben die Schultern locker und der Atem ruhig.

5. Den Energieball zur linken Schulter führen

Nun halten wir den imaginären Ball rund und stabil zwischen unseren Händen.

Aus der Taille heraus drehen wir den Oberkörper langsam nach links.

Der Ball bewegt sich mit uns zur linken Schulter.

Die Bewegung entsteht möglichst nicht allein aus den Armen, sondern aus einer sanften Drehung des gesamten Rumpfes.

6. Den Ball nach rechts führen

An der linken Seite drehen wir die linke Handfläche nach oben.

Die rechte Hand befindet sich oberhalb des Balls und zeigt mit der Handfläche nach unten.

Der imaginäre Energieball liegt nun zwischen beiden Händen.

In einer ruhigen, fließenden Bewegung führen wir ihn vor unserem Körper entlang bis weit zur rechten Seite.

Der Oberkörper begleitet die Bewegung sanft aus der Taille heraus.

7. Das Qi hin und her bewegen

Auf der rechten Seite wechseln wir nun die Position unserer Hände.

Die obere Hand dreht ihre Handfläche nach unten, während die untere Handfläche nach oben weist.

So bleibt der imaginäre Energieball immer zwischen unseren Händen.

Nun bewegen wir ihn wieder zurück zur linken Seite.

Dort wechseln die Hände erneut ihre Stellung.

Auf diese Weise lassen wir unseren Qi-Ball einige Male ruhig von einer Seite zur anderen wandern.

Die Bewegung ähnelt einem sanften Ballspiel.

Dabei folgt der Blick aufmerksam den Händen.

8. Die Energie über den Kopf heben

Wenn wir das Ballspiel beenden möchten, führen wir den imaginären Energieball wieder vor unsere Körpermitte.

Nun drehen wir beide Handflächen nach oben.

Langsam heben wir den Ball über unseren Kopf.

Dort drehen wir die Handflächen nach unten.

Wir stellen uns nun vor, wie die gesammelte Qi-Energie langsam von oben durch unseren Körper nach unten sinkt.

Die Bewegung wird dabei immer ruhiger.

9. Den Körper ausstreichen

Zum Abschluss führen wir beide Hände langsam vor dem Körper nach unten.

Dabei halten wir etwa zehn Zentimeter Abstand zum Körper.

Wir beginnen am Kopf und streichen mit den Handflächen langsam über den Bereich vor Gesicht, Brust, Bauch und Beinen.

Wir können uns dabei vorstellen, wie Unruhe und Anspannung abgestreift werden.

Unten angekommen schütteln wir die Hände locker aus, als würden kleine Wassertropfen von unseren Fingerspitzen fallen.

Danach richten wir uns wieder ruhig auf.

Wir bleiben noch einige Atemzüge in der Grundstellung stehen und spüren der Übung nach.

Ein Spiel mit Vorstellung und Wahrnehmung

Der „Qi-Ball“ muss nicht als etwas tatsächlich Sichtbares verstanden werden.

Er kann vielmehr als Vorstellungsbild dienen, das hilft, die Aufmerksamkeit zwischen den Händen zu bündeln.

Wer die Hände langsam aufeinander zu und voneinander weg bewegt, kann möglicherweise unterschiedliche Empfindungen wahrnehmen:

Wärme, Druck, Kribbeln, einen leichten Widerstand oder auch einfach die bewusste Wahrnehmung des Zwischenraumes.

Dabei gibt es kein richtiges oder falsches Gefühl.

Entscheidend ist die ruhige und aufmerksame Bewegung.

Der Energieball als Symbol

Der imaginäre Ball kann auch sinnbildlich verstanden werden.

Wir sammeln unsere Aufmerksamkeit zunächst in der Mitte.

Dann geben wir ihr Raum.

Wir bewegen sie nach links und rechts, ohne sie zu verlieren.

Zum Abschluss führen wir sie wieder zu uns zurück.

So wird aus einer körperlichen Übung gleichzeitig eine kleine Meditation:

Sammeln – Formen – Bewegen – Zurückführen – Loslassen.

Mögliche Wirkungen der Übung

Regelmäßig und ruhig ausgeführt kann die Übung insbesondere dazu beitragen,

  • die Körperwahrnehmung zu schulen,
  • die Koordination von Armen, Rumpf und Blick zu fördern,
  • sanfte Drehbewegungen des Oberkörpers zu üben,
  • Schulter- und Armbereich beweglich zu halten,
  • Atmung und Bewegung miteinander zu verbinden,
  • Konzentration und Aufmerksamkeit zu fördern,
  • die Entspannung zu unterstützen,
  • und einen ruhigen Übergang zum Ende einer Qigong-Einheit zu schaffen.

Besonders das abschließende Ausstreichen des Körpers eignet sich gut als Abschlussübung einer Qigong-Praxis.

Gesundheitshinweis

Qigong kann eine sinnvolle Ergänzung zu Bewegung, Entspannung und Körperwahrnehmung sein, ersetzt jedoch keine medizinische Untersuchung oder Behandlung.

Alle Bewegungen sollten langsam, kontrolliert und innerhalb des persönlichen schmerzfreien Bewegungsbereiches ausgeführt werden.

Bei Schulter-, Rücken- oder Wirbelsäulenbeschwerden, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen empfiehlt es sich, vor der Ausführung ärztlichen oder physiotherapeutischen Rat einzuholen.

Empfindungen wie Wärme oder Kribbeln zwischen den Händen können individuell unterschiedlich sein. Sie sollten nicht als medizinischer Nachweis eines bestimmten körperlichen Vorgangs verstanden werden.

Bei Schmerzen, starkem Schwindel oder Unwohlsein sollte die Übung beendet werden.

Weiterführende Literatur

Kenneth S. Cohen:
Qigong – Grundlagen, Methoden, Anwendungen
Eine umfangreiche Einführung in Geschichte, Praxis und unterschiedliche Formen des Qigong.

Yang Jwing-Ming:
Die Wurzeln des chinesischen Qigong
Beschäftigt sich ausführlich mit den traditionellen Vorstellungen von Qi, Atmung, Körperhaltung und geistiger Sammlung.

Mantak Chia:
Chi – Die heilende Lebenskraft
Behandelt taoistisch geprägte Übungen zur Wahrnehmung von Körper, Atmung und innerer Energie.

Daniel Reid:
Das Tao der Gesundheit, der Liebe und des langen Lebens
Bietet einen breiteren Einblick in traditionelle chinesische Vorstellungen von Lebenspflege und Körperarbeit.

Für das praktische Erlernen komplexerer Bewegungsabläufe empfiehlt sich ergänzend die Anleitung durch eine qualifizierte Qigong-Lehrerin oder einen qualifizierten Qigong-Lehrer.

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