Gedanken über Liebe, Seele und Verbundenheit im Jenseits
Zehn Monate sind bereits vergangen, und ich halte brav den Kontakt zu meiner verstorbenen Ehefrau aufrecht. Da sitze ich versunken in meinen Erinnerungen beim duftenden, heißen Grog und gedämpften Kerzenschein.
Viel habe ich bereits an Wissen so hervorgebracht. Jetzt fragte ich meine geliebte Frau Dinge, die nur zwei vertraute Herzen verstehen. Hierzu machte ich meinen Geist leer und harrte der Antwort meiner Frau.
Und ihre vertraute, liebevolle, warme Stimme drang in die Tiefen meines Kopfes:
„Ja! Es gibt im Jenseits so etwas wie Sex, eine allumfassende Liebe! Eine himmlische Liebe! Auch solche, wie zwischen Mutter und Kind. Dann eine spezielle Art von Liebe, wo die Männer sich Frauen gewogen fühlen und Frauen sich Männern zugezogen – wie bei Euch in der materiellen Welt.
Da sind angenehme, anziehende Kräfte, wo eine Frau sich zwischen zwei, drei Männern bewegt oder ein Mann, wie ein Hahn im Korb, sich unter drei Frauen wohlfühlt.
Da wird niemand vertrieben oder in einer standesmäßigen Schublade abgelegt. Die Gruppen tauschen ihre Energien aus, wie bei Euch in den Singles-Clubs. Nur reicht hier die reine Nähe im Lichtkörper dazu.
Dann schwirrt, knistert oder summt es so, als ob ihr auf Erden bei starkem Nebel unter tiefhängenden elektrischen Hochmasten lauft.
Alles ohne Eifersüchteleien, denn keiner ist egoistisch.
Ihr wisst es bereits auf Erden: Gute Ehen werden bereits im Himmel beschlossen, so wie die unsrige – das kann über mehrere Reinkarnationen so anhalten!
Du hattest vor unserer Ehe eine Freundin gehabt und ich einen Freund. Dann kamen und blieben wir zusammen.
Im Jenseits sitzen wir wieder beisammen, verzeihen und mögen uns in reinster Art.
Wir wissen hier ja aus kosmischem Bewusstsein, wie unser Leben anders verlaufen wäre, hätten wir uns damals anders entschieden.
Wir durchschauen den dahinter stehenden Plan, durchschauen die Vergleiche und erkennen das Karma.“
Das war bisher die längste Rede meiner verstorbenen Frau, und ich war dankbar, dass sie so ehrlich sprach. Ich wollte die Wahrheit ja wissen, auch wenn es oft wehtut. Ungewissheit ist quälender.
Ist es so?
Ich differenzierte Eros und Dionysos!
Infobox – Weiterführende Literatur
📚 Empfohlene Bücher und Quellen
- Platon – Das Gastmahl
- C. G. Jung – Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten
- Elisabeth Kübler-Ross – Über den Tod und das Leben danach
- Thich Nhat Hanh – Keine Angst vor dem Tod
- Die Edda – Nordische Weisheits- und Schöpfungstexte
- Sogyal Rinpoche – Das tibetische Buch vom Leben und Sterben






