Kritik der kirchlichen Dogmen

Bodhi Svaha! Sadhu!

Mythen, Widersprüche und die Suche nach religiöser Wahrhaftigkeit

Religiöse Überlieferungen prägen seit Jahrtausenden das Denken der Menschheit. Doch je tiefer man ihre Ursprünge erforscht, desto deutlicher treten Widersprüche, Überlagerungen und mythologische Parallelen hervor.
Unser Artikel hinterfragt zentrale Dogmen des Christentums, beleuchtet deren mögliche Ursprünge in älteren Kulturen und stellt die Frage: Entsteht Wahrheit durch Überlieferung – oder durch Erkenntnis?

Kernglaube des Christentums ist die Geburt Jesus als Gotteskind, sein Erlösungstod, seine fleischliche Wiederauferstehung und seine Wiederkunft zum Weltenende.

Die ganze Weihnachtsgeschichte vom kindermordenden Tyrannenkönig, Mutterflucht und Krippengeburt bei Hirten ist komplett aus den viele Jahrhunderte älteren indischen Berichten des Gotteskindes Krishna abgeschrieben.

Darüber hinaus starb der biblisch genannte König Herodes (71–4 v. Chr.) bereits Jahre vor der angegebenen Geburt Christi.

Die Wiederauferstehungslegende trägt deutlich Züge des griechischen Altertums.
Gott (Deus/Zeus) herrschte über die Menschenwelt, sein Bruder Hades über die Unterwelt.

Die Geschichte um Dionysos, Sohn des Zeus und der Persephone, zeigt Parallelen:
Sein Tod, seine Zerstückelung und seine Wiedergeburt stehen symbolisch für den Kreislauf der Natur.

Im Gegensatz dazu erscheint die Auferstehung Jesu nicht als natürlicher Prozess, sondern als dogmatische Festlegung.

Nun zum Neuen Testament:

Die vier Evangelien wurden erst 100–300 Jahre nach Christus von unbekannten Autoren verfasst.
Sie waren keine Augenzeugen der Ereignisse.

Auch zeitgenössische jüdische und römische Historiker berichten nichts über Jesus.

Ein Ereignis wie die Speisung von 5000 Menschen hätte dokumentiert werden müssen.

Die Prophezeiung verlangte Bethlehem als Geburtsort des Messias.
Jesus jedoch stammte aus Nazareth.

Daher wurde die Geschichte entsprechend angepasst:
Eine angebliche Volkszählung zwang Maria und Josef zur Reise nach Bethlehem –
doch römische Quellen bestätigen dies nicht.

Im ältesten Evangelium, dem Markus-Evangelium, fehlen zentrale Elemente wie:
– Jungfrauengeburt
– Auferstehungserzählungen

Selbst Paulus wusste Jahrzehnte nach Jesu Tod nichts davon.

Die Stammbaumangaben widersprechen sich:
– Bei Matthäus stammt Josef von Salomo ab
– Bei Lukas von Nathan

Wenn Josef jedoch nicht der Vater war, verliert dieser Stammbaum seine Bedeutung.

Das hebräische Wort „Alma“ bedeutet „junge Frau“,
wurde jedoch später mit „Jungfrau“ übersetzt.

Auch die Auferstehungsgeschichten zeigen Widersprüche:

Paulus spricht von 500 Zeugen – nennt aber keine Namen.

Markus berichtet, dass Frauen das leere Grab fanden und niemandem davon erzählten.

Spätere Evangelien erweitern die Geschichte:
– Erscheinungen Jesu
– Gespräche
– Berührungen der Wunden

Die Darstellung entwickelt sich vom Menschen zum göttlichen Wesen.

Auch beim Tod Jesu finden sich Unterschiede:

– Unterschiedliche Zeitpunkte der Kreuzigung
– Unterschiedliche Aussagen der Mitgekreuzigten
– Widersprüche beim Tod des Judas

Diese Entwicklungen zeigen eine fortschreitende Mythisierung der Figur Jesu.

Die Kirche erklärte später viele Schriften als Apokryphen und damit ungültig,
während sie gleichzeitig eigene Deutungen festlegte.

Heidnische Kultstätten Europas wurden christianisiert,
alte Naturreligionen verdrängt und ihre Bedeutung umgedeutet.

So ging eine ursprünglich naturverbundene Glaubenswelt verloren.

Buddhistische Überlegung

„Wer an Formen haftet, erkennt die Wahrheit nicht.“

Der Buddha lehrte, dass jede Lehre nur ein Finger ist, der auf den Mond zeigt – nicht der Mond selbst.

Dogmen können Orientierung geben,
doch wenn sie nicht mehr hinterfragt werden, werden sie zu Hindernissen.

Wahre Erkenntnis entsteht nicht durch Glauben,
sondern durch Einsicht und Erfahrung.

So führt der Weg nicht über das Verteidigen von Wahrheiten,
sondern über das Loslassen von Illusionen.

Weiterführende Literatur

  1. Bart D. EhrmanJesus, Interrupted
    Analysiert Widersprüche und Entstehung der Evangelien.
  2. Karen ArmstrongDie Geschichte Gottes
    Entwicklung religiöser Vorstellungen im Laufe der Zeit.
  3. Gerald MasseyAncient Egypt – The Light of the World
    Verbindungen zwischen ägyptischen Mythen und späteren Religionen.
  4. Elaine PagelsDie gnostischen Evangelien
    Alternative frühchristliche Strömungen und ihre Lehren.
  5. Nag Hammadi Library
    Sammlung frühchristlicher Texte außerhalb des kirchlichen Kanons.

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