Das Zeitfenster
Spruch der Woche I
Rüstige Senioren, nimmt die plötzlichen, vielen jungen Frauen nicht zu ernst, wenn sie euch anlächeln. Möglicherweise wollen sie Eure Pflege übernehmen !
( clever Fox )
Jetzt im heißen Sommer mit tropischen Temperaturen und Urlaubszeit besuchte mich öfters, rein spontan, ein Bekannter und jedesmal weckte mich sein Anklopfen aus einen tiefen Tagesschlaf. Wir setzten uns in die Gartenlaube und beim kühlen Eistee war ich voll wach. Als die Dunkelheit einbrach, bat ich, wieder allein, während meiner kleinen Teelicht-Meditation, meine verstorbene Frau um einen kleinen Jenseits-Einblick. Dann schlief ich prompt ein und legte mich um Mitternacht zu Bette. Vier Uhr morgens grübelte ich über quanten-physikalische Sonderheiten nach und sprang erneut wach aus meinen Federn um diese im Computer zu rekonstruieren. Ich war enttäuscht, dass es noch dunkel war und stellte fest, dass es erst vier Uhr morgens ist. Ich musste mich konzentrieren, meiner nächtlichen Gedanken zu erinnern. Mir kam die Vorstellung, dass ich von meiner verstorbenen Frau inspiriert wurde. Es ging sich um die neueste Quantentheorie des menschlichen Bewusstseins als unsterblicher Teil eines kosmischen Bewusstseins mit dem alle Dinge verknüpft sind. Mir kam der Begriff „kosmisches Zeitfenster“ im Sinn und einem kosmischen Buch der Blockwelt-Theorie ohne unserer irdischen, geraden Zeitlinie von Anfang bis Ende. Meine Frau, glaubte ich, erklärte mir das wir in diesem Zeitfenster gemeinsam nur für einen winzigen Augenblick einen kleinen Kiosk betrieben hatten und in einem bestimmten Zeitrahmen für einen ebenso kleinen Wimperschlag standen wir dann in unseren kleinen Imbisswagen pünktlich auf dem Wochenmarkt. Dann konnte ich über ein Jahrzehnt hinweg, meine Familie recht gut versorgen, indem ich in einer großen Fabrik Getränke verkaufte. Sie zählte viele dieser gemeinsamen Zeitfenster auf und wies daraufhin, dass sie alle zusammen, ebenfalls nur ein Wimperschlag im Weltgefüge waren und wir im kosmischen Buch der Blockwelten schon mit der Lupe danach suchen müssten. Sie wies daraufhin, dass sie in meinem jetzigen Zeitfenster nur noch heimliche Zuschauerin ist. Sie stellte mir die Frage, ob es wichtig für mich wäre, mir diese Mühe zu machen, im kosmischen Buch überhaupt noch weiter nachlesen zu wollen? Nach kurzer Überlegung hatte ich keine Ambitionen mehr danach und es entmutigte sogar meinen alten Wunsch ein weiteres Zeitfenster zu öffnen, um die Rolle einer Witzfigur im großen Universum weiter abzugeben. Alleine das Wissen, dass die Zeitfenster aller Menschen nur Fußballspiele gleichen, erweckten meine Neugier weiteren Zuschauens.
( Euer Träumer )
Infobox: Das Zeitfenster als Bild für Vergänglichkeit
Dieser Sonntagstext verbindet Sommerhitze, Tagesschlaf, Teelicht-Meditation, Erinnerung an die verstorbene Frau und eine gedankliche Reise in die Vorstellung einer kosmischen Blockwelt.
Das „Zeitfenster“ erscheint dabei als Sinnbild für die kurzen Abschnitte unseres Lebens: ein Kiosk, ein Imbisswagen, Arbeit, Familie, Liebe, Trauer und stille Zwiesprache. Was uns im Alltag groß und schwer erscheint, wird im kosmischen Maßstab zu einem Wimperschlag.
Buddhistischer Gedanke:
Alles Bedingte ist vergänglich. Doch gerade diese Vergänglichkeit macht die einzelnen Augenblicke kostbar. Nicht jedes Zeitfenster muss neu geöffnet werden. Manchmal genügt es, dankbar zu erkennen, dass es einmal da war.
Hinweis für Leser:
Innere Gespräche mit Verstorbenen, Erinnerungsbilder und nächtliche Eingebungen können in der Trauer Trost spenden. Wenn solche Erfahrungen belasten, Angst machen oder den Alltag erschweren, kann ein Gespräch mit einer vertrauten Person, Trauerbegleitung oder therapeutischer Hilfe entlastend sein.
Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre
1. Literatur über Zeit und Bewusstsein
Für Leser, die sich mit der Frage beschäftigen möchten, wie Menschen Zeit erleben, erinnern und innerlich deuten.
2. Bücher zur Blockwelt-Theorie und Philosophie der Zeit
Zur Vorstellung, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht einfach getrennte Abschnitte, sondern Teil einer größeren Wirklichkeitsstruktur sein könnten.
3. Carlo Rovelli: „Die Ordnung der Zeit“
Ein poetischer und verständlicher Zugang zu moderner Physik, Zeitwahrnehmung und Vergänglichkeit.
4. Buddhistische Texte über Vergänglichkeit
Zur Vertiefung von Anicca, dem Wandel aller Erscheinungen und dem achtsamen Umgang mit Verlust.
5. Das Dhammapada
Eine klassische Sammlung buddhistischer Verse über Geist, Vergänglichkeit, Achtsamkeit und Befreiung.
6. Literatur über Trauer und innere Zwiesprache
Für Menschen, die nach dem Tod eines geliebten Partners weiterhin Nähe, Erinnerung oder innere Gespräche erleben.
7. Achtsamkeit in der Nacht
Übungen und Texte zum Umgang mit nächtlichem Grübeln, Eingebungen, Schlafunterbrechungen und stiller Meditation.
8. Lebensrückblick und Biografiearbeit
Zur Betrachtung der eigenen Lebensabschnitte, Arbeit, Familie, Abschiede und wiederkehrenden Erinnerungsfenster.






