Israels Weltuntergang-Hoffnung

Bodhi Svaha! Sadhu!

Zwischen religiöser Prophezeiung, politischer Realität und Endzeitdeutung

Israel ist ein zionistischer Traum vom politischen Judenstaat auf historischem Boden. Durch die Tragödie des Holocaust konnte dieser Staat nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe der USA gegründet werden.

Eine noch größere jüdische Autonomie schuf Josef Stalin mit dem Gebiet „Birobidschan“ am Amur, aus dem nach der Wiedervereinigung von DDR und BRD viele Juden über Deutschland auswanderten.

Strenggläubige Juden lehnten jedoch die politische Gründung Israels, verbunden mit der Vertreibung von rund drei Millionen Palästinensern, strikt ab. Ihrer religiösen Überlieferung zufolge sollte der Staat Israel erst entstehen, wenn der ersehnte Messias nach dem Harmagedon erscheint.

Als Israel mithilfe Frankreichs zur Atommacht wurde, entwickelte sich die sogenannte Samson-Doktrin – benannt nach der biblischen Figur Samson, die im Untergang auch ihre Feinde mit sich reißt. Gleichzeitig untersagte Israel arabischen Staaten, über eigene Kernkraftwerke zu verfügen.

Seit Jahrzehnten wird behauptet, das iranische Atomprogramm stehe kurz vor der Entwicklung einer Atombombe – was wiederholt zu Angriffen auf entsprechende Anlagen führte. Der Iran, historisch das alte Perserreich, wird dabei als jahrtausendealte Kultur dargestellt, deren Wurzeln bis in früheste schriftliche Überlieferungen zurückreichen.

In religiös-politischen Deutungen wird teils behauptet, ein finaler Konflikt könne die Rückkehr des Messias herbeiführen – verbunden mit apokalyptischen Vorstellungen eines letzten Weltkriegs. Solche Narrative finden sich bei verschiedenen religiösen Strömungen und Predigern.

Ein Blick in die Religionsgeschichte zeigt jedoch, dass nahezu alle Glaubenssysteme Weltuntergangsszenarien kennen. Diese Endzeitvorstellungen dienen oft symbolischen oder moralischen Deutungen und stellen den Sieg des jeweils „Rechtgläubigen“ in Aussicht.

So kämpfen in biblischen Traditionen Engel gegen Dämonen, während in der nordischen Mythologie – etwa in der Edda – Götter gegen chaotische Mächte antreten. Dort sind die Götter keine Schöpfer, sondern Hüter einer bedrohten Ordnung.

Riesen symbolisieren zerstörerische Kräfte, Zwerge deren Helfer. Bilder wie stürzende Steinriesen erinnern an kollabierende Bauwerke, während fallende Sterne als Metaphern für Angriffe interpretiert werden können. Der „Drache aus dem Osten“, die „Seeschlange“ oder der „Feuerwolf“ lassen sich aus moderner Perspektive auch als politische oder militärische Mächte deuten.

Auch hier endet die Zerstörung nicht im Nichts: Nach der Katastrophe entsteht eine neue Welt. In der Völuspá heißt es sinngemäß, dass unbestellte Felder Früchte tragen und das Gute zurückkehrt. Die Figur Baldur steht dabei für Frieden und Erneuerung.

Diese Parallelen zeigen, dass Endzeitvisionen kulturübergreifend existieren. Sie sind Ausdruck menschlicher Ängste, Hoffnungen und Deutungsversuche – nicht zwingend konkrete Zukunftsprognosen.

Die entscheidende Frage bleibt daher: Wollen wir uns von Untergangsvisionen leiten lassen – oder Verantwortung für die Gegenwart übernehmen?

Literaturtipps:

  • Die Bibel – insbesondere die Offenbarung des Johannes
  • Der jüdische Staat – Grundlagen des Zionismus
  • Edda – zentrale Quelle nordischer Mythologie
  • Weltreligionen – Überblick über religiöse Systeme
  • Geschichte des Nahen Ostens – historischer Kontext der Region

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