Geheime Heimatkunde III

Bodhi Svaha! Sadhu!

Rätselhafte Kammern im Berg, verborgene Treppen und verschwiegene Funde

Im Bergwerk bei Recklinghausen (NRW) vollzog 1897 der Hauer Heinrich Surbaum im 11. Dienstjahr eine Sprengung für den Abbau nächsten Tages.

Statt Kohle befand sich am Sprengort ein meterdickes Loch aus welches in 400 m Bergtiefe plötzlich frische Luft strömte. Der Hauer und 3 Bergleute betrat durch das Loch einen dahinter liegenden Raum 12 x 6 m mit eine ebene Decke in 2 m Höhe.

Auch die Wände und der Boden war vollkommen glatt. Die Bergmänner fragten sich sofort, wie solch ein künstliches Bauwerk inmitten eines 300 Millionen Jahre alten Kohle-Flötz liegen konnte?!

Kohle ist ein zusammengepresster Rückstand eines versandeten Torfs, wo es keine Möglichkeit von Hohlräume mehr gibt. Ferner, wie konnte diese künstliche Kammer das Gewicht des Berges widerstehen und warme, fließende Luft mit sich führen?

Diese Kammer musste schon dort gestanden haben, bevor der Sumpf sich dort bilden konnte, in welchem dann Pflanzenartikel zu Torf wurden, das später Sandmassen verschütteten und zu Kohle pressten.

Sie wunderten sich auch über die Kohlebänder, die sich über die künstliche Steinkammer bogenförmig wölbten, was in Kohlenstreifen unmöglich erschien. Ein Flötz liegt immer flach, durch den Kohledruck. Nur Toft biegt sich um, im Wege stehende Hindernisse.

Die Steinkammer war nicht in die Kohle irgendwie hineingeschnitten, sondern die Kohle wuchs um die Kammer herum. Der Hauer musste laut Bergwerksvorschrift alle Anomalien melden.

Der Steiger Dahlkamp prüfte noch am nächsten tag die Kammer mit einer Wasserwaage und berichtete, dass die Libelle stehts mittig saß, sowohl an den glatten Wänden, der Decke und dem Boden.

Sein Grubenthermometer zeigte 8-11 Grad Wärme an, welche aus den Wänden einzuströmen schienen. Er schlug mit den Hammer gegen eine Wand und vernahm ein Schlag-Geräusch, welches seltsamerweise mit Verzögerung zurück hallte.

Der Bergmann Nowak schrieb seinen Bruder in Posen, dass solche Echos auch unter den Boden entstanden, woraus zu schließen sei, dass dort noch eine doppelt so große Kammer läge.

Tags darauf erschien ein Photograph und machte von der Kammer schnell noch einige Bilder. Dann kamen innerhalb von 6 Tagen Maurer und versiegelten den Zugang, weil von ihm Gefahr ausgehe.

Der Steiger wurde vom Untertagebau zu Büroarbeiten über Tage bei gleichbleibenden Lohn „befördert“, mit Hinweis auf Wahrung des Betriebsgeheimnisses. Der Inspektionsbericht vom Februar 1897 des Bergreviers im Dortmunder Archiv indessen fehlt in allen Regalen.

Der arme Hauer wechselte zu einer anderen Zeche bei niedrigen Lohn. Obwohl die Entdeckung unter Verschluß gehalten wurde, kamen Berichte von Augenzeugen Gerüchtweise ans Tageslicht.

So der Brief an Freunde in Posen der 1937 gefunden wurden und der Heimatbericht, worin ein kleines Bergmann-Mädchen, das ihren Vater regelmäßig den Proviant zur Grube brachte, von der geheimen Kammer berichtete.

Es sei noch erwähnt, das zu jener Zeit in Arbeitsberichten dortiger Bergwerke häufig vermerkt wurde von Verfüllungen unbekannter, größerer Hohlräume. Wollten die Zechen vermeiden, das herangeeilte Archäologen mit ihren Untersuchungen Arbeitsausfälle verursachten?

Warum bleiben dann aber spätere Untersuchungen aus?


Die Marmortreppe am Edersee

Kommen wir zum Edersee (Nord-Hessen), dessen Staudamm eine große Wasserfläche freilegte.

Der Angler Hans Vogt folgte dort am Ufer 1959 einen Hechtschwarm, wobei er an eine Steinkante stieß. Er grub etwas nach und entdeckte eine gemeißelte Treppe aus 11 weiße Marmor-Steine die in den Hang führten.

Die ganze Region besteht nicht aus Marmor, sondern 250 Millionen Jahre alten Bundsandstein. Marmor hingegen besteht aus Kalkstein der über lange geologische Zeiträume hinweg unter anhaltender Hitze und großen Druck ausgesetzt war.

Das hatte diese Fundort-Region indessen noch nie hervorgebracht. Außerdem war die Treppe sauber bearbeitet und gelegt worden, bevor das Wasser des Stausees die Landschaft veränderte.

Hans Vogt verständigte seinen Bekannten, Pastor Albert Reinsch, zur Begutachtung.

Die Treppe endete an einem gemauerten Bogen und der Pastor vermerkte, dass alle Steine ohne Mörtel so fest zusammen verfugt waren, dass er nicht einen Fingernagel zwischen den Fugen führen konnte.

Im Gegensatz zum verängstigte Vogt, folgte Reinsch die Treppe in einen Gang auf beiden Seiten in den Hügel und beschrieb ihn mit glatten Marmorsteinen gradwinkelig nach Innen führend und dessen Ende seine mitgebrachte Laterne nicht ausleuchten konnte.

Vogt berichtete, dass der Pastor plötzlich sehr schnell wieder die Treppe hinauf eilte mit der Bemerkung, dass es nicht gestattet sei, von einem Pfarrer und einem Bauern, über diese Entdeckung und was sich unten befindet, alleine zu entscheiden.

Man müsse offizielle Erlaubnis erbeten.

Und diese Meldung erreichte das Wasser-Wirtschaftsamt innerhalb zweier Tage. Am 3. Tag erschienen vier Männer mit einem Lastwagen voller Zementsäcke und innerhalb eines Tages lag das Bauwerk unter einer Betonschicht begraben.

Es wurden einfach keine Vermessungen oder ein Archäologe hinzu gerufen. Weder die Waldeckische -Landeszeitung noch in irgendwelche behördliche Archive erschien ein Bericht über das Marmorkonstrukt.

Der Damm der Eidersee-Sperre steht seit 1911 in Betrieb und nirgends wurde von ein Team berichtet, welches zur Einbetonierung eines unterirdischen Bauwerks beauftragt wurde.

Aber Vogts Enkelin erwähnte den Bericht beiläufig einem Mitglied des örtlichen Heimat-Vereins. So kam der Bericht dennoch in eine lokale Orts-Chronik.


Der Fund am Diemensee-Stausee

1947 mussten Arbeiter am 40 Km nordöstlich gelegenen Diemensee- Stausee, eine Einlauf-Anlage wartungsgemäß präparieren.

Dort entdeckten sie rechteckige, gelegte Steinplatten unterhalb des ursprünglichen Seegrundes in einer Tiefe die weit unterhalb aller schichten lagen, die mit Bauarbeiten des 19. Und 20. Jahrhundert in Verbindung standen.

Auch dieses Bericht der Bauarbeiter wurde in den Betriebsakten abgelegt.

Vermerk:

“Der Fund beeinträchtigt nicht die Wasser-Entnahmestelle und empfiehlt keine weitere Untersuchungen!“

So blieben der Öffentlichkeit zwei bedeutsame archäologische Funde aus zwei naheliegenden Stauseen weiter verborgen, in der selben Sandsteinformation, wo es keine Vorkommen dieser behauenden Marmorsteine gibt.

Strukturant bewusst angelegtes Mauerwerk, ohne Nachforschung über ihre Erbauer zeigt ein Muster der Verheimlichung einerseits aus Furcht vor finanziellen Unkosten, andererseits aus reinen ideologischen Motiven, wer wagt sich schon das zu beurteilen?


P.S.: Untersberg

Diese Kammern dürfen nicht mit den Höhlen, Schluchten und Gängen des 1972 Meter hohen Untersberg (bei Salzburg) verglichen werden, der aus weißem Kalkstein besteht und durch Regenwasser zu einem Schwamm ausgehöhlt wurde.

Er war vor 200 Mio Jahren Boden eines tropischen Flachmeeres und der am Fuße des Unterbergs gebrochener Marmor ist ein ganz besonders dichtgepresster Kalkstein!

Infobox: Verborgene Orte, Bergbau und offene Fragen

Dieser Beitrag verbindet Bergbaugeschichte, Heimatkunde und spekulative Deutung rätselhafter unterirdischer Funde. Im Mittelpunkt stehen Berichte über angeblich glatte Kammern, ungewöhnliche Hohlräume, Marmortreppen und mögliche Verfüllungen oder Versiegelungen.

Solche Geschichten wirken deshalb so stark, weil sie mehrere Ebenen berühren: die harte Arbeitswelt der Bergleute, das Unbekannte unter der Erde, verlorene Akten, regionale Überlieferungen und die Frage, ob manche Entdeckungen aus wirtschaftlichen oder behördlichen Gründen nicht weiter untersucht wurden.

Hinweis für Leser:
Der Artikel ist als heimatkundlich-spekulativer Bericht zu lesen. Bei solchen Themen sollte zwischen belegten Archivquellen, mündlicher Überlieferung, technischen Bergbauberichten und späteren Deutungen unterschieden werden. Unterirdische Anlagen, Stollen, Schächte, Dolinen und alte Bauwerke können lebensgefährlich sein und dürfen nicht ohne Genehmigung und Fachkunde betreten werden.

Literaturtipps zur weiterführenden Lektüre

1. Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets
Zur Einordnung von Zechen, Hauern, Steigern, Grubenberichten, Sicherheitsvorschriften und untertägigen Hohlräumen.

2. Geologie der Kohleflöze
Für Leser, die verstehen möchten, wie Torf, Sedimente, Druck und lange Zeiträume zur Entstehung von Steinkohle führten.

3. Archivarbeit zur Regionalgeschichte
Einführungen in die Suche nach Bergamtsakten, Zechenberichten, Lokalzeitungen, Ortschroniken und Zeitzeugenberichten.

4. Heimatkunde rund um Edersee und Diemelsee
Regionale Chroniken, Stausee-Geschichte, Bauberichte und Überlieferungen aus Nordhessen.

5. Geologie von Sandstein, Kalkstein und Marmor
Zur Unterscheidung der Gesteine und zur Frage, welche Materialien in welcher Landschaft natürlich vorkommen.

6. Montanarchäologie
Zur wissenschaftlichen Untersuchung alter Bergwerke, Stollen, unterirdischer Bauten und bergbaulicher Spuren.

7. Höhlen- und Karstkunde
Zum Vergleich natürlicher Hohlräume, unterirdischer Wasserwege und künstlich geschaffener Kammern.

8. Sagen und unterirdische Orte Mitteleuropas
Für Leser, die sich auch für die volkskundliche Seite verborgener Kammern, versiegelter Gänge und geheimnisvoller Berge interessieren.

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