Zwischen alten Vermessungsberichten, mysteriösen Terrassenanlagen und der Frage nach einer untergegangenen deutschen Urkultur
Im Jahr 1820 entdeckten bayerische Feldvermesser im Hochwald an der böhmischen Grenze künstliche Steinplattformen mit nivellierten Terrassen und völlig geraden Kammerlinien, die sie als „Geländemerkmale unbekannter Herkunft“ meldeten.
46 Jahre blieben diese teils pyramidenförmigen Strukturen unbeachtet.
Erst 1864 wurde Berlin darauf aufmerksam, sodass die königlich-preußische Forstbehörde die königlich-bayerische Forstbehörde um Untersuchung der Steinstrukturen bat.
1866 jedoch begann das Forstamt mit der Bepflanzung des Steinplateaus. Kaiser Napoleon hatte alle von Frankreich beherrschten Staaten zur Holzabgabe für seine beginnende Industrie und den Bedarf an Holzkohle gezwungen. Die Holzwirtschaft kam mit der Nachforstung in Verzug.
1870 brach der Krieg Frankreichs gegen Deutschland aus, und alle deutschen Königreiche, Fürsten- und Herzogtümer standen Preußen zur Seite.
Noch im selben Jahr schrieb ein preußischer Landvermesser über das seltsame Waldgebiet:
„Gelände ist nicht zu kartieren!“
Das bayerische Forstamt vermerkte lediglich:
„Boden-Erosionen und Wirtschaftsholz.“
1871 endete der Krieg mit einer Niederlage Frankreichs, aus der das einheitliche Deutsche Reich hervorging, in dem sich die deutschen Staaten – ausgenommen Österreich – zu einer Föderation zusammenschlossen.
1875 begann die neue topographische Erfassung des Geheimnisses im Bayerischen Wald durch die neue Reichshauptstadt Berlin.
Die Vermessungsingenieure konnten unter den Baumwurzeln nur noch Flur-Anomalien in ihren Feldberichten vermerken. Doch neun Jahre nach der Bepflanzung wurden unter dem kaum zwei Meter dicken Waldboden Mauern freigelegt, die über vier Meter tief reichten und aus quadratischen sowie rechteckigen Steinblöcken bestanden.
Ein Abschnitt in der Nähe des Großer Arber – dem höchsten Punkt des Bayerischen Waldes mit 1456 Metern – zeigte noch eine Reihe eingeebneter Plattformen an der Südwestwand, die mit natürlichen Erosionen nicht erklärbar sind.
Sie folgen vielmehr dem Gefälle einer bewussten technischen Gestaltung.
Die Kartenbezeichnung lautet lapidar:
„Bestehende Gelände-Elemente unbekannter Herkunft.“
Die Dorfbewohner am Rande der Aufforstungen konnten diese Steinplateaus früher nie als Nutzflächen verwenden.
Im selben Zeitraum fanden ähnliche Bepflanzungen auf seltenen Steinformationen sowohl im Schwarzwald als auch im Harz statt.
Diese drei Wälder – errichtet auf rätselhaften Steinformationen unbekannter Herkunft, dokumentiert, jedoch nie gründlich untersucht – bilden ein Dreieck über der deutschen Mittelgebirgszone.
Was befand sich dort vor dem Jahre 1866?
Jemand musste doch die angelegten Höhenzüge, Bauwerke unbekannten Ursprungs, Plattformen und Steinstufen errichtet haben.
Mit heutiger Technik wäre es ein Leichtes, das Geheimnis dieser Wälder durch Luftaufnahmen und Bodenradar zu lösen.
Doch vielleicht wollen einige Autoritäten dem deutschen Volk gar nichts von einer älteren, größeren heimischen Kultur berichten?
Der Bayerische Wald grenzt an Böhmen, von wo die Ur-Bayern – die Bayovaren – einst herübersiedelten.
Dort widerstand auch der Markomannen-König Marbod um Christi Geburt mit seinen landesweit errichteten Fluchtburgen hartnäckig den römischen Imperatoren.
Die Ostgermanen eroberten später unter Theoderich der Große das römische Reich
(siehe unser Epos vom Dezember 2023).
Warum sollte das mächtige Markomannenreich nicht ebenfalls Spuren kultureller Größe hinterlassen haben?
Sollten die Steinplateaus sogar noch älterer Herkunft sein, könnten sie womöglich von den Ur-Hessen beziehungsweise den Hethitern erbaut worden sein
(siehe unser Artikel: „Als die Türkei noch deutsch war“, September 2025).
Die Spekulationen bleiben nach allen Seiten offen.
Infobox – Weiterführende Literatur
Empfohlene Literatur zu Frühgeschichte, Megalithkulturen und germanischen Ursprüngen
- Erinnerungen an die Zukunft
- Germania
- Die Edda
- Literatur über den Bayerischen Wald und frühgermanische Siedlungen
- Forschungen zu Megalithanlagen und europäischen Urkulturen
- Werke zur Geschichte der Markomannen und Ostgermanen






