Eines Witwers Glückstraum 

Bodhi Svaha! Sadhu!

Abendstille und Übergang in den Traum

Wie so manchen stillen Abend schlief ich bei einer heißen Kanne Ostfriesentee, süß und blond, wieder vor dem Bilde meiner verstorbenen Frau ein. 

Da befand ich mich an einem herrlichen Sommertage im Stadtwald unter lauter jungen Menschen, deren Fröhlichkeit mich mit neuer Lebenslust füllte. 

Drei junge Mädchen und zwei ausgelassene Burschen liefen an mir vorbei und forderten mich auf, ihnen zu folgen. Sie gingen zum Bundesligaspiel in den Stadtwald-Tennisclub. 

Sie sahen mich ihnen folgen, und ein fremder Kassierer nahm Eintrittsgeld von mir, obwohl ich dort eigentlich als ehemaliger Platzwart recht bekannt und beliebt war. 

Gut tausend Zuschauer hockten dort auf den Holzbänken um die sechs Spielfelder herum. Die Leute rückten auf, und die fünf Jugendlichen hielten, mir zuwinkend, einen Sitzplatz frei. 

Ich ordnete zwei Burschen verhaltensmäßig zwei Mädels als Pärchen zu und war von der Unbefangenheit des dritten, hübschen Fräuleins fasziniert. 

Das hübsche Fräulein fragte, welcher Spieler Maximo sei, und ich hatte Gelegenheit zu einem Lehrgespräch. Sie lauschte meinen Worten, dass er aus Argentinien kam, vom Krefelder Trainer beim „Australien Open“ entdeckt und unter Vertrag gestellt wurde, den 14. Platz der Weltspitze einnimmt und jetzt auf unsere Feldseite gewechselt war. 

Als ich ihn dann noch auf Spanisch „Vamos! Maximo!“ zurief und er einen kurzen Blick zu uns herüberwarf, rückte das süße Mädel ganz eng zu mir. 

Maximo stampfte wie ein El-Torro und fixierte seinen Gegner, schlug mit dem Schläger gegen seinen rechten Tennisschuh, sodass die rote Asche aus allen Fugen rieselte. 

Die beiden Jungens standen auf und flüsterten ihren Mädels zu, kühle Cola zu besorgen. Ich stand mit auf und sagte zu meiner Herzensdame, ihr auch ein Getränk zu besorgen. 

Auch der Tenniswirt war ein Fremder, aber er verkaufte immer noch meinen Lieblingswein. Stolz kam ich zu meinem Fräulein im roten Kleid zurück und reichte ihr den kühlen Weinbecher. 

Sie nippte neugierig am Becherrand und schaute erstaunt auf: „Der schmeckt aber gut!“, bemerkte sie, und ihre Augen strahlten so hell wie ihre gepflegten Perlenzähne. 

„Ja! Dieser Wein hat der Winzer mit einem Hauch süßer Schokolade veredelt!“, erklärte ich stolz und spürte ihre unmittelbare Körpernähe. Unsere Hände berührten sich, und ihre beiden Begleiter kicherten mit großen Augen: „Ei, was sehe ich da? Ein verliebtes Ehepaar!“ 

Nun schauten auch einige Zuschauer aus ihren Reihen etwas verärgert zu uns hinüber. Mein Herz aber hüpfte Freudensprünge, und ich sagte zu „Maximo“, der sich auch in seiner Konzentration gestört fühlte und mir einen bösen Blick zuwarf: „Ella est mia chica!“ 

Der Argentinier lächelte etwas und rief: „Mucha Benita!“ Jetzt ließ meine „Chica“ auch meine Hand nicht mehr los, und wir verließen bei Dämmerung den Stadtwald. 

Der größere Bursche klopfte auf meine Schulter und lachte: „Du hast Glück! Ich bin Hochzeitsmanager! Eure Hochzeit arrangiere ich auf dem Tennis-Point des Centerplatz!“ 

„Dazu reicht aber mein Budget nicht aus“, stammelte ich ernüchternd. 

„Kein Problem“, rief der Knabe im Geschäftsfieber mir zu: „Für die einzige Tochter deiner Schwiegereltern sind das nur Peanuts!“ 

Plötzlich trat mir der Schweiß auf die Stirne, und ich fragte mich selbst voller Panik: „Wie können sie ihren Teenager nur mit einem verwitweten Rentner verheiraten?“ 

Die Traumblase platzte augenblicklich, und ich fragte mich nun, was meine geliebte Frau Angelika zu diesem Traum nur sagen würde. 

Da durchzuckte mich ein alles verbrennender Blitzgedanke: „Du warst doch selbst im Traum ein Jugendlicher, und Angelika ist diese, deine Frau im nachfolgenden Leben!“ Mit dieser Vision konnte ich leben! 

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