Ein historischer Hintergrund
Unserem Artikel vom Mai 2024 „Die Legionäre des Vatikan“ fügen wir noch diese vorliegenden Berichte hinzu.
Als der spanische Thron verwaiste, stand ein deutscher Prinz aus dem Hause der Haus Hohenzollern an erster Stelle der königlichen Nachfolger. Frankreich wollte das verhindern und forderte unter Kriegsdrohung unannehmbare Verzichtserklärungen vom Preußen-König.
Dessen Kanzler Otto von Bismarck gelang die Einigung aller damaligen deutschen König- und Fürstentümer, so dass im Krieg 1870–1871 Frankreich besiegt wurde. Alle deutschen Länder – einschließlich des deutschsprachigen Elsass-Lothringen (ohne Österreich) – wurden unter Wilhelm I. zum II. Deutschen Reich vereinigt.
Das Kaiserreich verfügte – dank französischer Kriegsentschädigungen – über eine stabile Goldmark und entwickelte eine starke Industrie mit zahlreichen Erfindungen und Patenten.
Der Kaiser war – wie ganz Preußen – evangelisch. Daher forderte das katholische Kirchenoberhaupt im Vatikanstadt vom Kaiser einen Unterwerfungseid. Der Kaiser erklärte jedoch, nur Gott über sich zu gehorchen. Daraufhin entsandte der Vatikan seine Kapläne gegen das Kaiserreich.
Es kam zum berühmten Kulturkampf, in dessen Verlauf Kirche und Staat getrennt wurden.
Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem:
Einführung der Zivilehe
Staatliche Schulaufsicht
Entzug staatlicher Gelder für Bischöfe
Verbot des Jesuitenordens
Abgabe von 20 % kirchlicher Gewinne für soziale Zwecke
Zudem führte Bismarck soziale Reformen ein:
Arbeitslosenversicherung
Krankenversicherung
Rentenversicherung
Diese Reformen gelten als Beginn des modernen Sozialstaates.
Der Erste Weltkrieg und seine Folgen
Mit dem von serbischen Terroristen verübten Ausbruch des Erster Weltkrieg fiel – so die Darstellung – die ganze Welt über Deutschland her. Deutschland wurde als Kriegsalleinschuldiger erklärt, das Land territorial verkleinert und zu hohen Reparationszahlungen verpflichtet.
Die wirtschaftlichen Belastungen führten zu schweren sozialen Spannungen.
Kirchenfinanzierung in Deutschland
Heute treibt die Regierung der Bundesrepublik Deutschland für die Kirchen Steuern ein. Bischöfe erhalten pro Kopf monatliche Gehälter von etwa 6000–8000 Euro.
Zudem erhalten Kirchen weiterhin staatliche Zahlungen als historische Entschädigungen für Verluste aus dem Dreißigjährigen Krieg.
Der Dreißigjährige Krieg dauerte vom 23. Mai 1618 bis zum 24. Oktober 1648.
Politik nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten die Siegermächte in Deutschland drei große Parteien:
CDU
SPD
FDP
Diese galten als Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen:
Bourgeoisie
Arbeiterklasse
Mittelstand
Während Gewerkschaften der SPD nahe standen, beteten Geistliche während Wahlkämpfen für die CDU.
Dieses System funktionierte während des sogenannten Wirtschaftswunders.
Die FDP fungierte dabei häufig als Koalitionspartner, der Mehrheiten ermöglichte.
Migration und religiöser Wandel
Die wirtschaftliche Hochphase lockte Millionen Arbeitskräfte nach Deutschland.
Zunächst als Gastarbeiter, später als ausländische Mitarbeiter bezeichnet, arbeiteten sie in deutschen Fabriken. Dadurch verbreitete sich auch der Islam stärker.
Gleichzeitig veränderte sich die religiöse Landschaft:
zahlreiche Kirchenaustritte
etwa 100.000 Deutsche wandten sich dem Hinduismus zu
über 200.000 Deutsche bekannten sich öffentlich zum Buddhismus
Die Miliz Christi
Obwohl der Staat weiterhin jährliche Zahlungen an die Kirchen leistet, erhalten Bischöfe monatliche Gehälter von etwa 8000 Euro.
Im Jahr 2010 rief Benedikt XVI. auf dem Petersplatz vor rund 15.000 Priestern dazu auf, gegen „Neuheiden und Buddhisten“ vorzugehen.
Der Hirte solle den Stock gegen die Wölfe einsetzen, die seine Herde bedrohen.
Nach dieser Darstellung reicht das Netzwerk der Kirche bis in kleinste Dörfer.
Ritterorden und kirchliche Organisationen
Ein bedeutender historischer Orden war der Deutscher Orden.
Seine ursprüngliche Aufgabe bestand darin:
christliche Pilger ins Heilige Land zu begleiten
gegen muslimische Kräfte zu kämpfen
Die Ritter entwickelten zudem ein frühes Bankwesen, indem Kaufleute Geld in Europa hinterlegen konnten und entsprechende Garantiescheine im Jerusalem einlösten.
Nachdem Jerusalem verloren ging, kämpfte der Orden gegen heidnische Slawen und gründete den Ordensstaat Preußen.
Der Orden vom Heiligen Grab
Heute existiert der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Ein Vertreter war Anton Schlembach, der 1994 Großprior der deutschen Ritter war.
Der Orden bezeichnet sich als „Miliz Christi“ – Soldaten des Heiligen Stuhls.
Merkmale des Ordens:
weiße Roben
rotes Kreuzsymbol
Wahlspruch: „Deus lo vult“ – „Gott will es“
Mitglieder schwören Gehorsam gegenüber dem Papst.
Einfluss in Gesellschaft und Politik
Der Orden zählt nach eigenen Angaben etwa 18.000 Mitglieder.
Diese sollen wichtige Positionen einnehmen in:
Politik
Wirtschaft
Medien
Bildungssystem
Im Buch „Verschwörung im Zeichen des Kreuzes“ werden zahlreiche Namen aus Wirtschaft und Politik genannt.
Darunter unter anderem:
Konrad Adenauer
Vertreter großer Banken
Medienmanager
Industrielle
Kritische Stimmen zum Vatikan
Kritiker sehen ein Problem darin, dass der Vatikanstaat außerhalb der Gerichtsbarkeit anderer Länder steht.
Auch wird auf das Privatvermögen von Pius XII. verwiesen, der 1958 starb und angeblich große Vermögenswerte hinterließ.
Schlussgedanke
Der Artikel stellt zahlreiche historische Ereignisse und kritische Positionen zur Rolle der Kirche in Politik und Gesellschaft dar. Gleichzeitig erinnert er daran, dass religiöse Traditionen – ob christlich oder buddhistisch – auch Wege der inneren Besinnung und ethischen Orientierung bieten können.
Vielleicht liegt die eigentliche Herausforderung unserer Zeit weniger im Kampf der Religionen als vielmehr darin, spirituelle Werte mit gesellschaftlicher Verantwortung und gegenseitigem Respekt zu verbinden.
Literaturtipps
Karlheinz Deschner – Kriminalgeschichte des Christentums
Peter Partner – The Knights Templar and Their Myth
Christopher Clark – Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia
Heinrich August Winkler – Der lange Weg nach Westen
Ian Kershaw – Europa im 20. Jahrhundert
John Julius Norwich – Absolute Monarchs: A History of the Papacy
Hans Küng – Die katholische Kirche
Diarmuid MacCulloch – Christianity: The First Three Thousand Years
Quellen
Historische Darstellungen zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
Literatur zum Kulturkampf im Deutschen Kaiserreich
Studien zur Sozialgesetzgebung Otto von Bismarcks
Veröffentlichungen zum Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
Zeitgeschichtliche Analysen zur Kirchenfinanzierung in Deutschland
Forschung zum Dreißigjährigen Krieg
Politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
❓ Leserfrage:
Wie sollte eurer Meinung nach heute das Verhältnis zwischen Staat und Religion geregelt sein – vollständige Trennung oder weiterhin institutionelle Zusammenarbeit?









