Metaphysik luzider Träume

Bodhi Svaha! Sadhu!
Die verborgene Wirklichkeit unseres Bewusstseins im Traum

Der anerkannte Psychologe Paul Tholey experimentierte gründlich mit bewussten luziden Träumen. Seine Schüler ließ er ihr Durchschnitts-Ich erforschen. Wir haben ja ein Arbeits-Ich, ein häusliches Alltags-Ich, ein höfliches Öffentlichkeits-Freizeit-Ich, ein Festtags-Ich u. s. w.

Dabei ist unser Bewusstsein nicht vom Gehirn abhängig – wie längere Koma-Patienten ohne messbare Hirnaktivität mit Umweltwahrnehmungen nach dem Erwachen bestätigen konnten. (Lese unseren Bericht über Panpsychismus.)

Tholey stellte in seinen Untersuchungen die Natur unseres Bewusstseins grundsätzlich in Frage. In unserem Artikel „Der schlafende Gott“ zeigten wir das indische Weltbild vom unpersönlichen Weltgott Brahma, der als persönlicher Weltgott während des Träumens unsere Welt erschuf: die Welt als Gedanke Gottes, worin das Atma (die Seele) ein Avatar Brahmas ist. So heißt es ja auch:

„Gott schläft im Stein, ruht in der Pflanze, lebt im Tier und erwacht im Menschen!“

Mein Ich sagt mir, dass andere Menschen genauso wie ich Bewusstsein haben, fühlen und denken.
Was ist imaginär und was ist real, wenn wir uns alle in einem gleichen Traum befinden?
Vielleicht ist unser Bewusstsein gar nicht kontinuierlich, sondern fragmentiert?

Tatsächlich befinden wir uns nahezu immer plötzlich mitten in einem Traumgeschehen, ohne erkennbare Vorgeschichte. Dabei erweisen sich unsere Traumfiguren als vollständige Persönlichkeiten mit ausgeprägtem Charakter und eigenem Bewusstsein. Sie sind keineswegs bloße Projektionen unseres Gehirns – oft lehren uns diese Traumpersonen sogar Dinge, die wir vorher nicht wussten. Das bestätigten auch Nobelpreisträger, die aus Träumen die Blaupausen ihrer Entdeckungen ins Wachbewusstsein überführten.

Im Gegensatz zu Romanfiguren, die aus dem Bewusstsein des Autors stammen und rein imaginär sind, sind Traumpersonen erfahrungsbasiert, wie Menschen im Wachzustand.

Tholey stellte fest, dass sich Träume autonom verhalten – sie enden stets mit dem Erwachen. Und es ist schwer, sich im Wachzustand an Träume zu erinnern. Alzheimer-Patienten haben ebenfalls ein vermindertes Bewusstsein – doch ihre Erfahrungen sind nicht weniger real als die anderer Menschen oder eben der Traumpersonen.

Tholey entwickelte eine Identifikationstechnik, bei der der Kern des Traum-Ichs seinen eigenen Körper verlässt und in den eines anderen Traumcharakters eintaucht. Dies sollte nur unter professioneller Anleitung erfolgen, um geistige Verwirrung zu vermeiden. So erfuhren seine Probanden im Traum-Ich die Gedanken, Gefühle und Absichten anderer Figuren.

Luzides Träumen bedeutet, dass man sich während des Traums des Träumens bewusst ist. Dadurch kann man die Kontrolle übernehmen und den Traum gestalten. Ziel ist die Interaktion mit der Traumperson – man stellt Fragen und erhält Antworten. Traumfiguren besitzen eine komplexe Persönlichkeit: mit Wissen, Ängsten, Vorlieben, Wünschen und Gefühlen.

Dass wir spontan in Traumhandlungen eintreten, zeigt, dass unser Bewusstsein nicht linear, sondern sprunghaft ist. Die Begründer der Psychoanalyse wie Sigmund Freud und Carl Gustav Jung erkannten darin nicht nur alltägliche Erlebnisse, sondern auch symbolische Botschaften.

Für deren Deutung benötigen wir ein kulturkreisgerechtes Traumdeutungsbuch. Asiaten verstehen etwa Drachen und Schlangen positiv – Bibelgeprägte oft negativ.

Negative Gedanken ziehen Negatives an – sie blockieren das Bewusstsein. Moderne Psychologen empfehlen, sich regelmäßig zu fragen:

„Ist mir dieser negative Gedanke nützlich?“
So befreit sich der ehrliche Kern der Psyche von bedrückender Last und gewinnt die Kontrolle zurück.

Nicht zu vergessen sind Berichte von Warnträumen, die Menschen vor Katastrophen bewahrten – etwa Flugzeugabstürzen oder Schiffsunglücken.

Wenn alle Traumpersonen ein Ich-Selbst sind, dann stellt sich die Frage:

Sind wir selbst nicht auch nur Traumpersonen?

Wenn die Welt ein einziger Traum Gottes ist, sollten wir unseren Geist nutzen, ihn mit dem Geist Gottes zu verbinden.

Weiterführende Literaturtipps
  • Paul Tholey & Kaleb Utecht: Schöpferisch träumen – Der Klartraum als Lebenshilfe

  • Stephen LaBerge: Klarträumen – Bewusst träumen, bewusst leben

  • Carl Gustav Jung: Traum und Traumdeutung

  • Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra (zur metaphysischen Ich-Betrachtung)

  • Allan Hobson: The Dreaming Brain

  • Rupert Sheldrake: Der siebte Sinn des Menschen

  • Thomas Metzinger: Der Ego-Tunnel – Eine neue Philosophie des Selbst

  • Peter Sloterdijk: Du mußt dein Leben ändern

Wichtige Hinweise zu externer Literatur

Wir freuen uns, Ihnen eine sorgfältig kuratierte Auswahl an weiterführenden Quellen präsentieren zu können, die wir als besonders hilfreich und informativ erachten. Diese Ressourcen bieten Ihnen zusätzliche Einblicke und vertiefende Informationen zu den Themen, die wir auf unserem Blog behandeln.

Unsere Empfehlungen umfassen:

  • Fachartikel und wissenschaftliche Studien
  • Bücher renommierter Autoren
  • Websites von vertrauenswürdigen Institutionen
  • Lehrvideos und Online-Kurse

Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keinen Einfluss auf die Inhalte dieser externen Quellen haben. Die dort präsentierten Meinungen und Informationen spiegeln nicht zwangsläufig unsere eigenen Sichtweisen wider. Außerdem übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte der verlinkten Quellen.

Wir hoffen, dass Sie von diesen zusätzlichen Ressourcen profitieren und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer weiterführenden Recherche!

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ihr Blog-Team

schon gelesen?

Beitrags Info

Artikel Empfehlungen

Discover peace at our Buddhist center. Learn meditation, find wisdom, and join our community on the path to enlightenment.

Address :

Info :