Der Buddhismus ist die erste Weltreligion die zudem als einzige Weltreligion rein friedlich
durch ihre Überzeugungskraft expandierte.
Im indischen Subkontinent absorbierte der Buddhismus die dort vorgefundenen älteren Religionsformen.
Auch in Tibet Floss die ältere Naturreligion in den Buddhismus mühelos ein, weil Buddha sowohl
Lehrer der Menschen als auch Lehrer der Naturgeister ist. Kamapas heißen die Heiligen im Lamaismus (tibetischer Buddhismus).
In Tai-Wan leben die chinesischen Mönche sogar heute noch rein vegetarisch. Ziegen; Schafe und
Kühe liefern ihre Milch den Menschen ja schmerzfrei und unbefruchtete Eier bringen ohnehin
kein Leben hervor.
Komplizierter ist der Buddhismus jedoch in Japan, wo die Religion des Shin-To (China-Weg)
Staatsreligion ist und die Familienbande stärkste Kraft. Dort gibt es keinen Sankha, sondern nur
„weißgekleidete Priester“ als höchster Buddhistengrad, die zugleich Familienoberhäupter sind.
Der japan. Buddhismus gliedert sich in viele Sekten, wo sogar ein Ur-Buddha (Adhi-Buddha)
als Welt Gott verehrt wird und unterschiedliche Meditationsbuddhas wie die Anrufung von
„Amido But-Zu“ die unmittelbare Hilfe versprechen soll. Ebenso wird „Avarloki-Teschvara“
mit hundert Händen abgebildete, ähnlich der ägypt. Sonnenscheibe, weil er soviel Hände benötigt
zum allseitigen Helfen! Geheimnisvoll die jap. Ko-an Übungen, deren Rätsellösung Erleuchtung
bewirken sollen.
In Fernost wird der historische Buddha als „shakya-muni“ (Schweigsamer Eremit) verehrt.
Buddha selbst lehrte, daß seit ewig viele Buddhas auf Erden erschienen und erscheinen, mit dem
gleichen Aussehen, Lehren und Lebenswandel. Einige dieser Buddhas erloschen sogar ohne eigene
Schülerschaft (Pacceka-Buddha), andere erschienen zeitgleich an unterschiedlichen Orten.
So erschien zeitgleich mit Buddha im 6.Jahrh. v. Chr. In Bihar (Indien) Mahavira mit dem Lebenslauf der allen Buddhas auszeichnet. Mahavira bezeichnete sich nach der Erleuchtung als „Jina“ (Sieger) und nannte seine Gläubigen danach „Jaina“ und führte einen strengen asketischen Orden.
Ein achtblättriger Lotos symbolisierte ihren Tugendpfad und ein svastika (Hakenkreuz) (das auch viele Buddhisten verehren) symbolisiert das zerbrochene Rad des Lebens mit den 4 Orten der Wieder-Geburtsmöglichkeiten: Götterwelt, Dämonenwelt, Tierwelt, Menschenwelt. Jede dieser vier Stellen kennzeichnen die Jainas mit einem Punkt als Samenkorn. Die Radnarbe symbolisiert den
Ruhepunkt (Halbkreis mit Punkt) als Ort des endgültigen Verwehens (Nirvana).
Anfangs waren die Jaina noch Nackler (Luftbekleidete), später Weißgewandete und ihre höchste
Ehre fanden die Bettelmönche im Hungertod, den „maran-samlekhana“. Heute noch leben etwa
2 Millionen Jaina, viele von ihnen arbeiten ausgerechnet als Bankangestellte.
Ob die modernen Selbstmörder und sich zu Tode hungernde, reiche junge Menschen noch unter karmischen Einfluss dieser Todessehnsucht des Jainaismus stehen, müßte einmal wissenschaftlich
untersucht werden. Der Buddha erlaubte zwar seinen, in unwiderruflichen Todesschmerz liegenden
Mönchen den Freitod, verbreitete aber in Hinsicht aufs buddhistische Erlösungsziel allergrößten
OPTIMISMUS!
Mahavira starb 527 (vor Chr.) in Pavapuri, aber der Buddha Gotama allein verfeinerte den Jaina-
ismus und lehrte den meditativen „mittleren“ Weg zwischen Luxus und Askese. Sein Heilsimperativ
„Ariya-Sacca“ (Edle Wahrheit) wurde zum Credo aller „Sotapanna“ (von der Strömung des
Buddhismus ergriffene, nicht mehr Rückfallfähige), wobei die 4. edle Wahrheit die Kenntnis
des Achtgliedrigen Pfades (Atthangika-Magga) ist.
Die 4 Edlen Wahrheiten (Ariya-Sacca)
- Die Wahrheit vom Leid (Dukkha): Das Leben bringt Herausforderungen und Unvollkommenheit mit sich. Alles Dasein ist durch die drei Merkmale (Tilakkhana) – Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und das Nicht-Selbst – geprägt.
- Die Ursache des Leids (Tanha): Leid entsteht durch unser Verlangen, unser Anhaften an den Dingen und das Begehren, dass die Welt anders sein möge, als sie ist.
- Das Ende des Leids (Nirodha): Wenn das Verlangen und das Anhaften zur Ruhe kommen, schwindet auch das Leiden. Innerer Friede wird möglich.
- Der Weg zur Freiheit (Magga): Der Edle Achtfache Pfad ist die praktische Anleitung, die uns Schritt für Schritt zur Befreiung von Leid und zu wahrer Klarheit führt.
Die drei Daseinsmerkmale (Tilakkhana)
- Anicca – Die Unbeständigkeit: Alles Dasein ist im ständigen Wandel. Nichts verweilt, alles ist zeitlich bedingt und fließt.
- Dukkha – Die Unvollkommenheit: Weil alles unbeständig ist, kann nichts Dauerhaftes vollkommenes Glück schenken. Anhaften an Vergänglichem führt zu Leidhaftigkeit.
- Anatta – Das Nicht-Selbst: Es gibt keinen ewigen, unveränderlichen Kern. Alles entsteht in Abhängigkeit und ist ohne ein getrenntes, festes „Ich“.






