Vierjähriger spricht plötzlich eine fremde Sprache

Bodhi Svaha! Sadhu!

Nahtoderfahrung, Erinnerungen und die rätselhafte Geschichte von „Karl und Margarete“

Im Jahr 1974 soll ein vierjähriger Farmerjunge namens Thomas – Name geändert – von einer Scheunenleiter etwa vier Meter tief auf einen Betonboden gestürzt sein.

Er war der Sohn polnischer Einwanderer und lebte auf einer Farm in einer kleinen polnischen Gemeinde in Pennsylvania.

Nach der überlieferten Schilderung stellten die Sanitäter des herbeigerufenen Krankenwagens keinen Puls mehr fest.

Keine Atmung.

Die Pupillen waren starr geöffnet.

Sofort begannen die Sanitäter mit Herz-Lungen-Wiederbelebung, Maskenbeatmung und Brustkompressionen.

Während der etwa 22-minütigen Fahrt in ein nahegelegenes Klinikum kämpften sie weiter um das Leben des Kindes.

1. Zwischen Leben und Tod

Im Krankenhaus wurde Thomas intubiert und künstlich beatmet.

Er erhielt Medikamente zur Wiederbelebung.

Da die äußeren Herzkompressionen angeblich ohne ausreichende Wirkung blieben, soll schließlich sogar der Brustkorb geöffnet worden sein, um eine direkte Herzmassage vorzunehmen.

Der Herzmonitor zeigte zunächst nur eine flache Linie.

Nach der Erzählung habe über einen ungewöhnlich langen Zeitraum keine erkennbare Herztätigkeit bestanden.

Dann soll plötzlich wieder ein schwacher Impuls aufgetreten sein.

Das Herz begann unregelmäßig zu schlagen.

Medikamente stabilisierten schließlich den Rhythmus und der Blutdruck wurde wieder messbar.

Doch die neurologische Prognose war schlecht.

Die Ärzte sollen die Eltern darauf vorbereitet haben, dass ihr Sohn möglicherweise schwere und dauerhafte Hirnschäden davontragen würde.

Thomas kam auf die pädiatrische Intensivstation.

2. Das unerwartete Erwachen

Nach drei Tagen zwischen Leben und Tod sei kaum noch mit einer deutlichen Besserung gerechnet worden.

Doch am vierten Tag soll Thomas plötzlich die Augen geöffnet haben.

Nicht leer und ohne Reaktion.

Sondern bewusst und aufmerksam.

Er bewegte die Arme und versuchte offenbar, etwas mitzuteilen.

Nachdem der Tubus entfernt worden war, begann der Junge nach dieser Überlieferung immer wieder einen Namen zu rufen:

„Margarete!“

Dann geschah etwas noch Merkwürdigeres.

Thomas soll plötzlich Deutsch gesprochen haben.

3. Eine Sprache, die niemand ihm beigebracht hatte

Die Eltern erklärten angeblich, dass in ihrer Familie niemand Deutsch sprach.

Zu Hause wurden Polnisch und etwas Englisch gesprochen.

Auch in seiner unmittelbaren Umgebung habe Thomas keinen regelmäßigen Kontakt zur deutschen Sprache gehabt.

Während sich sein kindliches Englisch langsam wieder normalisierte, seien immer wieder deutsche Sätze aufgetreten.

Schließlich soll Elisabeth Kübler-Ross hinzugezogen worden sein.

Sie stammte aus der Schweiz und sprach Deutsch.

In einem kindgerechten Gespräch habe sie zunächst Englisch mit Thomas gesprochen und dann langsam ins Deutsche gewechselt.

Daraufhin soll sich das Verhalten des Jungen plötzlich verändert haben.

Seine Augen weiteten sich.

Er beugte sich nach vorne.

Und dann sprach er nach der Geschichte plötzlich flüssiges Deutsch.

Nicht nur einzelne Wörter.

Sondern zusammenhängende Sätze mit grammatikalischen Strukturen und idiomatischen Wendungen.

4. „Ich sah mich selbst dort unten liegen“

Thomas beschrieb anschließend seinen Sturz.

Nach seiner Erinnerung habe es unmittelbar nach dem Schmerz ein Gefühl der Trennung gegeben.

Er sei aus seinem Körper herausgezogen worden.

Von außerhalb habe er sich selbst auf dem Boden der Scheune liegen sehen.

Auch seine schreiende Mutter habe er wahrgenommen.

Alles erschien ihm weit entfernt.

Schmerzen habe er nicht mehr empfunden.

Dann sei er durch einen Übergang zwischen zwei Welten gelangt.

Dort habe er ein Licht gesehen.

Kein blendendes Licht.

Sondern ein Licht, das freundlich und lebendig erschien.

Bewegungen seien dort ohne jede Anstrengung möglich gewesen.

5. Die Frau namens Margarete

Dann begegnete Thomas nach seiner Schilderung einer Frau.

Ihr Name:

Margarete.

Er habe sofort gewusst, dass er sie liebte.

Warum, konnte der Vierjährige nicht erklären.

Er fühlte sich bei ihr wie nach einer langen Trennung endlich wieder zu Hause.

Kübler-Ross soll ihn gefragt haben, wie Margarete ausgesehen habe.

Thomas beschrieb sie angeblich sehr genau:

blondes Haar,

einen tiefen Dutt im Nacken,

ein Kleid aus schwerem dunklem Stoff,

darüber eine helle Schürze,

himmelblaue Augen.

Außerdem erwähnte er ein Muttermal auf ihrer rechten Schulter.

6. „Es ist noch nicht deine Zeit“

Thomas erzählte weiter, Margarete habe nicht mit hörbaren Worten gesprochen.

Trotzdem habe er genau verstanden, was sie ihm mitteilen wollte.

Es sei vielmehr ein unmittelbares Wissen gewesen.

Sie habe auf ihn gewartet.

Sie habe ihn niemals vergessen.

Aber er könne noch nicht bei ihr bleiben.

Es sei noch nicht seine Zeit.

Er müsse zuerst ein anderes Leben zu Ende führen.

Thomas wollte dies angeblich nicht akzeptieren.

Doch Margarete habe ihn sanft, aber bestimmt zurückgeschickt.

Sie würden sich wiedersehen.

Echte Liebe könne kein Tod zerstören.

Dann habe sie sein Gesicht berührt.

Diese Berührung habe sich vollkommen real angefühlt.

Danach sei Thomas durch einen starken Sog zurückgezogen worden:

zurück durch den Tunnel,

zurück in den Schmerz,

zurück in die Kälte seines verletzten Körpers.

7. Eine Trauer, die nicht zu einem Vierjährigen passte?

Nach dieser Erzählung begann Thomas anschließend zu weinen.

Doch Beobachter sollen den Eindruck gehabt haben, es sei keine gewöhnliche Reaktion eines verletzten Kindes gewesen.

Er wiederholte auf Deutsch:

Er wolle zurück.

Margarete sei allein.

Er hätte sie nicht verlassen sollen.

Sie habe so lange auf ihn gewartet.

In späteren Gesprächen soll Thomas immer wieder zwischen Englisch und Deutsch gewechselt haben.

Dabei seien nach der Überlieferung sogar Wörter und Redewendungen aufgetreten, die im modernen Standarddeutsch kaum noch verwendet würden.

Sprachwissenschaftler hätten die Sprache angeblich dem ländlichen Bayern des frühen 20. Jahrhunderts zugeordnet.

8. „Margarete nannte mich Karl“

Thomas beschrieb weiterhin eine bergige Landschaft.

Ein Haus im alpinen Stil.

Werkzeuge und Gegenstände aus Holz.

Viele davon habe er selbst hergestellt.

Und dann sagte er einen weiteren Satz:

Margarete habe ihn Karl genannt.

Damit bekam die Geschichte plötzlich einen zweiten Namen.

Karl.

9. Die angebliche Suche in Bayern

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus soll Thomas allmählich wieder in sein normales Kinderleben zurückgefunden haben.

Die Geschichte berichtet weiter, dass in Deutschland Nachforschungen angestellt worden seien.

In Kirchenbüchern eines kleinen bayerischen Dorfes bei Garmisch-Partenkirchen habe man schließlich einen Zimmermann namens Karl Hofmann gefunden.

Dieser sei 1921 im Alter von 38 Jahren plötzlich an Herzversagen gestorben.

Zurückgeblieben sei seine Ehefrau:

Margarete Hofmann, geborene Weiß.

Damit schien sich für die Beteiligten ein Kreis zu schließen.

Der vierjährige Thomas hätte demnach Erinnerungen an das Leben eines Mannes besessen, der Jahrzehnte vor seiner eigenen Geburt gestorben war.

10. Was hätte Thomas erlebt?

In der Deutung dieser Geschichte hatte Thomas durch seinen klinischen Tod etwas berührt, was den meisten Menschen erst an der Grenze ihres eigenen Lebens begegnet:

die mögliche Kontinuität des Bewusstseins.

Vielleicht Erinnerungen an eine frühere Existenz.

Vielleicht eine Nahtoderfahrung.

Vielleicht eine außergewöhnliche Leistung des verletzten Gehirns.

Oder vielleicht etwas, für das wir bislang keine passende Erklärung besitzen.

Die Geschichte stellt jedenfalls eine faszinierende Frage:

Kann ein Bewusstsein Erinnerungen besitzen, die nicht aus dem gegenwärtigen Leben stammen?

(Rahula)

Infobox: Wie ist diese Geschichte einzuordnen?

Die Geschichte von Thomas enthält mehrere außergewöhnliche Elemente: einen Herzstillstand, Erinnerungen an ein mögliches früheres Leben und das angebliche Sprechen einer fremden Sprache.

Wichtig ist deshalb eine klare Einordnung:

Wissenschaftlich gut dokumentiert ist, dass Menschen – auch Kinder – nach lebensbedrohlichen Situationen von Nahtoderfahrungen berichten können. Dazu gehören Lichtwahrnehmungen, außerkörperliche Erlebnisse, Begegnungen mit Gestalten oder ein starkes Gefühl von Frieden.

Nicht wissenschaftlich bewiesen ist dagegen, dass solche Erfahrungen tatsächlich ein Weiterleben des Bewusstseins nach dem körperlichen Tod belegen.

Auch für den hier beschriebenen Thomas-Fall fehlen bislang überprüfbare medizinische Unterlagen, vollständige Originalinterviews und unabhängige Belege für die behaupteten Erinnerungen an Karl und Margarete Hofmann.

Ähnliches gilt für die angebliche Xenoglossie, also das spontane Sprechen einer zuvor nicht erlernten Sprache. Solche Fälle müssten durch vollständige Aufzeichnungen und unabhängige Sprachwissenschaftler überprüft werden.

Was bedeutet das für diesen Artikel?

Die Geschichte sollte daher nicht als bewiesener Reinkarnationsfall verstanden werden, sondern als überlieferter außergewöhnlicher Fallbericht, der Fragen über Bewusstsein, Erinnerung und Wiedergeburt aufwirft.

Aus buddhistischer Sicht bleibt dabei eine besonders interessante Frage:

Muss etwas eine unveränderliche „Seele“ sein, um Wirkungen von einem Dasein in ein anderes weiterzugeben?

Der Buddhismus beantwortet diese Frage nicht mit einem ewigen Ich, sondern mit dem Zusammenhang von Karma, Ursache, Wirkung und bedingtem Entstehen.

Lesetipp: Offen bleiben, kritisch prüfen und zwischen persönlicher Deutung, Überlieferung und wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen unterscheiden.

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