Blockwelt und Quantenübergang

Bodhi Svaha! Sadhu!

Über Quantenphysik, Bewusstsein und die verborgene Struktur der Wirklichkeit

Kleines naturwissenschaftliches Traktat

Kein akademisch gebildeter Mensch diskutiert seine moderne Weltauffassung mit Menschen, deren Horizont nicht die mittelalterliche Theologie überschreitet, weil ihnen wohl die wissenschaftlichen Werke nicht zur Verfügung stehen.

Es liegt aber an jedem Menschen selber, sich – mit einem Fremdwörterbuch ausgerüstet – Zugang zu höherem Wissen zu verschaffen.

Schon in der Schule wurde gelehrt, dass der griechische Philosoph Leukippos 500 Jahre vor Christus lehrte, dass in einem leeren Raum kleinste Teilchen („Tomos“) wie Sandkörner schweben, die sich rein mechanisch durch ihre eigene Schwere bewegen und zur festen Materie verhaken.

Diese kleinen Bausteine der Natur wären unteilbar, weshalb er und sein Nachfolger Demokrit (460–370 v. Chr.) sie „A-tom“ nannten.

Sie beschrieben, dass diese einzelnen Atome unterschiedliche Formen und Gewichte haben und deshalb sich herumwirbelnd anstoßen und verkleben.

Die glatten, runden Atome eckten nicht so stark an und bildeten zusammen die leichten Elemente wie Feuer und Luft, während die eckigen und schweren Atome sich besser verkeilten und schwerere Elemente wie Wasser und Erde hervorbrachten.

Heute wissen wir den richtigen Grund, wo z.B. die Anzahl der Protonen im Atomkern das spezifische Gewicht der Atome bestimmt.

Auch hat jede Urform Kugelgestalt, und die Atome verfügen über unterschiedlich viele „Andockstellen“. Die mit drei und vier können mehr Atome verbinden als jene mit nur ein oder zwei solcher „Händchen“.

Leider setzte sich der Denkansatz des Atomismus nicht durch.

Nach den Religionskriegen aber folgte die Aufklärungszeit, und Astrologie, Alchemie und Atomlehre wuchsen zu deren Krönung heran: Astronomie, Chemie und modernste Kosmologie.

Die Elektrizität führte zur Atomspaltung, indem man das angeblich Unteilbare zerlegte in einen Atomkern aus positiv geladenen Kügelchen namens Protonen zwischen ladungsfreien Neutronen.

Als zusammenhaltenden „Leim“ entdeckte man im Kern noch kleine Teile – Gluons – und drei miteinander verbundene Kügelchen namens Quarks sowie feinste Fädchen namens Strings.

Im weiten Bogen umgibt den Atomkern ein Mantel aus herumwirbelnden, elektrisch negativ geladenen Elektronen.

Unser Körper besteht aus so vielen Atomen mit zwölf Nullen hinter einer Zahl von einer Milliarde.

Zwischen den Teilen im Atomkern und Atommantel ist eine so große Leere, dass – wenn man diese entfernen würde – die gesamte Menschheit aus acht Milliarden Körpern die Größe einer Kirsche ergäbe.

Die Atome verbinden sich zu Atomketten, den Molekülen, und daraus bestehen unsere Körperzellen, die sich ständig durch Absterben und Neuentstehen austauschen.

So wie das Wasser eines Flusses sich ständig austauscht, aber der Fluss – wie unser Körper – als Ganzes erhalten bleibt.

Die Körperzellen kopieren ihre Nachfolger, und mit Kopie von Kopie werden die Daten immer schlechter, was wir Alter nennen, das schließlich zum Tode führt, wenn die Kopien nicht mehr lesbar werden.

Neuerdings hatte die Wissenschaft aber tatsächlich unteilbare Teilchen gefunden: in den Atomen des Lichts, den Photonen.

Das Licht, das uns von unserer nahen Sonne trifft, und das Licht ferner Sonnen im Weltraum – der Sterne.

Licht ist eine elektromagnetische Welle und durchfliegt den Weltraum mit 300.000 km/sec.

Trifft sie auf einen Massekörper wie einen Quasar, krümmt sich diese Welle zu beiden Seiten um das Hindernis, um danach wieder gerade hinauszufliegen.

Photonen sind winzige Energiequanten, die sich nicht mehr spalten lassen. Das heißt: Sie haben keine weitere innere Struktur.

Wenn Licht auf Materie trifft, überträgt es seine Energie in diskrete Portionen.

Die wissenschaftliche Formel lautet:

E=h⋅fE = h \cdot f

  • E = Energie
  • h = fundamentale Konstante
  • f = Frequenz

Niedrige Frequenz ist Rotlicht, mittlere Frequenz Grünlicht, höhere Frequenz Violett.

Ein Photon hat zwar keine Ruhemasse, aber paradoxerweise einen Impuls, den es beim Aufprall auf ein Elektron in seiner Wellenlänge verändert und damit die Elektronenbewegung beeinflusst.

So wie eine Billardkugel den Impuls auf eine andere Kugel überträgt.

Ein Kennzeichen der Wechselwirkung von Licht und Materie.

Photonen besitzen zwei Polarisationszustände und breiten sich in einem elektromagnetischen Feld aus – entweder rechts- oder linksläufig zum Spin des Photons.

Die elektromagnetischen Wellen weiten sich im Raum aus wie die Wellen in einem stillen See nach Einwurf eines Steines.

Die sich vom Zentrum ausweitenden Wellen sind Bewegung des Wassers und keine eigene Substanz.

In den Quantenfeldern jedoch sind die Quantenteilchen die Anregung des Feldes – wie der Stein die Wasserbewegung erzeugt.

Nach der modernen Teilchenphysik hat jedes Teilchen ein anderes Feld: Photonenfeld, Elektronenfeld, elektromagnetisches Feld u.s.w.

Das Photon ist die kleinste Anregung des Photonenfeldes.

Das Schwingungsprinzip ist vergleichbar mit einer Gitarrensaite. Wenn sie schwingt, liegt eine bestimmte Bewegung der Saite vor.

Genauso ist das Photon die kleinste Anregung eines elektromagnetischen Feldes, wo Photonen und andere Teilchen interagieren.

(QED = Quanten-Elektro-Dynamik)

Weil das Licht-Atom sich nicht mehr spalten lässt, dürfen wir es als Elementarteilchen sehen – die „Seele“ eines Elements ohne Struktur.

Wir wissen alle von Einsteins Zeitrelativität.

Unsere irdische Zeitlinie von Vergangenheit über Gegenwart zur Zukunft gilt in der Raumzeit nicht.

Dort fallen sie – wie in der buddhistischen Tiefenmeditation – zusammen.

In der Blockwelt-Lehre sind diese drei Zeiteinteilungen zu einem Block verbunden.

So wie man ein Buch des Lebens erhält, auf dessen erster Seite das Geburtsdatum steht und auf der letzten Seite das Sterbedatum eingetragen ist.

Der Eigentümer kann sein Buch von allen Seiten lesen, so wie in der Quantenwelt alle Dinge gleichzeitig vorhanden sind.

Platons „Welt der Ideen“ zeigt die Welt der Potentiale, die in der Welt der Aktualität real werden.

Alle Möglichkeiten warten in der Unschärfe, zu welcher wir uns entscheiden.

Nun erfolgte das wissenschaftliche Experiment der Quanten-Radierung.

Bekanntlich passt sich das Photon der Wahl des menschlichen Geistes an.

Es schwebt in einem Zustand der Möglichkeit zur Bildung einer Welle oder einer winzigen Kugel.

Wissenschaftler konstruierten eine Platte mit zwei Schlitzen – das berühmte Doppelschlitz-Experiment – durch das sie ein Photon schossen.

Das kleine Teilchen verhielt sich nach den Gedanken seines beobachtenden Vermessers und durchflog die vorgegebenen Schlitze entweder als Kugel oder Welle.

Doch dann erfolgte das Experiment der Radierung, indem der Beobachter sich erst blitzschnell für die Art der Messung entschied, in der Nanosekunde, als das Photon bereits einen Schlitz passierte.

Wiederholungen ergaben, dass auch in diesem unmöglichen Falle jenes Quantenteilchen sich nachträglich der vom Beobachter entschiedenen Messung anpasste.

Es „radierte“ seine bereits angenommene Position der Vergangenheit wortwörtlich aus.

Die winzigen Lichtteilchen vermochten auf zauberhafte Weise reaktionsfähig in die Zukunft zu blicken.

Da die Quanten sich in ihrem Wesen nach menschlichen Beobachtern richten, besitzen sie – wie wir – Bewusstsein, uns zu beobachten, und scheinen für uns zu existieren, damit wir mit unserem menschlichen Bewusstsein unsere Welt gestalten können.

Bewusstsein, Mikrotubuli und Quantenbiologie

Der Physiker Roger Penrose entdeckte, dass sich unser „Bewusstsein“ nicht in der neuralen Struktur unseres Gehirns befindet, sondern in den Mikrotubuli – jenem filigranen Gerüst aus winzigen Röhren, die unsere Zellen umhüllen.

Diese verfügen über die richtige Struktur, um empfindliche Quantenprozesse vor dem „lauten Chaos des Körpers“ zu schützen.

Im Inneren der Mikrotubuli könnten Elektronen in den Zustand der Quanten-Superposition eintreten.

So herrschen verborgen in den Tiefen unseres Geistes Milliarden winziger Quantenzustände.

Sie erinnern sich mittels eigenen Speicherbewusstseins ihrer Struktur und sind die Bildungskräfte eines Geistkörpers beim Übergang der Welten nach körperlichem Ableben.

Milliarden dieser Quantenzustände existieren gleichzeitig in uns, schwingen und überlagern sich, bevor sie zu einem einzigen orchestrierten Moment kollabieren.

Jeder dieser synchronisierten Quantenkollapse in der festen Realität entspricht einem bewussten Augenblick, einem flüchtigen Gedanken oder einem Gefühl der Gegenwart.

Die neue Quantenbiologie brachte den Erweis, dass die Quantenfunktion auch bei hoher menschlicher Temperatur existiert.

So orientieren sich Rotkehlchen nachweislich nicht nur über einen inneren Magnetkompass, sondern durch feine quantenmechanische Verbindungen der Raumzeit mittels spezieller Proteine in ihren Augen.

Wenn eine grüne Pflanze das Licht der Sonne empfängt, wandert die Energie des Photons nicht wie Wasser auf dem widerstandslosesten Weg zum Reaktionszentrum, sondern durch den effizientesten Weg.

Es sucht gleichzeitig magisch alle möglichen Wege zugleich ab.

Im Prozess der Photosynthese existiert die Energie in einer Quanten-Superposition.

So nutzt der Baum in unserem Garten und das singende Rotkehlchen auf dessen Zweigen die Wunderwelt der Quanten, während dem Menschen das Bewusstsein darüber durch die Hüter einer alten Macht abhandenkam.

Quantenteilchen verhalten sich in Superpositionen, also an mehreren Orten gleichzeitig.

Jedes Quantenteilchen – auch in deinen Atomen – folgt dieser Quantenmechanik.

Somit ist kein Mensch in einem definierten Zustand, sondern in einer Überlagerung unzähliger möglicher Zustände.

Laut Unitäts-Prinzip geht keine Information im Universum verloren, ähnlich dem Energieerhaltungsgesetz.

Sie bleibt in der Dichte des feinen Gewebes des Universums erhalten.

So wie man ein Buch verbrennt und alle verstreuten Atome wieder zusammenfügen könnte, sodass dasselbe Buch wieder entstünde.

Das erinnert an den alten Wikingerglauben, nach welchem Walküren die Asche der Helden im Kriegerhimmel wieder zusammenfügten.

Denken wir an die Quantenteilchen in unseren Gehirn-Mikrotubuli und deren Informationen, die als unser Bewusstsein zusammenhängend den Tod überleben.

Infobox – Weiterführende Literatur

📚 Empfohlene Bücher und Quellen

  • Stephen Hawking – Eine kurze Geschichte der Zeit
  • Roger Penrose – Des Kaisers neue Kleider
  • Werner Heisenberg – Physik und Philosophie
  • Fritjof Capra – Das Tao der Physik
  • Carlo Rovelli – Die Ordnung der Zeit
  • Max Planck – Vorträge und Erinnerungen
  • Brian Greene – Das elegante Universum

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