Diese beiden Lyriken erzählen von Augenblicken, in denen das Leben innehält – leise, unausweichlich und von tiefer Menschlichkeit getragen.
Sie sprechen von Nähe und Verlust, von einem Sommer, der nicht mehr gelebt werden konnte, und von einem Platz, der für immer leer bleibt. In schlichten Bildern und klaren Worten entfalten sich Schmerz, Erinnerung und die leise Frage nach dem, was bleibt.
Doch zwischen Trauer und Abschied liegt auch etwas Bleibendes: die Liebe, die sich nicht auflösen lässt, und die Verbundenheit, die über Zeit und Raum hinaus weiterwirkt.
Mögen diese Zeilen Raum geben für stilles Gedenken, für eigenes Erinnern – und für das, was im Herzen weiterlebt.
Einen letzten Sommer
Einen Sommer wollten wir noch gemeinsam leben,
dann wurde es Frühling eben.
Als der Sommer endlich durch’s Fenster gelächelt,
hatte die Krankheit dich schon ans Bett gefesselt !
Betend stand ich voll Hoffen daneben,
würd es für uns noch einen letzten Sommer geben ?
Du fühltest nicht mehr die warmen Lüfte,
atmetest nicht mehr die Blumendüfte !
Dich erreichte nicht der Vogelsang,
nur Krankenschwestern liefen den Flur entlang !
Einen letzten Sommer wollten wir einmal zusammen erleben….
Du aber hattest schon aufgegeben !
(W. Franzson)
Der leere Platz
Er lag vor seiner Wohnung in dunkler Nacht,
von zahlreichen Messerstichen umgebracht !
Der blonde Jüngling, von Fremden umgeben,
Allen ein Freund, kostete nun sein Leben !
Er lag auf der Straße kaltem Stein:
„Mutter!“ mochten seine letzten Gedanken wohl sein !
„Ich habe Euch alle so unendlich lieb !
Verzeiht ! Dass keine Zeit zum Abschied mehr blieb !“
Uns Allen wurde das Herz so schwer,-
sein Platz an unserer Seite ist nun leer !
Doch wir hören seine Worte, wenn er spricht
im Herzen, unser Auge sieht ihn ja nicht !
Fern der grauen Stadt, im Begräbniswald,
lauschen wir den Wind, der über die Gräber schallt !
Dann verneigen sich die hohen Fichten,
wo wir in Ehrfurcht seine Blumen ausrichten !
Patrick, du Schöner ! So lange wir sind,
kein Anderer deinen leeren Platz einnimmt !
Nichts was gewesen, jemals vergeht…..
wo die Liebe ein Herz mit dem andren verwebt !
(W. Franzson)
Was uns genommen wurde, ist nicht verloren – es lebt weiter in der Stille unserer Herzen.
W. Franzson X






