Holographische Realität, Bewusstsein und die Einheit allen Seins
Jacobo Grinberg-Zylberbaum wurde 1946 als Sohn polnischer Juden in Mexiko-Stadt geboren. Im Jahr 1975 schrieb er seine Doktorarbeit, womit er einen Lehrstuhl an der Universidad Nacional Autónoma de México erhielt. Dieses verdankte er der 70-jährigen Barbara Guerrero, die im Armenviertel der Stadt eine alternative Heilkunst betrieb, welche sie „spirituelle Chirurgie“ nannte.
Er beobachtete ihre Erfolge und war so sehr überrascht darüber, dass er diese Heilkunst zur Aufgabe seiner wissenschaftlichen Forschung machte. Jahrelang nahm er bei seiner „Barbara“ und einigen Probanden EEG-Messungen vor. Er beurteilte diese Aufzeichnungen als Syntagie-Theorie – eine Synthese von Energie und Information.
Er stellte fest, dass unser Gehirn nicht der Ursprung des Bewusstseins ist, sondern ein Dekodierer. Nach Grinberg-Zylberbaum ist die Realität ein Gittermuster, eine unendliche holographische Matrix, eine Informationsstruktur, in der alle möglichen Zustände von Materie, Raum und Zeit kodiert sind.
Unter bestimmten Bedingungen treten die neuronalen Felder des Gehirns in Resonanz mit dieser Struktur. Dadurch wird die Grenze zwischen dem Wahrgenommenen und dem Realen durchlässig – ein höherer Grad an Synergie. Synchronisation zwischen dem neuronalen Feld und dem „Gitter“ ergibt größere Macht über die physikalische Realität. (Auf dieser Ebene lassen sich auch die Erfolge von Akupressur und Akupunktur erklären.)
1984 platzierte Grinberg-Zylberbaum Versuchspersonen in Faraday-Käfigen im getrennten Abstand von 14 Metern. Eine still in Dunkelheit sitzende Versuchsperson wurde einer Reihe von Lichtblitzen ausgesetzt, deren EEG-Reaktionen in Echtzeit aufgezeichnet wurden. Überwiegend erwies es sich, dass auch das Gehirn der nicht „beblitzten“ Versuchsperson das Aktivitätsmuster der ersten Versuchsperson mit einer Verzögerung von 8–13 Minuten reproduzierte. Wiederholungsversuche stimmten zu über 25 % damit überein.
In den Jahren 1986 bis 1988 führte er Experimente mit Meditierenden (mit einem hohen Maß an meditativer Konzentration) durch, die alle ein charakteristisches EEG-Muster aufwiesen: gleichmäßige Gamma-Strahlung hoher Amplitude mit einer Frequenz von 40–80 Hz, die beide Hemisphären synchron erfasste.
Grinberg-Zylberbaum nannte dieses den „sundergen Zustand“, in dem das neuronale Feld in maximaler Resonanz mit dem „Gitter“ tritt. Die Versuchspersonen beschrieben diesen Zustand als Gefühl, „mit dem Raum“ zu denken und nicht mit ihrem Kopf – wie ein Sehen ohne Augen.
Die Probanden brachen das Experiment ab, und Grinberg-Zylberbaum wurde kurz darauf als vermisst gemeldet. Sein Auto wurde am Flughafen mit seinem Pass, seiner Brille und gefüllter Geldbörse gefunden. Von seinen Unterlagen blieb nur eine Notiz mit dem mehrfach wiederholten Satz übrig: „Sie haben mich gefunden!“ – und zwar mit unterschiedlichen Bleistiften.
Die Entdeckung des kosmischen Bewusstseins verbreitete sich unter dem Forscher Federico Faggin rasant fort. Er deklarierte zunächst das ONENESS (das EINE), wonach wir Teile des Ganzen sind: Die Realität ist holographisch (ganzheitlich). Das Ganze ist im Teil enthalten, so wie jede einzelne Zelle des Körpers den Bauplan des gesamten Organismus enthält.
Dem EINEN lässt Faggin das SEITY (Teil-Ganze) folgen – die Emanation (Ausfluss) des EINEN in individuelle Identität. Der Wunsch nach Selbsterkenntnis treibt die Evolution (Höherentwicklung) an. Das Ego (Ichgefühl) dient nur als Instrument der SEITY.
Fazit des Modells
Wenn wir alle aus einem Ursprung kommen, dürfte sich nichts so getrennt vorkommen. Die Felder in der Quantenwelt sind mit Bewusstsein gefüllt, sonst könnten sie auch nicht auf Beobachtung reagieren.
Faggin sagt, wir sind ein Feld, das Aspekte von sich selbst erfahren (verstehen) will. Wir sind Repräsentanten dieser Realität, und das Ego (unser Avatar) führt die Arbeit aus für das SEITY (Quantenfeld).
Die Dreiheit der Existenz
Jetzt erwähnt Faggin die Dreiheit der Existenz: Körper, Geist und Seele. Dieses menschliche Konstrukt sind sich überlappende Felder, die jeweils Beobachter, Erlebter und Akteur sind, wodurch die Realität im Zusammenspiel entsteht.
- Der Körper ist das Display-System und Instrument der Erfahrung.
- Der Geist ist die Logik, die Quanteninformation verarbeitet – als Computer der Wahrscheinlichkeiten.
- Die Seele als Bewusstsein und Träger des Willens bringt die Bedeutung hervor.
Körper und Geist arbeiten wie Maschinen, und nur die Seele bringt – im Unterschied zur Maschine – Gefühle hervor.
Zur Realität und Quantenmechanik
Die Quantenmechanik besteht aus:
Möglichkeit (Wellenfunktion), freiem Willen (Kollaps) und Realität (Teilchen).
Fazit: Die Nicht-Lokalität widerspricht der materialistischen Trennung. Die Quantenverschränkung bestätigt die fundamentale Verbundenheit.
Quantenphysik als Sprache des Bewusstseins: Der Kollaps der Wellenfunktion erfolgt durch Herauslösung aus dem Zustand der Wahrscheinlichkeit. (Wir befinden uns in Platons „Welt der Potentialität“.)
Nach Faggin bedeutet Quantenverschränkung, dass Aspekte von Feldern bei Interaktion gemeinsam Eigenschaften hervorbringen, die sie unabhängig von Zeit und Entfernung verbinden. Die sofortige Fernwirkung widerlegt das Konzept der Lokalität.
Zur künstlichen Intelligenz
Zur Künstliche Intelligenz sagt Faggin, dass sie eine Manipulation ohne Geist sei und eine nicht kreative Form aufgrund der Syntax (Symbolik).
Bewusstsein erfordert Erfahrung. KI zeigt lediglich eine Fälschung – eine Kopie dessen, was wir sind. Sie wiederholt, was wir ihr gesagt haben, rekombiniert es und gibt eine andere Kombination zurück. Das ist kein Verstehen, sondern nur ein „Umstellen der Stühle im Raum“.
Der Weg zur Erkenntnis
Der Weg zur Wahrheit führt laut Faggin durch Intuition – die innere Forschung als Kanal zur SEITY. Kooperation ersetzt den evolutionären Wettbewerb, und die subjektive Erfahrung ernst zu nehmen führt zur erweiterten Wissenschaft.
Conclusio
Jeder von uns muss herausfinden, wer er ist – durch Erfahrung und nicht durch Studium wie eine KI. Nur der Buddhismus ist eine echte Erfahrungsreligion, die man Schritt für Schritt erleben muss, indem der gezeigte Weg mit all seinen Strapazen selbst begangen wird.
Nur Bewusstsein führt zur Erkenntnis und ist Sinn der Wiedergeburt. Ein einziges Leben reicht nicht aus, da unterschiedliche Probleme zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Wer anderen etwas Schlechtes zufügt, schädigt sich selbst, da wir alle Teile des Ganzen sind.
Daher sagen die Buddhisten: Die Menschen werden im Kreislauf der Reinkarnation gereinigt.
Weiterführende Literaturtipps
- The Syntergic Theory – Jacobo Grinberg-Zylberbaum
- Irreducible – Federico Faggin
- Der Tao der Physik – Fritjof Capra
- Das tanzende Universum – Marcelo Gleiser
Quellenangaben (thematische Grundlage)
- Jacobo Grinberg-Zylberbaum – Syntergic Theory
- Federico Faggin – Bewusstseinsforschung
- Quantenmechanik – Grundlagen der Physik
- Neurowissenschaften – EEG und Gehirnforschung
- Vergleichende Bewusstseins- und Religionsforschung






