Die Jesuslegenden und Schlussfolgerungen

Bodhi Svaha! Sadhu!

Zwischen Essäern, Reinkarnationslehre und den Parallelen zu Krishna

Martin Luther wies darauf hin, dass an der „Heiligen Schrift“ nicht ein Tüpfelchen Wahrheit fehle. Die Bibelgläubigen vertrauen seitdem ganz auf diese Büchersammlungen.

Wir berichteten schon in früheren Beiträgen, dass die gesamte Weihnachtsgeschichte von Jesus in der Bibel eine exakte Abschrift viel älterer heiliger Schriften der Inder über die Geburt Krishnas sei.

Wer glaubt dann noch an die absolute Gültigkeit biblischer Berichte?

Wenn bereits die Geburtslegende ein Plagiat ist, wie kann man dann allen weiteren Bibelgeschichten blind vertrauen?

Die Bibel berichtet ausführlich von Jesus als Kind im Disput mit erwachsenen Juden, schweigt danach jedoch über seine gesamte Jugendzeit.

Obwohl sich fromme jüdische Familien über das Jahr hinweg auf religiösen Festtagen begegneten, kannte offenbar niemand den nunmehr dreißigjährigen Jesus in Palästina. Judas musste ihn den Römern erst mit einem Kuss kenntlich machen.

Wo sich Jesus als Kind aufgehalten hatte, lässt sich anhand seiner Weinberg-Gleichnisse vermuten: in einem typischen Weinland wie Griechenland oder Indien (Goa).

Indien würde auch den Reinkarnationsglauben erklären, den Jesus im Nachtgespräch mit Nikodemus verkündete:

„Niemand kommt ins Himmelreich, bevor er nicht wiedergeboren wird!“

Dann präzise zu Nikodemus:

„Du wirst mehrere Mütter haben!“

Auch Johannes der Täufer sei laut Jesus der wiedergeborene, früher verstorbene Prophet Elia gewesen.

Da hilft auch nicht die widersprechende Bibeleinfügung im Hebräerbrief.

150 v. Chr. bildete sich in der jüdischen Gesellschaft ein humaner Religionsorden namens Essäer.

Der spätere historische Jesus scheint ein Essener-Mönch gewesen zu sein.

Der Essäer-Orden existierte noch bis 70 n. Chr., und dessen Anhänger könnten die ersten schriftlichen Quellen für die erst 100 bis 300 Jahre nach Christus niedergeschriebenen Evangelien geliefert haben.

Nach Philon von Alexandria, Flavius Josephus und Plinius der Ältere lebten die Essener in Gütergemeinschaften – ähnlich Klöstern – nordwestlich des Toten Meeres in Askese und ernährten sich von Landwirtschaft und Handwerk.

Sie unterschieden sich von der jüdischen Mehrheit, indem sie – ähnlich wie Krishna – blutige Opfer ablehnten.

Gleichzeitig hielten sie die Sabbat- und Reinheitsvorschriften des Alten Testaments ein und versuchten, dieses durch Auslegung mit ihrem pazifistischen Denken in Einklang zu bringen.

1947 suchte ein arabischer Hirtenjunge ein verlorenes Schaf und fand dabei in einer Höhle von Qumran in Tonkrügen verborgene Ordensregeln und religiöse Schriften der Essener.

Dadurch vervollständigte sich das Wissen über diesen Orden mit seinen religiösen Waschungen und seiner besonderen Seelenlehre.

Die damaligen – wie auch heutigen – Juden besaßen keine derartige Seelenvorstellung. Sie bezeichneten die Seele als Gottes-Hauch „Ruach“ und glaubten an einen Totenschlaf bis zur fleischlichen Auferstehung.

Die Leichen von Sündern wurden auf einem Müllplatz vor Jerusalem namens „Sheol“ verbrannt. Dieses Wort wurde später von den Griechen als „Hölle“ übersetzt.

Den Überlieferungen zufolge betrieben die Essener auch ein Medizin-Studium, was die Heiltätigkeit von Jesus erklären könnte. Der Orden widmete sich der Fürsorge für Alte und Kranke.

Ein Teil der Essener durfte zum Fortbestand der Gemeinschaft eheliche Bindungen eingehen. Ihre Zahl wurde auf etwa 4000 geschätzt.

Die Aufnahme in den Orden erfolgte nach einer Probezeit, wobei sich der Neuling zur Geheimhaltung der Lehre verpflichten musste.

Die gefundenen „Qumran-Schriften“ weichen an wichtigen Stellen von heutigen Bibelstellen ab.

Hatten die Essener ihren Glaubensbruder Jesus aus dem Grab genommen und ihn am Toten Meer beerdigt?

Jedenfalls sollten aufrichtige Religionsforscher immer zwischen einem historischen Revolutionär Jesus und einem mystifizierten Krishna-Christus unterscheiden.

Infobox – Weiterführende Literatur

Empfohlene Literatur zu Jesusforschung, Essäern und Religionsgeschichte

  • Die Schriftrollen vom Toten Meer
  • Der historische Jesus
  • Bhagavad Gita
  • Antiquitates Judaicae
  • Literatur über die Essäer und die Qumran-Gemeinschaft
  • Forschungen zur vergleichenden Religionswissenschaft

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